Das Vermittlungs- Karussel mit Tierschutzhunden

Gerade habe ich einen Beitrag des WDR gefunden, der eigentlich das anspricht, was ich schon lange beobachte.

Es ist schick, einen Hund aus dem Ausland zu retten. Ob nun aus Spanien, aus Weissrussland, Bulgarien, Griechenland, Italien, oder, oder, oder. Je dramatischer das einzelne Tierschicksal, um so mehr Ambitionen werden entwickelt, genau diesen Hund zu retten. Dabei ist noch nicht mal unbedingt jeder dieser Hunde ein echter Tierschutzfall. Man hat heraus gefunden, das teilweise sogar gezielt Mischlinge gezüchtet werden, um diese dann als Tierschutzhund zu vermitteln, gegen Gebühr natürlich. Das ist nun nicht die Regel, aber auch das passiert. Das es sich bei den Vermittlern auch um  eingetragene Vereine handelt, zeigt auch an, das ein e.V. nicht unbedingt ein Gütezeichen ist.

Mit diesen Hunden gelangen auch diverse Krankheiten nach Deutschland, die unter Umständen dann auch übertragen werden. Aber den Tierrettern liegt es oft daran, eben einen Hund wahrlich zu retten. Auch das diese Hunde mitunter sehr kompliziert im Verhalten sein können, schreckt den Adoptivhundehalter zunächst nicht ab. Zunächst!

Mittlerweile ist jeder 2. Hund in einem deutschen Tierheim ein aus dem Ausland adoptierter "Tierschutzhund". Vielleicht haben sich die Lebensumstände des Halters geändert, so dass eine Abgabe nötig war, vielleicht aber war der Halter auch überfordert und hat es nicht geschafft, diesen Hund zu retten, oder er hat einfach die Lust am Retten verloren.

Etwa 50% der deutschen Tierheime sollen mittlerweile vor der Insolvenz stehen, so die Informationen aus dem Internet. Die Städte und Kommunen kürzen die Zuwendungen an die Tierheime, die Spendenbereitschaft der Deutschen sinkt und ja: Es ist eben doch etwas heroischer, einen Hund aus dem Ausland zu retten.

So wird aus dem Tierschutzhund ein ganz besonderes Business. Angefangen von den ausländischen Tierschützern, die die Hunde nach Deutschland vermitteln, über die Tierärzte, die oft aufwendig Krankheiten, etc. behandeln und dann eben, in vielen Fällen, das deutsche Tierheim, das dann die gescheiterten Vermittlungsfälle aufnimmt und kaum mehr weiß, wie es Herr der Lage über die zunehmenden Hunde und auch Katzen, vor allem aber auch über die steigenden Kosten werden soll.

 

Darum mein Apell: Schaut in unseren Tierheimen vorbei, wenn ihr einen Hund aufnehmen möchtet. Oder schaut einfach mal vorbei mit einer Tüte Hundefutter oder füttert das dort befindliche Sparschwein mit ein paar Münzen und macht Euch mal ein Bild von der Situation.

 

Beitrag des WDR:

http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/hunde-aus-dem-ausland-verstopfen-die-tierheime-100.html

Kommentar schreiben

Kommentare: 0