Clostridien- Infektion des Menschen durch den Hund

Normalerweise steckte sich der Mensch bislang im Krankenhaus an mit dem Clostridium difficile, zumindest war dies in der Vergangenheit der nachgewiesene Infektionsherd. Clostridien lösen Durchfall aus, Bauchbeschwerden und in besonders schweren Fällen auch Fieber und mehr.

In letzter Zeit gab es aber eine drastische Veränderung: Die Fälle an Infektionen und auch die Sterblichkeitsrate- ausserhalb des Krankenhauses- hat extrem zugenommen, insbesondere sind jetzt auch junge Menschen und Schwangere betroffen.

Eine mögliche Ursache kann der vermehrte Kontakt zu Clostridien diff. durch Haustiere sein, die die Clostridien tragen und weiterverbreiten.

Tatsächlich hat man verschiedene Bakterienstämme von Menschen, Haustieren und Schlachttieren isoliert und auch einige Gemeinsamkeiten nachweisen können.

Gerade Hunde, die unmittelbar in Nähe zum Menschen leben, scheinen eine höchst denkbare Ansteckungsquelle zu sein. Sie können für ältere Personen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem zu einer Gefahrenquelle werden. Die Bakterien verbreiten Sporen in der Umgebung die dann zu einer Ansteckung führen können.

Die Treviso Abteilung des Istituto Zooprofilattico Sperimentale delle Venezie machte eine Studie und sammelte verschiedene Bakterienstämme der Hunde bei privaten Züchtern, Tierheimen, usw., verschiedene Stämme beim Menschen in Krankenhäusern und ordneten sie phenotypisch charakterisiert zu.

In dieser Studie sammelte man so 143 Stuhlproben des Menschen, die pos. auf C. diff. getestet aren und 996 Proben von Hunden, insgesamt wurden 226 Stämme gefunden: 133 des Menschen und 93 des Hundes.

 

Beim Menschen waren es 15 verschiedene Ribotypen, die häufigsten waren RT-018 (53.2%) und RT-014/020 (20.2%).

Bei den Hunden wurden 8 verschiedene Ribotypen gefunden, die häufigsten waren RT-010 (55.9%), non-toxigenic, gefolgt von RT-014/020 (29%),welcher auch Toxine produziert.

Der letztere wird häufig sowohl beim Menschen als auch beim Hund nachgewiesen und er ist in Europa der Ribotyp, der mit der Infektion beim Menschen in Verbindung gebracht wird. Letztlich sind 70% der Stämme beim Hund nicht toxisch.

Man überprüfte dann auch die Wirksamkeit folgender Medikamente auf C. diff: Clindamycin, Moxifloxacin, Metronidazol und Vancomycin.

Die von den Hunden isolierten Stämme zeigten eine hohe Resistenz gegen Clindamycin (46.24%) und Metronidazole (29%), während nur ein geringerer Prozentsatz resistent war gegen Moxifloxacin. Der resistenteste Stamm war RT-010. Normalerweise ist Metronidazol das Mittel der Wahl bei der Infektion des Menschen mit C. diff. Diesem Umstand muss man in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken.

Die Studie hat also ergeben, das sich der Mensch sehr wohl über das Haustier Hund mit C. diff. infizieren kann und das dann sorgfältigst das geeignete Medikament gewählt werden muss. In Haushalten, in denen auch Personen leben, die älter sind, ein geschwächtes Immunsystem haben, so wie Kinder und Schwangere, sollte der Hund vorsorglich auf C. diff. untersucht und behandelt werden.

 

 

http://www.izsvenezie.com/clostridium-difficile-dogs-humans/

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