Galle und IBD

 

Galle und IBD

 


 

Sobald Nahrung in den Magen gelangt wird eine sehr saure Magenflüssigkeit ausgeschüttet. Diese Magensäure wirkt sehr reizend auf den Dünndarm, daher schüttet die Gallenblase eine Flüssigkeit aus, die die Magensäure alkalisch macht. Diese Gallenflüssigkeit hat einen ph- Wert von 9,5 und kann so also die Magensäure, wenn sie in den Dünndarm übergeht, unschädlich machen. Außerdem wirkt die Gallenflüssigkeit als Emulgator für Fette und Öle. Durch das Emulgieren kann der Körper Fette und Öle verstoffwechseln. Und eine noch weitere Funktion der Gallenflüssigkeit ist die Stimulation der Darmperistaltik. Also die rhytmische Bewegung des Darms durch die die Nahrung transportiert wird. Zu guter Letzt aber verbessert die Gallenflüssigkeit auch die Immunfunktion.

 

Über 50% des Immunsystems des Hundes sind im Verdauungstrakt ansässig. Hunderte von Lymphknoten entlang des Darms verrichten dort ihre Arbeit. Gallenflüssigkeit hat eine starke immun- regulierende Funktion im Verdauungstrakt, sie reguliert den Verdauungsprozess und sie verhindert Überreaktionen. Gallenflüssigkeit hat auch antibiotische Eigenschaften, wirkt gegen Pilze, sie tötet Pilze, Bakterien, Hefen und einige Viren.

 

Einige Faktoren können aber dazu führen, dass die Gallenflüssigkeit nur ungenügend zur Verfügung steht. Wird zu wenig Gallenflüssigkeit ausgeschüttet, kann es daran legen, das diese zu dick ist. Die Verdickung der Gallenflüssigkeit geschieht über einen langen Zeitraum, es kann auch zur Entstehung von Gallensteinen kommen. Üblicherweise stellt man irgend wann Gallensteine fest, vorher jedoch war die Gallenflüssigkeit dann schon für lange Zeit zu dick. Die Frage ist, warum diese Flüssigkeit zu dick ist. Daran ist meist eine Fehlernährung Schuld bzw. ein Nährstoffmangel. Bekommt der Hund zu wenig Lecithin, Glycin oder Taurin, dann verdickt sich die Gallenflüssigkeit. Auch Toxine von außen, wie etwa Entwurmungsmittel, Flohschutzmittel, Impfungen, Chemikalien oder andere Toxine können für diesen Umstand verantwortlich sein. Sie alle können den normalen Gallenfluss stören.

 

Ist der Gallenfluss beim Tier gestört, dann können 3 hauptsächliche Szenarien entstehen.

 

Das größte Problem ist einen Gallenflüssigkeitsmangel im Darm und dadurch eine vollständige Verdauung. Der Hund bekommt Reflux und es entstehen Läsionen durch die starke Magensäure, die im Darm dann nur unzureichend neutralisiert wird. Die Magensäure gelangt quasi mit ihrer ganzen Zerstörungskraft in den Darm. Ohne eine ausreichende Menge dieser alkalischen Gallenflüsigkeit bilden sich Wunden/ Geschwüre an der Darmwand und es kann auch zu Blutungen kommen. Aber auch Darmstörungen, Anämie und andre Symptome treten auf.

 

Ohne ausreichende Gallenflüssigkeit arbeitet der Darm nicht effizient und es kann sogar zu Verstopfung kommen. Ist der Darm verstopft, werden Toxine nur unzureichend ausgeschieden, nach Tagen von Verstopfung kann das dann zu einer Durchfallepisode führen, gefolgt wieder von einer Phase mit Verstopfung.

 

Autoimmunreaktionen des Verdauungstraktes, ein bakterielles Ungleichgewicht im Dünndarm und IBD können mit einem gestörtem Gallenflüssigkeitsausstoss in Verbindung gebracht werden.

 

Ein zweites Szenario ist möglich, wenn die verdickte Gallenflüssigkeit im Körper recycelt wird, ein ganz normaler Vorgang eigentlich, denn nur wenige Prozent der Gallenflüssigkeit werden ausgeschieden. Dabei trifft es dan die Leber, es kommt zu einer sogenannten Cholangiohepatitis. Das bedeutet eine Stagnation von Leber und Gallenblase und dann wird die Gallenflüssigkeit nicht mehr „normal“ ausgeschüttet, bzw. die Gallenblase entleert sich nicht richtig.

 

Das dritte Szenario trifft die Bauchspeicheldrüse, denn die wird durchlaufen bevor die Gallenflüssigkeit den Dünndarm erreicht. Hier kann es dann wegen der zu dicken Gallenflüssigkeit zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen. Die Folge daraus kann dann die Entstehung von Diabetis Typ II sein.

 

Hat der Hund keine Gallenblase mehr oder leidet er an Gallenblasenproblemen, hat er wiederkehrende Probleme im Verdauungstrakt und zeigt Symptome wie Erbrechen und Durchfall, oder abwechselnd weichen Stuhl und Verstopfung, dann könnte es daran liegen, dass die Gallenflüssigkeit nicht so, wie sie sollte, dem Körper zur Verfügung steht.