Basiswissen über den Nährstoffbedarf des Hundes

Hunde benötigen zum Leben verschiedene Nahrungsbestandteile/ Nährstoffe wie etwa Aminosäuren, Proteine, Fettsäuren, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien und Wasser.

Doc Futter gibt einen Überblick über den Mindestbedarf des Hundes anhand eines Beispieles (Hund mit einem Gewicht von 15 - 16 kg). Natürlich kann der tatsächliche Bedarf abhängig von Rasse, Größe, Gewicht, Bewegung und sonstige Umstände variieren. Dennoch kann dieser Einblick das Verständnis für die optimale Fütterung des eigenen Hundes schulen und die richtige Futterwahl erleichtern

Proteine und Aminosäuren

Ein Leben ohne Proteine ist für den Hund nicht möglich. Die tägliche Proteinzufuhr sollte alle 10 Aminosäuren enthalten, die der Hund nicht selbst synthetisieren kann. Diese Aminosäuren werden als essentiell bezeichnet. Sie liefern die Bausteine für viele Prozesse im Körper und unterstützen den Körper bei der Umwandlung von Glukose in Energie. Hochwertiges Futter enthält in den Proteinen ein ausgewogenes Verhältnis aller essentiellen Aminoäuren.

Hunde bevorzugen proteinreiches Futter, ob dies aus geschmacklichen Gründen so ist oder weil der Hund schlicht weg weiß, dass alle essentiellen Aminosäuren enthalten sind, ist noch unbekannt. Tatsache aber ist, dass Hunde ein Futter mit unausgewogenem Aminosäurengehalt nur ungerne frisst. Tatsächlich aber kann der Hund auch bei veganer Kost existieren so fern ausreichend Protein enthalten ist und das Vitamin D zugesetzt wurde.

Fette und Fettsäuren

Tierische Fette und pflanzliche Öle liefern die geballteste Form an Energie im Futter. Sie enthalten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst synthetisieren kann und sie transportieren die fettlöslichen Vitamine. Fettsäuren erfüllen wichtige Aufgaben in der Zellstruktur und deren Funktionen. Außerdem verbessern die den Geschmack und die Textur eines Futters. Essentielle Fettsäuren sorgen auch für ein dichtes Fell und gesunde Haut. Welpen, die mit einem niedrigen Fettgehalt im Futter ernährt wurden, bildeten trockenes und raues Haar und die Haut schuppte und war infektionsanfällig.

Ein Mangel an den so genannten Omega-3 Fettsäuren schädigt die Augen und beeinträchtigt die Lernfähigkeit. Ein Mangel an Omega-6 Fettsäuren hat schwere Auswirkungen auf die Physiologie des Körpers.

Empfehlung zur täglichen Mindest-  Protein- und Fettmenge

 

Welpe

z.Zt. 6kg, Erwachsen 15kg

Erwachsen

Gewicht 15kg

Tragend, säugend

Gewicht 15kg, 6 Welpen

Rohprotein 56 g 25 g 69 g / 158 g
 Fett 21 g 14 g 29 g / 67 g 

 

Um auszurechen, wieviel g Protein ein Hund mit seinem Futter erhält, muss man nur ein wenig rechen. Wenn eine Dose mit 395g Nassfutter und einem Rohproteingehalt von 8% deklariert ist, dann rechnet man:

 

0,08 x 395 g = 31,6 g Protein

 

Auf gleiche Weise errechnet man die Gramm- Menge von Fett, Faser oder Feuchtigkeit.

Aus Studien weiß man, daß das Futter des Hundes gewichtsmäßig bis zu 50% aus Kohlenhydraten bestehen kann mit einem Faseranteil von 2,5 - 4,5 %. Allerdings sollten mindestens 5,5 % des Futters aus Fett und 10% des Futter aus Protein bestehen.

Der Energiebedarf

Der Hundekörper benötigt täglich eine bestimmte Menge Energie. Wachstum, Trächtigkeit oder auch Arbeit erhöhen diesen Energiebedarf. Die Energie bekommt der Hund durch Kohlenhydrate, Proteine und Fette.

Omnivoren ziehen ihre Energie aus Kohlenhydraten wie Zucker, Stärke und Faser. Die Hauptquellen an Kohlehydraten im Hundefutter sind Getreide, Leguminosen und andere Pflanzenstoffe. Sogenannte absorbeirbare Kohlenhydrate, inklusive Glukose und Fruktose, werden direkt absorbiert und nicht durch Enzyme aufgeschlossen. Verdauliche Kohlenhydrate werden im Dünndarm enzymatisch verwertet. Fermentierbare Kohlenhydrate  wie etwa Stärke und Faser gelangen unverdaut durch den Dünndarm in den Dickdarm, wo sie durch Mikroben fermentiert und in kurzkettige Fettsäuren und Gase umgewandelt werden. Fermentierbare Kohlenhydrate regulieren den Blutzuckergehalt positiv und verbessern das Immunsystem. Nicht fermentierbare Kohlenhydrate wie Zellulose oder Weizenkleie dienen hauptsächlich dazu, die Kalorienaufnahme für übergewichtige Hunde zu drosseln (Füllstoff, Satt-macher).

Durchschnittlicher täglicher Energiebedarf in Kalorien

Hunde-Typ 5 kg 15 kg 25 kg 35 kg 45 kg
Welpe Gewicht 5kg-erwachsen 15kg 990        
inaktiver Hund 296 674 989 1272 1540
normaler, erwachsener Hund 404 922 1353 1740 2100
 tragender Hund 518 1274 1940 2570  3170
junger oder erwachsener aktiver Hund 436 993 1451 1876 2264
alter, aktiver Hund 327 745 1093 1407 1700

 

Täglicher Energiebedarf säugender Hündinnen (15 kg/ 25 kg) nach Lebendswoche der Welpen in Kalorien

Zahl der Welpen

1

15 kg   25 kg

2

15 kg    25 kg

3

15 kg    25 kg

4

15 kg    25 kg

2 Welpen 1645     2328 1789     2546 1897     2709 1969     2818
4 Welpen 2185     3146 2473     3581 2689     3909 2833     4127
6 Welpen 2455     3555 2815     4100 3084     4509 3265     4782
8 Welpen 2725     3964 3157     4618 3481     5109 3697     5437

 

Wichtiges zum Energiebedarf

Ein Welpe benötigt etwa doppelt so viele Kalorien pro 500g Körpergewicht wie ein erwachsenes Tier der gleichen Rasse. Wenn der Welpe etwa 4 Wochen alt ist, sollte mit dem Beifüttern begonnen werden, weil dann der Nährstoffgehalt der Muttermilch sinkt.

Ältere Hunde mit abnehmender Aktivität und nachlassendem Stoffwechsel benötigen etwa 20% weniger Kalorien als die Hunde im mittleren Lebensalter der gleichen Rasse. Sie neigen zu Übergewicht und der Blutzuckerspiegel braucht länger, um sich zu normalisieren. Ein gestörter Stoffwechsel kann zu Diabetis führen.

Säugende Hündinnen leisten in den ersten 6 Wochen nach der Geburt "Schwerstarbeit" und der Energiebedarf steigt bis zu 4 Wochen nach der Geburt je nach Anzahl der Welpen stark an. Große Rassen haben dabei einen vergleichsweise kleinen Verdauungstrakt gegenüber mittelgroßen Rassen. Bei Riesenrassen sollte daher bereits frühzeitig mit der Beifütterung der Welpen begonnen werden.

Der Kalorienbedarf eines Welpen

1. Lebenswoche 60-70 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag

2. Lebenswoche 70-80 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag

3. Lebenswoche 80-90 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag

4. Lebenswoche mehr als 90 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag

 

Wie man den Kalorienbedarf eines Hundes ermittelt

Dazu benötigt man folgende Werte:

  • Gewicht des Hundes in kg
  • RER ( verbleibender Energiebedarf) = 70 (Kg Gewicht des Hundes)0.75
  • MER Erhaltungsbedarf des Hundes = entsprechender Multiplikator x RER

Multiplikator für

normales, sterilisiertes/kastriertes Tier

1.6

normales Tier

1.8

bei erwünschter Gewichtsabnahme

1

bei Neigung zur Gewichtszunahme

1.7

leichte Arbeit

2

mittlere Arbeit

3

schwere Arbeit

6

im Wachstum, jünger als 4 Monate

3

im Wachstum, älter als 4 Monate

2                    

 

So sieht dann eine Beispielrechnung für einen kastrierten Hund mit 20,5 kg idealem Körpergewicht aus:

 

  • 70 x 20.5 x 0.75 = 672 kcal/Tag
  • 1.6 x 672 = 1075 kcal/Tag

 

Vitamine und was sie bewirken

Vitamin Funktion Bei Mangel oder Überdosierung
Vitamin A

Augen, Wachstum, Immunsystem,

Entwicklung der Föten, transmembraner Proteintransfer, Zellstoffwechsel

Anorexie, Gewichtsverlust, Ataxie, Hautirritationen, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, Atemwegsbeschwerden, Hornhautprobleme (Augen); Probleme Knochenerhalt,Arterien- und Venendegeneration, Dehydration, Gelenkschmerzen, depressive Stimmung
Vitamin D Erhaltung des Mineralstatus, zur Balance des Phosphorwertes Lethargie, Verlust Muskeltonus, Verdickung der Knochen und Deformation;Anorexie, Erschöpfung, Durchfall, Erbrechen, Kalzifikation des Weichgewebes, Dehydration, trockenes, brüchiges Haar, Muskelatrophie
Vitamin E Schutz vor oxidativen Schäden Degeneration der skeletalen Muskulatur, Fortpflanzungsprobleme, Degeneration der Retina
Vitamin K zur Blutgerinnung, Aktivierung von Proteinen Normalerweise treten keine Mangelzustände auf

Vitamin B1

Thiamin

Energie- und Kohlenhydratstoffwechsel Wachstumsprobleme ,Gewichtsverlust, neurologische Abnormitäten bei Welpen, Schäden am Nervensystem, Herzprobleme bei älteren Hunden
Riboflavin Enzymfunktionen Anorexie, Gewichtsverlust, Erschöpfung der Muskulatur, schuppige Haut, Augenschäden
Vitamin B6 Bildung v. Blutglukose, Niacin- Synthes, Zentrales Nervensystem, Immunabwehr, Hormonregulierung, Gene Anorexie, Gewichtsverlust bei Welpen, Muskelzucken, Anämie bei älteren Hunden; Nachlassende Motorik, Balanceprobleme, Erschöpfung der Muskulatur
Niacin Enzymfunktionen Anorexie, Gewichtsverlust, Entzündung der Lefzen, Kehle, Pobacken, übermäßiger Speichelfluss, blutiger Durchfall; blutiger Kotabsatz, Krämpfe 
Phantothensäure Energiestoffwechsel wechselhafte Futteraufnahme, plötzliche Erschöpfungszustände, schnelle Atem- und Herzfrequenzen, Krämpfe, gastrointestinale Symptome, reduzierte Antikörperproduktion
Vitamin B12 Enzymfunktionen Appetitverlust, weniger weiße Blutkörperchen, Anämie, Knochenmarkveränderungen
Folsäure Aminosäurenstoffwechsel, mitchondrientale Proteinsynthese Verlust Körpergewicht, sinken des Hämoglobinwertes
Cholin Bestandteil der Phosphorlipid- Zellmembran Verlust Körpergewicht, Fettleber

 

Mineralien und was sie bewirken

Mineral Funktion Mangel/ Überdosierung
 Kalzium

Knochen- und Zahnbildung, Blutgerinnung

Nerven- Impulstransmitter, Muskelkontraktion, Zellstoffwechel

Als Folge eines Mangel Hyperparatthyroismus (Regulationsstörung der Nebenschilddrüsen), Demineralisierung der Knochen,;Knochenabnormalien speziell bei Welpen großwüchsiger Rassen 
Phosphor Skeletstruktur, DNA und RNA Struktur, Energiestoffwechsel, Säure- Basen-Balance, Fortbewegung Reduzierte Gewichtszunahme, schlechter Appetit, biegen und schwellen der Vorderen Extremitäten bei Welpen
Magnesium Enzymfunktionen, Stabilität der Zellmenbranen (Muskel, Nerven), Hormonfunktion und -Ausschüttung, Mineralstruktur von Knochen und Zähnen reduzierte Gewichtszunahme, Reizbarkeit,Krämpfe bei Welpen, Hyperextension der Karpalgelenke und Hinterbein- Paralyse im späteren Lebensalter