Hilfreich bis schädlich: Cellulose

..und trotzdem wird sie verwendet. Sogar von einem Hersteller in Deutschland beispielsweise, der sein Produkt dann folgendermaßen bewirbt:

 

Als Faserstoff ist Cellulose gerade für übergewichtige Hunde und bei erniedrigtem Energiebedarf nützlich. Es liefert reichhaltige Ballaststoffe, um bei Energierestriktion die Gesundheit des Magen-Darm-Traktes zu erhalten. So kann durch die Zugabe von Cellulose die Energiekonzentration im Futter reduziert werden ohne die anderen Nährstoffe negativ zu beeinflussen ( leider ist das nicht richtig). Dies ermöglicht eine optimale Versorgung Ihres Hundes mit den notwendigen Nährstoffen ohne die Futtermenge auf ein unnatürliches Maß reduzieren zu müssen.
Auf diese Weise wird eine natürliche Verdauung ( es ist nicht natürlich, dass ein Hund Cellulose verdaut) ermöglicht und zusätzlich zu einem gewissen Sättigungsgefühl des Hundes beigetragen (was auch über Proteine bewirkt werden kann).

 

Leider ist das so nicht ganz richtig.

Cellulosepulver ist eine Faserquelle in Hundetrockenfutter mit dem niedrigsten Nährstoffgehalt überhaupt aber trotzdem ist es als Zusatz im Hundefutter erlaubt.Die offizielle Bezeichnung ist in etwa“reinste, mechanisch hergestellte Cellulose, gewonnen aus alpha-Cellulose aus dem Fruchtfleisch von faserreichen Pflanzen., die einfache Bezeichnung aber ist Sägemehl.

Cellulose ist ein strukturelles Kohlenhydrat dass Bäumen, Gräsern, Pflanzen Stabilität verleiht und es ist das stärkste biologische Polymer der Welt. Chemisch betrachtet ist Cellulose eine Reihe komprimierter Glukoseeinheiten. Während die Basis ähnlich der Stärke- Struktur ist, so ist doch die Verbindung von alpha zu beta entscheidend für die Funktionalität. Struktur, die benötigt man um Häuser zu bauen, aber im Stoffwechsel führt sie zu einigen Veränderungen.

Pflanzenfresser haben ein Enzym mit der Fähigkeit, die Alpha 1,4 Verbindungen in Stärke zu verwandeln (Amylase), das gilt aber nicht für die Beta- Verbindungen. Pflanzenfresser wie etwa Kühe und Schafe, auch Insekten wie die Termiten haben eine Symbiose mit fermentierenden Bakterien und Pilzen, die diese starken Hydrogenverbindungen aufschließen können und die darin enthaltene Energie ziehen können.

Aber was hat das mit Hundefutter zu tun?What does this have to do with pet diets? Ein lohnendes Geschäft, weil Cellulosepulver in großen Mengen verwertet wird.

Die Vor- und Nachteile von Cellulose

Heimtierfutter für übergewichtige Tiere und zum Hair- Ball- Control enthält mitunter Cellulose, auch in hohen Mengen.In Diätfuttern stellt die praktische unverdauliche Celllulose eine nicht bemerkenswerte Energiequelle dar.Großzügig betrachtet ist Cellulose quasi ähnlich der Stärke und liefert etwa 4cal/g aber die verwertbare Energie ist praktisch Null.Damit wird Celluilose zu einem praktischen Werkzeug der Futtermittelindustrie und wird eingesetzt in Diät- und Lightfutter für übergewichtige Hunde. Ohne Cellulose wird es schwierig, ein vergleichbares Material zu finden. Anders als billige Füllstoffe wird Cellulose nicht eingesetzt, um die Produktionskosten zu senken. Der Rohfasergehalt herkömmlicher Cellulosepulver beträgt etwa 75% und der Gehalt an Ballststoffen ist 100%(Kienzle et al., 2001a)und der totale Fasergehalt ist fast 100%. Cellulose besteht überwiegend aus unlöslicher Faser und spielt für den Stoffwechsel von Hund und Katze eine zu vernachlässigende Rolle.  (Sunvold et al., 1995a, b).Wenn Cellulose in hohen Mengen einem Futter zugesetzt wird, kann das sogar einen negativen Effekt haben auf die Verstoffwechselung von anderen Nährstoffen wie etwa Proteine und Mineralien (Muir et al., 1996; Kienzle et al., 2001b). Aber das kann auch ausgenutzt werden in den Fällen von Diabetis,in denen Cellulose eine präventierende Wirkung auf den Blutzucker des Hundes hat.(Nelson et al., 1991, Nelson et al., 1998; 2000), wenn Cellulose in ausreichender Menge dem Futter zugesetzt wird.

Wie auch immer, hohe Mengen an Cellulose sind schädlich für die Verstoffwechselungsprozess, wenn sie längere Zeit eingesetzt wird.

(Hallman et al., 1995), es raubt den Darmbakterienzellen den nötigen Treibstoff, wie etwa Butyrate, durch die herabgesetzte Fermentation, die andere, verdaulichere Fasern liefern können.Und obwohl die erhöhte Menge an unverdaulicher Masse hilfreich sein können beim Hair-ball Problem der Katzen, so erhöht eben diese Masse auch die Kotmenge des Tieres (Silvio et al., 2000).

Herkömmliche Cellulosequellen

Es werden verschiedene Arten an Cellulospulvern angeboten, z.B. von Pinien, Bambus oder Baumwolle. In Tierfuttern wird die Cellulose der Pinien am häufigsten . Dabei beginnt die Produktion der Cellulose in den Fabriken, die Papier herstellen. Die Faserpulpe wird zu langen Bahnen ausgewalzt und dann aufgerollt wie die Rollen für Zeitungsverlage. Danach wird dann dieses "Papier" in einer Hammermühle gemahlen und es entsteht Cellulose für den Nahrungs- /Futtermittelsektor. Der letzte Mahlgang findet dann in einer Kugelmühle statt. In Säcken erreicht es dann die Firmen, in denen es verwendet wird. Der Preis der Cellulose richtet sich nach dem Rohmaterial und der gewünschten Partikelgröße. Bei Tierfutter beträgt die Größe etwa 50 bis 500 micron; je kleiner das Partikel, desto höher der Preis. Anders als die billigen Füllstoffe wird die Cellulose nicht beigesetzt, um die Produktionskosten zu senken. Im Gegenteil, Cellulose kann, je nach Qualität, sogar zu den teureren Bestandteile des Futters zählen. Während üblicherweise Cellulosepulver dem Tierfutter beigefügt wird, gibt es noch höherpreisige Varianten. Microcrystalline Cellulose ist a reinste, teil-depolymisierte  Cellulose , die überwiegend in der Produktion von Tabletten und Pillen Verwendung findet. Carboxymethylcellulose wird gewonnen aus Cellulose die mit Akali and Chloroaceticsäure behandelt wurde. In der Lebensmittelindustrie wird sie als Verdickungsmittel, Stabilisator für Emulsionen und Suspensionsmittler verwendet. Ethylcellulose wird verwendet als Polymer in Überzügen, als Bindemittel und für die kontrollierte Freisetzung von Pharmaceuticals. In Futtermitteln ist es in den USA nur zugelassen als Bindemittel oder Füllstoff in Vitaminpräperaten (AAFCO, 2006).

 

Die Kunst der Balance

Cellulose wird in der Tierernährung eingesetzt um die Kalorien zu senken und den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, machmal auch, um der Verdauung auf die Sprünge zu helfen. Allerdings muss man das abwägen gegenüber der allgemeinen Herabsetzung der Verdaulichkeit des Futters, erhöhtem Kotvolumen und einer herabgesetzten Darmfermentation. Diese Ausgewogenheit muss sehr sorgfältig geschaffen werden, denn zumeist muss dann auch der Gehalt Proteinen, Fetten und anderen Nährstoffen heraufgesetzt werden.Wie auch immer, die Vorteile der Zellulose spielen keine Rolle, denn ein erhöhtes Stuhlvolumen durch die unverdauliche, nährwertlose Zellulose und eine verringerte Fermentation im Darm suind der Preis dafür

Man kann seinem Tier die Cellulose auch ersparen:

Lieber auf das Gewicht des Tieres achten, Hund und Katze mit hochwertigem Futter ernähren und Katzen immer Katzengras zur Verfügung stellen.

Das ist meine dringende Empfehlung!