Was ist Faser


Fasern oder auch Ballaststoffe sind die Pflanzenteile, die nicht durch durch Körperenzyme aufgeschlossen und verdaut werden können (Mayo Klinik, 2012).Ballaststoffe sind enthalten in allen Pflanzen wie auch Gemüse, Früchten, Getreide, Nüssen, Bohnen und Samen.

Es gibt 2 Arten von Fasern: Löslich und unlöslich, und die meisten Nahrungsmittel enthalten eine Kombination aus beiden Arten. Chemisch betrachtet bestehen diese Fasern aus Nicht-Stärke-Polysaccariden wie Arabinoxylanen, Cellulose und anderen pflanzlichen Komponenten wie resistentes Dextrin, Inulin, Wachs, Chitin, Pektin, Beta Glucan und Oligosaccariden.

Diese Fasern erhöhen die Enzymaktivität, allerdings in unterschiedlichen Stärkegraden, abhängig von der Inkubationszeit, dem Gehalt an Faser und der zur Verfügung stehenden Enzymmenge.

 

 

 

 

Lösliche Faser: Wie der Name schon sagt, löst sich diese Fasern Wasser auf.Lösliche Faser nimmt das Wasser im Verdauungstrakt auf, wird zu einer gallertartigen Masse, die dann die Verdauung verlangsamt. Lösliche Faser findet man in Hafer, Erbsen, Bohnen, Apfel, Beeren, Zitrusfrüchten, Karotten, Gerste, Flohsamen und Kürbis.

Durch diese Faser wird die Absorbtion von Nährstoffen gesteigert weil es die Verdauung verlangsamt. Dadurch wird aber auch der Blutzucker stabilisiert, es scheint aber auch das Blutcholesterol zu senken. Lösliche Faser erhöht das Sättigkeitsgefühl.

 

 

Unlösliche Faser geben Ballaststoffe und somit Volumen zum Stuhl und beschleunigen eher den Verdauungsprozess. Diese Fasern sind nicht leicht verdaulich und erhöhen die Darmbewegungen.

 

Unlösliche Fasern findet man in Vollkornweizen, Weizenkleie, Nüssen, Bohnen und manchen Gemüsen wie Blumenkohl, grünen Bohnen und Kartoffeln. (Vorvick, 2012; Universität von ofMaryland, 2011; Mayo Klinik, 2012)

Die Unterscheidung der löslichen und unlöslichen Faser nach deren Fermentierbarkeit ist eine weitere Unterteilung. Schwierig wird es aber, weil beide Arten von löslicher und unlöslicher Faser sowohl leicht fermentierbare als auch schwer fermentierbare Faser enthalten, also in einer Pflanze gemeinsam vorkommen. Dabei wird meist nach der dominanten Faser klassifiziert, wenn sich der Fasertyp nicht auf ein bestimmtes Pflanzenteil bezieht.

Bei einem kommerziellen Hundefutter wird meist nur pauschal der Fasergehalt deklariert. Nicht unterscheidbar ist es dabei, ob zum Beispiel die Faser aus den geschälten Süßkartoffeln stammt (lösliche Faser) oder etwa aus den Süßkartoffelschalen (unlösliche Faser). 

 

Fermentierbare Faser wird im Darm fermentiert und fördert die Darmgesundheit durch die Produktion kurzkettiger Fettsäuren , nämlich Acetat, Butyrat und Propionat, wobei Butyrat die wertvollste kurzkettige Fettsäure ist. Butyrat wirkt stark anti-entzündlich auf die Darmschleimhautzellen und verbessert die Darmfunktionalität indem es die Schleimhautdurchlässigkeit senkt, die Filter der Darmschleimhaut werden also wieder verkleinert und somit die Filterfunktion verbessert. Toxische Stoffe verbleiben somit im Darm und geraten nicht mehr in den Blutstrom. Im Darm nicht aufgebrauchte kurzkettige Fettsäuren gehen in den Blutstrom über, gelangen zur Leber und wirken auch dort anti-entzündlich.

 

Die meisten löslichen Fasern sind hoch fermentierbar, zum Beispiel Pektin aus Apfel und Beere oder auch Hafer. Auch Inulin und Oligofruktose sind wegen ihrer resistenten Stärke hoch fermentierbar. Auch wenn dies zunächst positiv klingt: Zuviel fermentierbare Faser kann Entzündungen im Darm auslösen. Aber wie viel ist zu viel? Dies hängt dann tatsächlich davon ab, wie der einzelne Hund dieFaser verwertet.

 

Hoch fermentierbare Faser führt zu schlechter Stuhlqualität ( z.B. Kohl, Pektin und Guar Gum).

Durchschnittlich fermentierbare Faser führt zu einer adequaten Produktion kurzkettiger Fettsäuren und exellenter Stuhlqualität ( z.B. Rübenmus und Reiskleie).

Schwer fermentierbare Faser führt nicht zur erwünschten Produktion kurzkettiger Fettsäuren ( z.B. Zellulose). Sie dient als Füllstoff und wird gern bei übergewichtigen Hunden verwendet um ein Sättigungsgefühl einzustellen.

 

 

Eine optimale und pauschale Faserzusammensetzung für Hunde gibt es nicht, jeder Hund hat sein individuelles Optimum!

Mittlerweile gibt es eine weitere Klassifizierung, die auch die Fasern betrifft und zunehmend Aufmerksamkeit erregt: FODMAP

 

FODMAP ist ein Akronym für fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccaride und Polyole, es beschreibt eine Gruppe fermentierbarer kurzkettiger Kohlenhydrate.

FODMAP sind Kohlenhydrate (Zucker) die natürlicherweise in Nahrung vorkommen.

 

FODMAP sind:

- Fruktose (Früchte, Honig)

- Latose (Milchprodukte)

- Fruktane (Weizen, Knoblauch, Inulin)

- Galaktane (Leguminosen, Linsen)

- Polyole (Steinfrüchte wie Pfirsich, Nekarine, Aprikose)

 

FODMAP sind osmotisch, bedeutet: Sie ziehen Wasser in den Verdauungstrakt.

 

FODMAP werden möglicherweise nicht besonders gut verdaut und verursachen Probleme wie Durchfall aber auch Verstopfung, Blähungen oder Krämpfe.

 

Eine Reduzierung von FODMAP soll schon bei Manchem die funktionellen Darmprobleme um bis zu 75% verbessert haben.

 

 

 

wenig FODMAP

 

Fleisch, Fisch, Ei, laktosefreie Produkte,

Hartkäse wie Cheddar,Parmesan,Weichkäse wie Brie, Mozarella,Nüsse, Mais, Hafer, Quinoa, Reis, Tapioka, Kartoffel, Banane, Blau- und Cranbeeren, Mandaine, Erdbeere, Karotte, Kohl, Salat, Spinat, grüne Bohnen, Zuccini,Leinsam, Chia, Sellerie, Petersilie, Tomate, Butter, Feta-Käse, Süßkartoffel

viel FODMAP

 

Buttermilch, Mich, Cottagekäse, Ricotta, Bohnen, Linsen, Weizen, Inulin, Apfel, Aprikose, Brombeere, Nektarine, Pfirsich, Wassermelone, Blumenkohl, Knoblauch, FOS, Oligofruktose, Honig, Couscous, Spargel, Brokkoli, Blumenkohl, Kleien,


Leider werden die Nahrungsmittel und auch Fertigfutter nicht exakt nach Fasertype aufgeschlüsselt, aber man kann doch eine etwaige Zuordnung vornehmen:

 

Vollkorn, Nüsse, Leguminosen und Samen enthalten lösliche und unlösliche Fasern.

Kartoffeln und Karotten geben schon durch die Optik ihren Faserreichtum preis.

Wenn ein Nahrungsmittel durch kochen weich wird und andickt, dann ist es ein Hinweis auf lösliche Faser wie z.B. Bohnen, Hafer und Reis. Diese enthalten auch Stärke.

Gemüse, Früchte und Getreide, die gut gekaut werden müssen, enthalten viel unlösliche Faser, z.B. Kartoffelschale, Birne.

Flohsamenschalen enthalten 70% lösliche und 30% unlösliche Fasern.

 

An einem Beispiel erklärt: Doc Futter Lamm Banane (Hundetrockenfutter)

 

Zusammensetzung:

Hauptbestandteile:

Lamm ..............................wenig FODMAP

Banane.............................wenig FODMAP, resistente Stärke, reich an löslicher Faser

weißer Reis.......................wenig FODMAP, reich an löslicher Faser

in geringerer Menge:

Apfelfaser.........................25% lösliche Faser, 75% unlösliche Faser

Bierhefe............................etwa 3% Fasergehalt, auch unlöslich wie Beta Glucan

FOS..................................mehr FODMAP

 

Resistente Stärke in Verbindung mit FOS ist die optimale Kombination für die höchste Produktion von Butyrat im Verdauungstrakt und dies sorgt für eine optimale Bakterienbesiedelung. Dies dürfte z.B. für Hunde mit SIBO oder EPI interessant sein, aber auch für Hunde nach einer Antibiotika- Behandlung.

Wichtige Informationen:

 

für Hunde mit Exokriner Pankreas Insuffizienz:

Faser interagiert mit der Funktion von Enzympräperaten, mitunter wird die Wirkung der Enzympräperate durch Faser auf bis zu 50% reduziert!

Die meisten EPI Hunde kommen am Besten mit löslicher Faser zu Recht, die wenig schwer fermentierbare Faser enthält, es gibt allerdings auch einige EPI Hunde, die mit schwer fermentierbarer Faser besser gefüttert sind. Erbsen scheinen übrigens ein großes Problem für EPI Hunde zu sein.

...mehr lesen zu Pankreatitis

 

für Hunde mit IBD (Irritable Bowel Syndrom):

Wenig FODMAP, Guar Gum ist vorteilhaft

 

für Hunde mit SIBO (bakterielle Fehlbesiedlung des Darms):

Kohlenhydratarme Kost, insbesondere die Reduzierung von Laktose, Fruktose, resistenter Stärke und Faser