Fett in der Tierernährung

Die meisten genießbaren Fette bestehen aus Triglyceriden, sie bestehen aus 3 Fettsäuregruppen.Fettsäuren werden nach der Länge der Carbonketten unterteilt und nach den ggf. vorhandenen Anzahl von Doppelbindungen, Positionen der Verbindungen und nach ihrem Schmelzpunkt.

 

Fette ohne Doppelbindung nennt man gesättigte Fette und normalerweise  sind sie fest bei Raumtemperatur.

Fette, die Fettsäureketten mit Doppelbindung haben, nennt man ungesättigte Fette. Sie sind normalerweise flüssig bei Raumtemperatur. 

 

Fette sind für Hunde und Katzen hochverdaulich, schmackhaft und ein energiereicher Nährstoff.Anders als Menschen leiden Hund und Katze nicht an den verschiedenen Krankheiten, die durch hohen Fettverzehr ausgelöst werden können- sie verstoffwechseln vielmehr in der Art und Weise, wie der Mensch Kohlenhydrate verstoffwechselt. Fett liefert 2 1/4 mal mehr Kalorien pro Gramm im Vergleich zu Proteinen aus Kohlenhydraten.

 

 Darum ist es nicht ratsam, einem Hund mit wenig Bewegung fettreiche Kost zu füttern, aber eine zu starke Kürzung des Fettgehaltes in der Ernährung, manchmal auch aus den falschen Gründen, oder aber auch eine Fütterung von "schlechten" Fetten führen zu den verschiedensten Problemen. Mattes und trockenes Fell aber auch trockene und juckende Haut können das Ergebnis einer solchen Fehlfütterung sein. Der Hundestoffwechsel wandelt übrigens immer zuerst das Fett in Energie um, bevor Proteine und Kohlenhydrate als Energiequelle verstoffwechselt werden.

 

Fett ist nötig für die Zellerneuerung, Nierenfunktion und die Absorbtion fettlöslicher Vitamine wie etwa Vitamin A,D, E und K.

Eine weitere, äußerst interessante aber wenig bekannte Tatsache ist, daß Fett als Wasserquelle im Stoffwechsel funktioniert!. Viel arbeitende Hunde dehydrieren weniger, wenn ihnen eine fettreiche Kost gereicht wird.Der Fettstoffwechsel produziert 107 Gramm Wasser aus 100Gramm Fett. Protein ergibt 40 Gramm Wasser aus 100 Gramm Protein und Kohlenhydrate bringen es auch nur auf 55 Gramm Wasser aus 100 Gramm Kohlenhydrat.

Fett liefert phosphorarme Kalorien und man kann damit gut den Kaloriengehalt eines Futters erhöhen. Mit nur sehr wenigen Ausnahmen erkranken Hunde nicht an zu hohem Cholesterol oder anderen Fett- ufnahme bezogenen Krankheiten des Menschen. Eine dauerhafte Gabe an wirklich zu viel Fett kann für einige Hunde problematisch sein, zumindest gibt es Fälle, in denen eine Diät aus niedrigem Protein- aber hohem Fettgehalt zu einer Pankreatitis führte.

Ist der Hund übergewichtig und wenig aktiv, dann benötigt er nicht viele Kalorien unmd er braucht auch nur eine angemessene Menge Fett. Ist der Hund aber aktiv und benötigt viele Kalorien, dann kann der Fettgehalt des Futters angehobem werden ohne dadurch den Phosphorgehalt zu erhöhen.All zu viel Fett führt zu Durchfall und sehr weichem Kot. Hunde, die zur Pankreatitis neigen, können nicht all zu viel Fett verstoffwechseln. Wenn das Fett darum reduziert wird, muss der Kohlenhydratanteil gesteigert werden ohne allerdings den Phosphorgehalt zu erhöhen.

Der Fettgehalt im Futter sollte nur langsam erhöht werden, um Verdauungsstörungen zu vermeiden und den Fall einer Pankreatitis nicht zu fördern. Sollte der Hund bei der Fettmenge im Futter Auffälligkeiten wie Unwohl sein, Durchfall, Erbrechen oder ähnliches zeigen, ist die Fettmenge soweit zu reduzieren, bis der Hund die Menge toleriert.

Derzeit kann man vielfach lesen, dass Rohfütterer und Barfer explizit Fett beifüttern, z.B. in Form als Rindertalgpulver oder Schaffett. Dabei sollte man aber bedenken:

Fertigbarf-Rationen können oft mehr Fett enthalten als deklariert. Es wird z.B. der Minimum Fettgehalt von 8% deklariert, tatsächlich sind es aber gerade aktuell 18%, weil eben nicht jede Charge aufs Neue untersucht wird auf den Fettgehalt.

 

Da durch das Rohfüttern dem Grunde nach die Ernährung des wilden Vorfahren der Hunde imitiert werden soll, müsste das Futter dementsprechend reich an Protein, moderat im Fettgehalt und etwas ärmer an Kohlenhydraten sein. Tatsächlich aber kommen bei manchen Fertig.- Rohfutterrationen bis zu 75% der Kalorien aus Fett, die Urnahrung jedoch enthielt nur etwa 44% der Kalorien aus Fett. Die Beutetiere waren nämlich ebenfalls ursprünglich und nicht wie das heutige Vieh gezüchtet auf die Produktion von möglichst viel Nahrungsmasse.

So kann es dann sein, dass bei einer Fertig- Rohration nur 25% der Kalorienmenge aus Protein stammen, statt 50% der Kalorienmenge bei der Ur- Nahrung.

Dies sollte man bedenken, wenn man Fett zufüttern will!

Interessanterweise gab es Versuche, in denen Hunde selbst ihre Futterration wählen konnten. Dabei handelte es sich um Schnauzer, Papillon, Cocker Spaniel, Labrador und Bernhardiner, allesamt moderne Familienhunde. Man gab des Hunden jeweils 3 Rationen zur Auswahl, entweder reich an Fett, an Protein oder reich an Kohlenhydraten. Und man kam zu einem erstaunlichen Ergebnis:

 

Alle Hunde bevorzugten die Mahlzeit mit der Verteilung an den Makronährstoffen Protein, Fett und Kohlenhydraten wie folgt:

 

30% der Energie aus Protein, 63% der Energie aus Fett und 7% der Energie aus Kohlenhydraten.

 

Alle Hunde bevorzugten die gleiche Zusammenstellung, ausgenommen es wurde eine zuckerreiche Ration angeboten. Die Hunde haben diese dann bevorzugt, frassen aber insgesamt dann soviel, bis die o.g. Energiemenge aus Proteinen aufgenommen worden war.

 

Zum Vergleich untersuchte man das Makronährstoff- Verhältnis bei der Futterration von Wölfen. Bei ihnen kam es dann zu dieser Aufteilung der Energiemengen:

 

52% der Energie aus Protein, 47% der Energie aus Fett und 1% der Energie aus Kohlenhydraten.

 

 

Und jetzt noch eine besorgniserregende Zahl:

 

In der Zeit von 2006 bis 2011 stellte man in den USA bei einer Erhebung der medizinischen Daten von 2,2 Millionen Hunden in den USA fest, dass die Zahl der Diabetiserkrankungen um 32% zugenommen hatte. Und dies trotz des bereits damals bestehenden Trends zur Rohfütterung! Bedeutet: Trotz der Entscheidung von immer mehr Hundehaltern, den Hund nicht kommerziell sondern roh zu füttern, ist die Zahl der Erkrankungen an Diabetis massiv angestiegen.

 

 

http://www.buttermakesyourpantsfalloff.com/dogs-high-fat/

http://nutritionfacts.org/video/lipotoxicity-how-saturated-fat-raises-blood-sugar

Endocrine Society. “Adolescents’ high-fat diet impairs memory and learning”. ScienceDaily. Retrieved June 18, 2013 from sciencedaily.com/releases/2013/06/130617110813.htm.