Grundsätzliches zur Verwendung von Getreide im Hundefutter

Getreideproteine sind weniger verdaulich als tierische Proteine. Diese Proteine und nicht argerechten Kohlenhydraten können (!) zu Allergien und Störungen des Immunhaushaltes führen.

 

Hunde besitzen nicht das Verdauungsenzym das gebraucht wird, um Getreide bestmöglich zu verstoffwechseln. Auch das Kauen , ein weiterer Faktor zur Verdauung von Getreidekost, ist den Hunden nicht eigen. Vielmehr packen sie ihr Futter und schlingen es in mehr oder weniger "passenden" Brocken hinunter.

Das ist das naturgegebene Fressverhalten des Hundes. Die Verdauung der Nahrung beginnt beim Hund erst im Magen, und nicht bereits beim Kauen und Einspeicheln der Nahrung wie beim Menschen im Mund.

Lebewesen, die Getreide als natürliche Nahrungsquelle aufnehmen, haben einen längeren Verdauungstrakt, als der Hund. Im Vergleich zum Pflanzenfresser beträgt dieser beim Hund etwa nur 1/3 der Länge.

Aus diesem Grund muss das Getreide für den Hund vorher aufgeschlossen werden durch Kochen, Einweichen oder Fermentieren oder Dämpfen.

Schlecht oder halbherzig vorbereitetes Getreide und die dadurch bewirkte schlechte Verdauung führt beim Hund zu großen Kotmengen von halbweicher Konsistenz. Billige Fertigfutter mit hohem Getreideanteil führen gewichtsmäßig darum zum selben Mass an Kotabsatz, wie Futter in den Hund gefüttert wurde.

Man kann sich dann vorstellen, in welcher Menge dann überhaupt noch Nährstoffe verstoffwechselt wurden.

 

Getreide, die viel Kleber enthalten, werden im Körper zu Zucker umgewandelt und können gegebenenfalls auch Zahnprobleme verursachen. Aber auch Zahnbeläge und Zahnstein oder auch schlechter Atem rühren daher.

Nahezu getreidefrei ernährte Hunde haben diese Probleme nicht.

 

Durch die Zuckerüberladung kann es im Körper auch zu einem vermehrten Hefewachstum kommen. Allergien, Ohreninfektionen, Hautprobleme, Gelenkprobleme, schlechte Verdauung und anderen den Magen- Darmtrakt betreffende Gesundheitsstörungen können auftreten.

Chronische Pilzinfektionen führen zu chronischen Problemen, aber auch exessivem Kratzen, Augen- und Ohreninfektionen, Hot Spots, Darmstörungen, Leber- und Blutinfektionen, Arthritis, Cushing aber auch Diabetis.

Hüftdiysplasie war bis etwa 1935 noch völlig unbekannt, zu diesem Zeitpunkt gab es die ersten kommerziellen Hundefutter, in denen  Getreide und künstliches Kalzium verarbeitet wurden. Sicher gibt es für diese Erkrankung auch eine genetische Disposition, aber der Einfluss durch die Fütterung sollte nicht missachtet werden.

Hunde, die überwiegend mit Getreide gefüttert werden, altern schneller und entwickeln früher degenerative Erkrankungen, wie z.B. Arthritis,Krebs,Diabetis und Probleme mit der Bauchspeicheldrüse.

Viele Hautprobleme, Allergie-Erkrankungen und Arthritis- Beschwerden sind die Antwort auf die getreidehaltige Fütterung des Hundes.

 

Interessant ist auch das Reis, der sehr häufig in Hundefuttern verarbeitet wird, den niedrigsten Gehalt an Proteinen hat und diese Proteine auch nur eine mindere Wertigkeit besitzen. Andererseits werden die Reisproteine am Besten vom Hund verstoffwechselt, während die Proteine anderer Getreide nur zum Teil verstoffwechselt werden können. Vermutlich wird der Grundstein für eine allergische Reaktion des Hundes bereits in der Welpenphase gelegt, wenn der junge Hund mit getreidereicher Kost gefüttert wird.

 

Ganzes Getreide und andere Saaten haben eine pflanzliche Säure in der Aussenhülle. Diese Säuren binden sich an Kalzium und blockieren so die Verstoffwechselung. Phytate verhindern die Absorbtion von Kalzium im Darm.

Durch das Aufschliessen des Getreide durch Hitze werden diese Schadstoffe reduziert. Aber auch der Mangel an Lysin beeinflusst die Nährstoffaufnahme.

 

Die Aminosäure Lysin gewährleistet die Kalziumaufnahme im Körper und dessen Verwertung. Der Mangel an Lyson in Kombination mit Phytaten aus nicht oder schlecht aufgeschlossenem Getreide, beeinträchtigt die Aufnahme und Verwertung von Kalzium, Zink, Selen und Chrom im Körper. Genau diese Mineralien sind auch problematisch bei einem Diabetiker!

Diese Tatsache trifft für den Menschen genau so zu, wie auch für Hund oder Pferd. Gerade beim Pferd wird allgemeinhin angenommen, dass es bedenkenlos mit Getreide, wie z.B. Hafer, gefüttert werden kann. Tatsächlich aber werden Chips, die sog. Gelenkmäuse, beim Pferd durch die Fütterung von Getreide bereits im jungen Alter, gefördert. Die Entstehung vom Equinen Metabolischen Syndrom wird ebenfalls dadurch extrem gefördert und dass daraus dann auch das Cushing entsteht, ist erst seit wenigen Jahren bekannt.

 

Soja ist ein anderer gebräuchlicher Zusatz, welcher als Protein- und Energiequelle dient. Manche Hunde reagieren auf Sojaanteile im Futter mit Blähungen, andere vertragen es ohne Probleme. Soja wird oft in vegetarischen Hundefuttern verwendet.

 

Dennoch sollte man nicht immer auf alle Getreide verzichten. Das ein oder andere Getreide kann in vernünftigen Mengen äusserst positiv eingesetzt werden.

 

 

 

Wie Gluten im Körper des Menschen, vermutlich aber auch bei den Tieren, wirkt.

Gluten ist für den Körper schwer zu verstoffwechseln.Proteine sind Ketten aus miteinander verbundenen Aminosäuren.Es gibt verschiedene Proteine sich durch die spezielle Aneinanderreihung der Aminosäuren unterscheiden. Jede Proteinart hat seine eigene Aminosäurensequenz. Werden Proteine verdaut, dann werden die Proteinketten in die einzelnen Aminosäuren zerlegt, damit der Körper sie für den Aufbau und die Repararatur der Zellen verwenden kann.

Man muss es sich so vorstellen, als würde man die Perlen einer Kette einzeln abschneiden. Das Problem bei manchen Menschen ist, dass mindestens 1 von 10 das Enzym fehlt, mit dem Gluten aufgespalten werden kann. Die Aminosäuresequenzen im Gluten sind nur schwer aufzuspalten.

Das Glutenfragment, dass aus 5-7 Aminos besteht, nennt man Peptid. Dieses Peptid scheint die Ausschüttung von Zonulin zu fördern.

 

Normalerweise kann nur verdauter Nährstoff den weg durch die Darmzellen in den Blutstrom finden. Die Darmzellen sind im Normalfall dicht miteinander verklebt, damit nur komplett verdaute Nährstoffe durch die Zellen in das Blut übergehen können.Tight Junctions (lat. Zonula occludens) sind schmale Bänder aus Membranproteinen, welche die Verbindung zwischen den Epithelzellen der Darmschleimhaut herstellen. Die Tight Junctions verschließen den Zellzwischenraum und bilden somit eine para-zelluläre Diffusionsbarriere. Diese intestinale Barriere kontrolliert den Fluss von z.B. gelösten Aminosäuren, Zuckern und Fettsäuren sowie Immunglobulinen, aber auch immunogenen Nahrungsmittel-proteinen, bakteriellen Lipopolysacchariden oder Candidaantigenen. 

 

Die Tight Junctions werden durch die Sekretion von Zonulin im Darm gestäuert. Je mehr Zonulin vorhanden ist, umso durchlässiger wird die Darmschleimhaut.

 

Eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut bedingt eine verstärkte Konfrontation des Darm-Immunsystems mit Nahrungsmittelbestandteilen, aber auch Fremdantigenen jeglicher Art sowie Nahrungsmittelzusatzstoffen. Desweiteren können Bakterien (v.a. bei Dysbiose), Schimmelpilze und Hefen (Candida-Spezies) sowie deren Stoffwechsel-produkte als Trigger einer Immunaktivierung und Vermittlung einer systemischen Entzündung deutlich wirksamer sein, wenn die Selektionsfunktion der Darmschleimhaut fehlerhaft ist. Klinisch zu beobachten ist dieses nicht nur bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sondern auch nach längerfristigen antibiotischen Therapien die nahezu immer auch mit Anstiegen des Zonulins einhergehen.

 

Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Zöliakie, Diabetes mellitus aber auch anderen Autoimmunerkrankungen sowie gestörter Darmflora z.B. nach antibiotischer Therapie konnte gezeigt werden, dass erhöhte Zonulinspiegel im Serum mit einer gesteigerten Darmschleimhautdurchlässigkeit einhergehen.Bei Patienten mit Zöliakie konnte man zeigen, dass bei strenger Gluten-freier Diät die Zonulinspiegel parallel zum Abfall von Entzündungsparametern zurückgehen.

 

Die Arbeitsgruppe um A. Fasano stellten fest, dass bei Zöliakie- und Typ-1-Diabetes-mellitus-Patienten das Zonulin-Zonulinrezeptor-System stärker aktiviert ist. Patienten mit aktiver Zöliakie zeigen erhöhte Konzentrationen von Zonulin und Zonulin-Antikörpern im Vergleich zu Nicht-Zöliakiepatienten und Patienten in Remission unter glutenfreier Diät.

Im Hinblick auf den autoimmunbedingten Typ-1-Diabetes konnte in Versuchen mit Ratten gezeigt werden, dass der Anstieg der Zonulin-Spiegel und die erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand einer Typ-1-Diabeteserkrankung zeitlich vorausgehen. Umgekehrt konnte im Tierexperiment ein Typ-1-Diabetes verhindert werden, wenn das Protein Zonulin blockiert wurde.

Darüber hinaus wurde berichtet, dass viele Zöliakiepatienten auch an anderen Autoimmunkrankheiten leiden. Es wird vermutet, dass bei der Entwicklung von Zöliakie und anderen Autoimmunerkrankungen wie insulinabhängiger Diabetes, Multiple Sklerose und Rheumatoide Arthritis, erhöhte Zonulin-Spiegel einen entscheidenden Faktor darstellen.

 

Eine Zoeliakeerkrankung kann durch einen Bluttest auf Transglutaminase Antikörper nachgewiesen werden.

Glutenunverträglichkeit,Zoeliake und anderes

Gluten- Intoleranz oder auch Zoeliake tritt auch bei Tieren auf. Viele Haustiere reagieren glutensensitiv, ohne daß dies erkannt wird. Einen ausführlichen Bericht dazu findest Du hier.