Glukosamin und Chondroitin

Das sind die Bestandteile des gesundenKnorpels. Während Glukosamin der Baustoff für den Knorpel ist, ist Chondrotin das entsprechende „Pflegemittel".

Der Aminozucker Glukosamin kommt im Körper an vielen Stellen vor, zum Beispiel im Bindegewebe, im Knorpel und in der Gelensflüssigkeit. Chondroitin hingegen ist die Vorstufe von Glukosamin und wird im Verdauungstrakt eben zu Glukosamin umgewandelt,

Hergestellt werden diese Stoffe heutzutage meist aus Schalentieren des Meeres, aber auch aus Insekten oder einer bestimmten Pilzart. Dabei wird das Chitin daraus zu Glukosamin und Chondroitin umgearbeitet. Aber auch Haifischknorpel, Rinderohren, Schweinetrachea und Schweinenase sind ergiebige Quellen zur Produktion dieser Stoffe.Beide Stoffe gelten als Nahrungsergänzungen und nicht als Medikament.

Aus Chitin wird auch Chitosan produziert, dass in der Ernährung als Fettblocker Verwendung findet.

Das Arzneimittel Glukosamin Stada, welches ausdrücklich mit Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit bei leichter bis mittlerer Arthrose beworben wird, kann mit einer Dosierung von 1.500mg nur in den Apotheken erworben werden.

Glukosamin Nahrungsergänzungen mit einer Dosierung bis 1.200mg sind frei verkäuflich, dürfen aber nicht mit einer gesundheitlich bezogenen Aussage beworben werden.

Es ist schwierig, zuverlässige Aussagen zu den Wirkungen von Glukosamin und Chondroitin zu finden. Es gibt sowohl negative, als auch positive Studien.

Die privaten Stimmen jedoch sind stets positiv und Glukosamin und Chondroitin werden durchweg als positives Instrument bei Arthrosen und gelenkbezogenen gesundheitlichen Störungen bewertet. Während des Schreibens dieses Berichtes erschien es mir zeitweise so, dass von öffentlicher Stelle eine positive Bewertung dieser Stoffe nicht gewünscht ist. Auf einer Internetseite fand ich sogar die spannende Erkenntnis, das positive Studienergebnisse zumeist nur in kleinsten Gesundheits- Informationsbroschüren veröffentlicht werden, die negativen Studien aber durchaus schon in solchen Medien wie „Deutesche Ärztezeitung" oder „Apothekerumschau" erscheinen.

In der Universität in Pisa jedenfalls markierte man Chondroitinsulfat mit einem schwach radioaktiven Marker und auf diese Weise gelang der Nachweis, wie unterschiedlich, je nach Darreichungsform, das Chondroitin resorbiert wurde. Dabei wurde zu aller Erstaunen auch festgestellt, dass sich Abbauprodukte des Chondroitin auch im Blut und Gewebe der Probanden wiederfanden. Das Chondroitin konnte entzündliche Entwicklungen im Körper sogar verhindern. Auch kollagenverändernde enzymatische Prozesse im Körper konnten durch das Chondroitin erfolgreich eingedämmt werden.Mit dem Suchbegriff: anti-inflammatory activity of chondroitin sulfate" findet man bei Google entsprechende Informationen.

Mit den Worten: Biochemical basis of the effect of chondroitinsulphate on osteoarthritis articularb tissues" stösst man dann auf Informationen des Hospital del Mar in Barcelona, die aussagen, dass Chondroitin sehr wohl erfolgreich bei Osteoarthritis eingesetzt werden kann.Tatsächlich hat Chondroitinsulphat auch entzündungshemmende Eigenschaften und ist nicht einfach nur ein Schmierstoff für die Gelenke. Wie dem auch sei, Glukosamin und Chondroitin sind nicht patentierbare Stoffe und somit für die Pharmaindustrie nicht interessant. Tatsächlich gibt es kaum Nebenwirkungen, wenn man diese Nahrungsergänzungen zu sich nimmt. Gewarnt wird vor dem Verzehr von Glukosamin, wenn blutgerinnungshemmende Mittel eingenommen werden, da Glukosamin die Wirkung dieser Mittel verstärken kann (Bundesamt für Risikobewertung).

Ebenso hat die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), die sich mit den gesundheitsbezogenen Werbeaussagen befasst, festgestellt, dass die bisher eingereichten Gutachten über die gesundheitsbezogenen Angaben von Glukosamin keinen ausreichenden wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit darstellen. Aus diesem Grunde ist eine Bewerbung der Nahrungsergänzungsmittel Glukosamin und Chondroitin mit gesundheitsbezogenen Aussagen irreführend und somit verboten.

Nun, in diesem Fall muss tatsächlich jeder für sich den Nutzen dieser Nahrungsergänzungen abwägen. Ich selbst nehme seit einigen Zagen Hyaluronsäure zu mir, ein Glukosaminglykan, und es scheint, als hätte ich darin tatsächlich ein Defizit und diese Nahrungsergänzung wirkt sich gerade „ausgleichend" und positiv auf mein Befinden aus.

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