Warum gebarfte Hunde mitunter weniger trinken und worauf es bei der Ernährung wirklich ankommt

Wie oft kann man es lesen in den einschlägigen Webseiten und sozialen Netzwerken: Erhöhe einfach den Fettgehalt in der Barf- Ration.

Fett ist hoch verdaulich und schmackhaft und liefer auch Energie. Fett ist wichtig für gesunde Haut und gesundes Fell, für die Fortpflanzung, Nierenfunktion und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine wie A, D, E und K. Es ist die Hauptquelle für Energie, 1 Gramm Fett liefert 2,4 mal mehr Energie als 1 Gramm Protein oder 1 Gramm Kohlenhydrate. Was weniger bekannt ist: Fett ist auch eine metabolische Quelle für Wasser.100 gramm Fett bringen 107 Gramm Wasser, 100 Gramm Protein dagegen 40 Gramm Wasser und 100 Gramm Kohlenhydrate  55 Gramm Wasser.

Allerdings ist das Verhältnis der Fettsäuren ganz ganz wichtig!Im richtigen Verhältnis reduzieren sie die Produktion der Entzündungsmediatoren in Haut, Plasma und Neutrophilen. 


"Hunde werden richtig gesund, wenn man sie nur barft oder roh ernährt."

Dies ist eine Behauptung die bislang wissenschaftlich nicht untermauert wurde. Jedes Tier ist gesund, wenn seine Nahrung alle wichtigen Nährstoffe in den richtigen Mengen enthält. Wenn aber auch nur ein Nährstoff fehlt oder in zu geringer Menge enthalten ist, wird das Tier irgend wann Zeichen einer Fehlernährung zeigen, vielleicht wird es auch krank oder stirbt sogar.

Manche Defizite offenbaren sich schon nach kurzer Zeit, andere Defizite benötigen etwas länger, bevor das kritische Stadium erreicht ist und andere Krankheiten dadurch ausgelöst werden. Dies gilt nicht nur für Defizite, sondern auch für die exessive Aufnahme mancher Nöhrstoffe. Der Schlüssel zu einem gesunden Tier ist nicht die Frage, ob roh gefüttert wiird oder zubereitetes Futter gereicht wird. Es ist einzig und allein die ausgewogene Ernährung, die auf die individuellen Bedürfnisse des Tiieres eingeht.

Barf-Mythologie

Ein Teil der Hundebesitzer vertrauen auf die Aussagen einer recht "presenten" Gruppe von Menschen, die die Rohfütterung des Hundes als eintig artgerechte Fütterwungsweise betrachten. Natürlich wurde vor Jahrzehnten der Hund auch nicht mit kopmmerziellem Tierfutter ernährt. Die Fütterung ist allgemein bekannt unter dem Namen "Barf", Bones and Raw Food.

Nur all zu oft werden von den Befürwortern des Barf Aussagen gemacht, die zwar zunächst plausibel klingen jedoch bei näherer Betrachtung jeder Argumentationsgrundlage entbehren. Bei diesen Aussagen stechen die folgenden ganz besonders heraus und sind sehr populäre Mythen des Barf:

 

Mythos 1

Es wird behauptet, daß moderne wilde Caniden und der Haushund sich sehr ähnlich sind und darüber hinaus die Haushunde die gleiche genetische Entwicklung und daher auch die gleichen Nährstoffbedürfnisse wie die wilden Verwandten haben.

 

Mythos 2

Haushunde erkrnaken häufiger als wilde Caniden und haben eine kürzere Lebenserwartung gegenüber wilden Caniden wie etwa Wolf oder Cojote, die insgesamt gesünder seien und dadurch ein höheres Lebensalter on der Wildnis erreichen.

 

Mythos 3

Gebarfte Hunde haben weniger Parasiten. 

 

Mythos 4

Es wird behauptet, mit Barf ernährte Hunde zeigen weniger oft Futterintoleranzen oder andere Reaktionen auf Futter wie etwa Allergien.

 

Mythos 5

Rohe Fleischknochen sind gesund für Haushunde.

 

Mythos 6

Rohes Futter ist gesünder als gegartes Futter, insbesondere wegen des Verlustes der Mikro- Nährstoffe beim Kochprozess.

 

Diskussionen über das Barfen basieren zu einem hohen Grad auf Mythen, die durch fanatische Verfechter der Barf- Maschinerie ins Leben gerufen werden. Diese Verfechter verkaufen meist selbst die aktuellsten Videos zum Thema, Bücher, Zusatzmittelchen, Futter und andere themenbezogene Dinge.

 

Barfer verurteilen typischerweise jedes gegenteiliges Studienergebnis als Marketingsinstrument der Futtermittelindustrie, die die Forscher im Griff hat. Gleichzeitig aber akzeptiert die Barf- Gemeinde die Aussagen ihrer "Lieferanten" und ihrer "Presse", ohne kritisch zu hinterfragen.

Über die Kompetenz oder den wissenschaftlichen Wert dieser sogenannten Barf- Experten wird nicht gezweifelt, wohl aber werden offizielle und überwachte Studien konsequent ignoriert oder aber mit unhaltbaren Argumentationen beiseite geschoben.

In diesem Artikel werden nun einige dieser Mythen näher betrachtet. Ganz richtig sagte mal ein Barfer: Die Entscheidung für Barf ist eine sehr emotionale Entscheidung. Doch unsere Emotionen führen uns mitunter auch in die falsche Richtung.

 

Evolutionäre Gleichheiten - Mythos 1

Etwa 8 Millionen Jahre vor unserer Zeit kämpften zwei Arten von frühen Caniden um ihr Überleben. Der Epicyon war ein großer, kräftiger Carnivore der dem heutigen Wolf ähnelte. Seine Beute entsprach dem heutigen Hirsch oder Elch. Der zweite frühe Canid hiess Eucyon und teilte zu dieser Zeit seinen Lebensraum mit dem Epicyon. Der Eucyon hatte in etwa die Größe eines Fuchses und kenzentrierte sich mehr auf die Jagd kleinerer Beutetiere und jedes anderen nahrhaften Futters. Der größere Epicyon folgte seiner Beute und letztlich satrb er zeitgleich mit den Beutetieren aus. Der anpassungsfähige Eucyon aber überlebte wegen seiner Zähne mit denen er sowohl Fleisch als auch Pflanzen fressen konnte. Der Eucyon  blieb ein Teil der Alten Welt und vielleicht finden sich noch Spuren dieser Art im modernen Wolf. Vor etwa 800.000 Jahren kam der Wolf aus der Arktis in unsere Breitengrade.

Robert Wayne PhD, Forscher und Gen- Experte der University of California in Los Angeles untersuchte die DNA von Hunden und Wölfen. Wayne's letze genetiische Studien lassen vermuten, dass die Vorfahren des einger Hundearten vor etwa 100.000 Jahren vom Wolf abspalteten. Wayne's Arbeit umfasst 147 Hunde aus 67 Rassen und 162 wilde Caniden aller Spezies der Welt.Es gibt Funde von Überresten des Wolfes und des Menschen in früheren Fossilien, die etwa 400.000 Jahre alt sind. Aber Fossilien des Wolfes und des Menschen selbst datieren auf die Zeit vor etwa 14.000 Jahren. Aus diesem Grund nahm man zunächst an, dass die Haushunde sich vor etwa 14.000 Jahren entwickelten.In der neusten Studie aber untersuchten Wayne und sein Team mitchondriale DNA von Hunden, Wölfen, Cojoten und Schakalen. Diese DNA entwickelt sich auf spezielle Weise.

 

Die gleiche Untersuchung wandte der Genetiker Carlos Bustamente an, um festzustellen, wann Adam und Eva tatsächlich gelebt haben könnten. Für die Untersuchung nutzt man die geschlechtsspezifischen Unterschiede des Erbgutes, die mitchondrientale DNA, die ausschließlich von Müttern auf die Nachkommen vererbt wird. Man verglich die mDNA mit den Y- Chromosomen des Mannes und errechneten daraus, dass Adam und Eva vor etwa 99.000 - 156.000 Jahren gelebt haben müssen.

Es wurde das Erbgut von 69 Menschen aus 9 verschiedenen Regionen der Erde ausgewertet, um so dem wahrscheinlichen Alter von Adam und Eva auf die Spur zu kommen.

 

Wayne konnte in dieser DNA so viele Veränderungen nachweisen, dass er zu dem Schluss kam, dass sich der Haushund bereits vor etwa 100.000 Jahren schon vom Wolf genetisch entfernte.

Wayne hatte eigentlich erwartet, dass er beim Hund DNA Sequenzen finden würde, die denen des Wolfes ähneln würden.

Er erwartete nur wenig Abweichung zu finden, tatsächlich aber gab es davon ganze 26. Weiterhin fand Wayne keinen Hinweis, dass sich der Haushund aus Schakalen oder Cojoten entwickelt hätte.

Die Forscher fanden 4 einzelne genetische Gruppen in der Hundewelt. Das lässt vermuten, dass die Vorfahren des Hundes in einem Zeitfenster von etwa 100.000 Jahren domestiziert wurden und dass nicht ein einziger Vorfahr des Wolfes etwas mit dem Hund gemein hat. In einer ähnlichen Studie von Vila und Maldonado in der Abteilung Evolutionsbiologie an der Uppsala Universität in Schweden bewies das untersuchte DNA- Material einen Zeitraum von etwa 135.000 Jahren als Zeitraum der genetischen Entwicklungs- Differenz zwischen Haushund und Wolf. 

Die DNA von Kojote, Fuchs und Schakal unterscheidet sich gründlich von der DNA des Haushundes. Das trennt den modernen Kojoten, Fuchs und Schakal vom modernen Haushund durch mehr als 400.000 Jahre Evolutionsgeschichte. Jeglicher Vergleich zu dieser Gruppe wilder Caniden mit dem modernen Haushund ist unsinnig und daher bleibt nur der Wolf als möglicherweise nahestehenstem Verwandten der wilden Caniden. Ebenso ist es interessant zu wissen, dass die DNA Hybridisierung des Caninen vor über 50. Millionen Jahre aus der Gruppe der Carnivoren erfolgte. Zu den Carnivoren gehören auch reine Pflanzenfressser, nämlich die Panda Bären (Ailuropoda melanoleuca).

Möglicherweise gab es eine symbiotische Beziehung, in der die Vorfahren des Haushundes mit dem Vorfahren des modernen Menschen lebten. Und vielleicht haben gerade diese Tiere, die sich den Menschen anpassten und ihnen vielleicht sogar Unterstützung bei der Jagd und Schutz des Lagers boten, besser überlebt als andere Artgenossen der damaligen Zeit.

Als Konsequenz der natürlichen Selektion kam es dann vielleicht auch zu einer genetischen Veränderung. Diese Veränderungen gaben den Tieren verbesserte Anpassungsmöglichkeiten in das leben des Menschen. Nicht die wilden Tiere, sondern die Tiere, die sich von den Essensabfällen des Menschen ernähren konnten waren die Gewinner der DNA- Lotterie. So könnten etwa 100.000 Jahre des Zusammenlebens zur Entwicklung der speziellen DNA des Haushundes geführt haben. Die wilden Tiere wurden zu freundlich veranlagten Tieren in verschiedenen Größen, Fellfarben und anderen heutigen rassespezifischen Eigenheiten mit teilweise sehr unterschiedlichen Nahrungsgrundlagen. Evolution und Mutation waren die Voraussetzung für die heutigen Gene der wilden Caninen Urahnen um den Prozess der Domestikation zu vollbringen. Die Idee der Zähmung eines wilden Tieres um daraus ein Haustier zu züchten ist weder sinnvoll noch plausibel, denn es braucht die genetische Mutationskraft.

Coppinger and Coppinger schreiben in Ihrem Buch Dogs ganz treffend: "eine grundsätzliche Veränderung braucht zunächst eine genetische Veränderung. Wenn es nicht so wäre, dann könnte jederzeit ein wildes Wolfbaby zum Haustier gemacht werden.

Selbst die Halter von Savannah Katzen, einem Mybriden (Mix) aus Serval und Hauskatze stossen regelmässig an ihre Grenzen als Haustierhalter.

Befürworter des Barf behaupten, dass Haushunde und wilde Caniden ähnliche Ernährungsansprüche stellen. Solche Behauptungen ohne wissenschaftlichen Hintergrund sind einzig und allein Meinungen. Die Barfer möchten einem Glauben machen, dass in den 100.000 Jahren die der Haushund beim Menschen lebte und sich von dessen Nahrungsabfällen ernährte, keine Weiterentwicklung des Verdauungstraktes erfolgte und dass sich auch der ährstoffanspruch des Tieres nie veränderte.

Allein der unübersehbare Unterschied zwischen einem 2kg Chihuahua und einer Dänischen Dogge vollzog sich innerhalb von weniger als 14.000 Jahren. Die Trennung von Haushund und Wolf aber liegt schon 100.000 Jahre zurück und nun behaupten Barfer aller Ernstes, Haushund und Wolf unterscheiden sich nicht in der Ernährung und in den Nährstoffansprüchen.

Ein gutes Beispiel für die Veränderung zwischen Haushund und Wolf durch natürliche Selektion findest man im Auge der Tiere. Man studierte die topografische Verteilung der retinalen Ganglionzellen bei 7 Hunderassen und dem Wolf. Der Wolf besitz als besonderes Feature  durschnittlich rund 200.000 Gangliozellen wohingegen der Haushund nur auf 115.000 Zellen kommt. Evolution und natürliche Auslese reduzierten das Sehvermögen des Haushundes um etwa die Hälfte im Vergleich zur Sehkraft des Wolfes. Jetzt aber sagen Barfer, es gäbe keinen biologischen oder physiologischen Unterschied zwischen Hund und Wolf.

 

Weitere markante evolutionäre Veränderungen finden sich in der Literatur. In einer Studie mit 2,959  Hunden aus 40 verschiedenen Rassen in der genetisch die mtDNA untersucht wurde, zeigte sich, dass die Haushunde höhere Werte an Heterzygositen im Vergleich zum Wolf hatten. Auch Unterschiede in der Muskulatur, in der Stärke der Sehen und Bänder, in den Darmwandarterien und viele weitere besondere Unterschiede der Organe und Fähigkeiten wurden schon bestätigt.

Die emotionale Entscheidung des Barfers seinen Haushund zu füttern wie ein wildes Tier ist ohne jeglichen wissenschaftlichen Hintergrund und kann in mnachen Fällen das Tier sogar gefährden.

 

Wer den Ernährungsbedarf des Hundes dem Ernährungsbedarf des Wolfes gleichstellt, der ignoriert die Tatsache von 100.000 Jahren natürlicher Auslese und Evolution und insbesondere genetische Veränderungen. Keine Kreatur steht still in seiner Evolution. Die Urahnen des  Hundes entschieden sich für ein Leben mit den Nahrungsresten des Menschen, ob nun roh oder gekocht, Gemüse oder Fleisch. Die, die überlebten, überlebten wegen der natürlichen Auslese. Sie überlebten nicht, weil sie ihren genetischen Code nicht verändern konnten. Weil aber der Wolf nicht davon abhängig war, sich von den Nahrungsresten des Menschen zu ernähren, musste er sich auch nicht anpassen und darum blieben seine Nahrungsansprüche unverändert. Wer also behauptet, die Ernährung von Hund und Wolf sei die gleiche, der ignoriert schlichtweg die Geschichte, die Wissenschaft und die Logik.

Lebenserwartung und Gesundheit - Mythos 2

Barfer behaupten regelmäßig, dass der domestizierte Haushund anfällig ist für Krankheiten und wegen der Fütterung mit kommerziellem Futter ein mieses Leben führt. Sie vergleichen einfach wilde Caniden wie Wolf oder Schakal mit dem Haushund und posaune ihre Annahme heraus, dass der Haushund ein gesteigertes Anfälligkeitspotential für Erkrankungen aller art besitzt. Mehrheitlich führen das die Barfer auf die Fütterung mit kommerziellem Futter zurück, auf keinen Fall aber könne das Barfen eine solche Erkrankung auslösen.

Die Lebenserwartung des Haushundes ist während der letzten 50 Jahre bedeutend angestiegen.

Vorrangig durch die verbesserte tierärztliche Versorgung, Impfung und Ernährung, also aus Gründen, die von Barfern attackiert werden. Barfer empfehlen die Ernährung der wilden Caniden zu imitieren. Wie wir aber bereits wissen, ist die Genetik und Evolution der Haushunde und der wilden Caniden gänzlich unterschiedlich. Andererseits trennten sich die Wege von Hund und Wolf vor etwa 100.000 Jahren und der Wolf ist nur noch ein sehr entfernt Verwandter. Der Widerspruch in der Logik der Barfer offenbart sich, wenn man sich die Lebenserwartung des modernen Wolfes betrachtet.

· Die Lebenserwartung des Grauen Wolfes in der freien Wildbahn beträgt etwa 8 Jahre, in Gefangenschaft und bei Fütterung mit kommerziellem Futter wird diese Grenze überschritten, der Wolf lebt länger. 

· Die Lebenserwartung des mexikanischen Wolfes beträgt 15 Jahre in Gefangenschaft, dieses hohe Lebensalter erreicht er in der Wildnis nicht.

· Die Lebenserwartung des Roten Wolfes in der Freiheit beträgt 4 Jahre, in Gefangenschaft und mit kommerziellem Futter werden daraus 15 Jahre.

 

Offensichtlich beeinflussen multiple Faktoren die Lebenserwartung. Auch die Größe einer Rasse spielt eine signifikante Rolle. Kleine Rassen leben gewöhnlich länger als andere Haushunderassen oder ihre wilden Caniden- Cousins. Während Wölfe in freier Wildbahn nur 4-8 Jahre alt werden ist von dem kleinen Kojoten bekannt, dass er mehr als 15 Jahre alt werden kann in freier Wildbahn.

 

Interessanterweise empfehlen die zuständigen Behörden in Amerika den Zoos den wilden Tieren kommerzielles Futter zu füttern. Rohes Fleisch sollte nur für die Gabe von Wurmmitteln oder für diePassage von Käfigtunneln verwendet werden. Darüber hinaus sollen die wilden Tiere sogar dahin gehend eingewöhnt werden, kommerzielles Futter aufzunehemen.

Während die Barfer sich damit beschäftigen, die Nahrungsgewohnheiten der wilden Tiere wiederzuspiegeln, empfehlen die wirklich wissenden Menschen die Fütterung von kommerziellem Futter, weil dies die Lebenserwartung der wilden Tiere erhöht. Eben das ist einer der Gründe, warum wilde Tiere in Gefangenheit ein höheres Lebensalter erreichen.

Man muss bedenken, dass wenn eine häufige Todesursache reduziert wird, zwangsläufig eine andere Todesursache zunimmt. Die Zahl der traumatischen Todesursachen der Haushunde wurden reduziert (z.B. durch Auto- Unfall durch Leinen- Zwang) wobei diese Todesursache noch immer die Liste in den USA anführt, wobei der stärkste Effekt erst in den vergangenen 20 Jahren messbar wurde. Andere übliche Krankheiten als Todesursache, wie z.B. Parvovirose, wurden durch Impfungen eingedämmt. Da aber nun unsere Haustiere imer älter werden, nehmen neuere Erkrankungen wie etwa Krebs oder Erkrankungen des Herzens zu. Die Lebenserwartung der Haushunde hat sich in den letzten 50 Jahren massiv erhöht.           

Hunde werden zunehmend älter und überschreiten die Lebenserwartungen von ehemals. 25 Jahre alte Yorkies oder Katzen, 15 Jahre alte Rottweiler sind längst schon keine Ausnahme mehr.

Aber es gibt auch Zeichen für das Ansteigen von Erkrankungen durch das Barf. Renal failure (Nierenerkrankung) ist die dritt häufigste Todesursache bei Hunden und die zweit häufigste Todesursache bei Katzen.

 

In einer Studie von Dr. Joe Bartges, Dr. Jean Dodds and Dr. Susan Wynn,untersuchte man die Blutwerte von 200 Barf- Hunden und verglich diese mit den Blutwerten von 75 Hunden, die mit kommerziellem Futter gefüttert wurden. Als Referenzwerte galten die üblichen Laborwerte. Der BUN- Wert war bei den Barf- Hunden signifikant erhöht. Ein erhöhter BUN- Wert ist das kritische Signal für eine Nierenfehlfunktion. Es wäre falsch zu schlussfolgern, dass ein erhöhter BUN eine Nierenerkrankung auslöst, vielmehr ist es das allerletzte Warnsignal, dass eine Nierenfehlfunktion, gerade bei älteren Hunden, nicht erkannt wurde. 

Parasiten und BARF - Mythos 3

Einer der häufigsten von Barfern angeführten Gründe ist die gesteigerte Immunität und die Freiheit von Parasiten und den damit in Verbindung stehenden Krankheiten.Auch hier hält die Literatur einige Fakten bereit. In Bezug auf Parasiten kann man wohl sagen, dass sich der Wolf Barf ernährt, trotzdem wird er sowol von externen als auch internen Parasiten befallen, genau so wie von Krankheiten. Wilde Wölfe infizieren sich mit allem Möglichen. Die Literatur berichtet unter anderem auch über Tollwut, Parvovirose und Krebserkrankungen unter den wilden Caniden rund um den Globus.  Große Wolfspopulationen wurden durch Krankheiten quasi ausgelöscht, obwohl sie reichlich natürliche Nahrungsquellen hatten. Eine Rohkost wie sie durch Barfer empfohlen wird schützt nicht vor den Krankheiten, Infektionen oder Seuchen. Es gibt gar keine Nachweise darüber, dass Barf die Abwehr gegenüber Krankheiten erhöht oder vor Parasitenbefall schützt.


Hier mal etwas zu den Wölfen im Yellowstone Nationalpark

http://www.nps.gov/yell/planyourvisit/upload/YS15(2)partII.pdf


Allgemein zu Krankheiten des freilebenden Wolfes, wie etwa Borreliose, Bandwürmer, Parasiten...

https://blameitonmywildheartblog.wordpress.com/2013/03/07/america-wolves-diseases/

Futterallergie und Intoleranz - Mythos 4

Barfer behaupten häufig, dass ihre Hunde seltener mit Futterintoleranzen oder -allergien zu kämpfen hätten. Wahr ist, dass echte Allergien bei den Haushunden sehr selten vorkommen. Obwohl auch selten, so ist dich aber eine Futterintoleranz etwas wahrscheinlicher.Normalerweise äussert sich das durch juckendes Fell, chronische Ohrentzündungen und Erbrechen oder Durchfall. Etwa 8-11% aller Hunde haben Reaktionen auf einen Futterbestandteil einmalig in ihrem Leben.

In der Literatur findet man Informationen aus einer groß angelegten Studie, die Ergebnisse aus Amerika, Australien, Neu Seeland und Europa beinhaltete. Die Studie ergab, dass 93% aller Fälle zurückzuführen waren auf Proteine aus Rindfleisch, Weizen, Milchprodukten, Lamm, Hühnchen, Eiern und Soja.

Die Internet- Mythologie, entstanden durch das Begehren skrupelloser Geschäftemacher, die nach einem Nischenprodukt ausspähten, beschrien Mais als Allergieauslöser. Heutzutage macht Mais den Hunden die wenigsten Probleme.

Nur 4-8% aller Futterintoleranten Hunde reagierten auf Mais und Reis in Kombination.Ein Teil dieses Problems könnte auch der ELISA Allergietest sein, der im allgemeinen populär ist und dem nachgesagt wird, zuverlässig Intoleranzen aufzudecken. Nichtsdestotrotz halten die Tierärzte daran fest, diesen Test zu bestellen und den Kunden zu empfehlen, obwohl die Aussagekraft dieses Tests nur sehr dürftig ist. Allein schon durch die häufige Anwendung dieses unsicheren Tests führt zu einer Erhöhung der Futterintoleranzen in der Statistik.

 

Oft behaupten Barfer, sie hätten durch die Futterumstellung auf Rohkost dieses Problem eliminiert. Dabei geht es doch sehr viel einfachen: Allein schon durch die erhöhte Gabe von essentiellen Fettsäuren kann dieser Effekt erreicht werden.

Dann stellt sich nur noch die Frage, on die zuvor gegebene Diät zu arm an diesen Fettsäuren war oder ob die Symptome jetzt schlichtweg ddurch die erhöhte Gabe essentieller Fettsäuren überdeckt wird. Man kann es nicht sagen. Macht es für einen intoleranten Hund einen Unterschied, ob das Rindfleisch gekocht oder roh ist? Nein!. Wenn der Hund intolerant auf Rinderprotein reagiert, dann bleibt er es, egal ob das Fleisch roh oder gekocht ist. Was die Barfer tatsächlich entdeckt haben ist die Tatsache, dass die bisherige Futterzusammenstellung möglicherweise zuwenig essentielle Fettsäuren für das individuelle Tier enthielt.

Rohe Kost löst weder weniger noch häufiger Futterintoleranzen oder -allergien aus.

Barfer führen häufig aus, dass Gemüse oder Getreide eine unwichtige Rolle in der Ernährung des Hundes spielen und dass eine hohe Menge rohen Fleisches die Basis der Hundeernährung darstellt. Vergiss dabei nicht, dass der Epicyon ausstarb weil er sich an diese simple Ernährung hielt, Eucyon aber überlebte, weil er sich anpasste und das frass, was er bekommen konnte.

Rohe Knochen - Mythos 5

Die Fütterung roher Knochen ist wichtiger Bestandteil des Barf. Befürter sagen, es gehe keine Gefahr für den Hund davon aus. Vergessen wir aber dabei nicht die Literatur und die Tierkliniken, die unzählige Fälle von Verletzungen durch Knochen in den Organen aufführen. Was Barfer nämlich nicht berücksichtigen ist, dass wilde Caniden eine spezielle Art und Weise für den Umgang mit Knochen entwickelt haben. Einen Prozess, den die domestizierten Genossen nach 100.000 Jahren natürlicher Auslese nicht "kopiert" haben. Debbie Davidson, Wildtierbiologe im International Wolf Center in Maine beschreibt diesen Prozess.

Wölfe und auch andere wilde Caniden haben einen spreziellen Mechanismus entwickelt, damit sie sich nicht durch die Knochen der Beutetiere verletzen.

Die ersten Häufchen nach einem Beuteerfolg sind sehr dunkel und fast flüssig mit wenig Formgebung, es sieht fast wie Durchfall aus.

Wölfe müssen nicht zwangsläufig täglich fressen und so kann man darum aus den Häufchen oft den Erfolg des Beuteschlagens ersehen. In der folgenden Zeit ist diese Häufchen dann immer noch dunkel, aber bereits fester geformt. Der Kot wird dann zunehmend heller und enthält mehr Substanz. 

Mit dem Beutetier nehmen sie aber auch dessen Fell auf. Später kann man dann feststellen, dasn dem späteren Kot auch Fell enthalten ist, dass um die ausgeschiedenen Knochenteilchen gewickelt ist. Das scheint die inneren Organe vor den Verletzungen durch Knochen zu schützen bis diese Teilchen dann entgültig ausgeschieden werden.

Nur die wenigsten Barfer werden wohl an komplette Karkassen kommen um diese dann an ihren Hund zu füttern. Meist bleibt so eine Gelegenheit nur den Berufsjägern vorbehalten und selbst wenn, soo hat doch der Haushand diese Technik zum Schutz des eigenen Verdauungssystems nicht entwickelt.

Der Effekt des schüzuenden Haarballens um einen Knochen konnte bislang noch nie bei einem Haushund festgestellt werden. 

Nährstoffversorgung bei Barf  - Mythos 6

Eine der frustrierendsten Tatsachen bei Hunden und Katzen, die gebarft werden mit , teilweise auch mit Zufütterung von Hefe, Knochenmehl, Muskel- und Bindegewebe,, Hühnchenteilen wie Hals oder Hühnerkloake, die häufig gefüttert werden, ist die Entstehung von Verdauungsproblemen, die nach längerem Bestehen zu schwereren Erkrankungen wie etwa Allergien, Arthritis, Nieren-, Leber- und Schilddrüsen- Imbalancen führen. Aber auch andere Organe können erkranken, das Immunsystem schwächeln, eine Diabetis kann sich entwickeln.

Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls Dr. Lisa S. Newman, ND ( Doktor der Naturopathie), Ph.D., und Dr. Lee Veith, D.V.M. , die die Barf- Fütterung anwandten.

Alle Barf- Diäten, die getestet wurden, waren nicht ausgewogen, entweder gab es zu wenig Nährstoffe oder einen Nährstoffüberfluss, der dann zu schweren gesundheitlichen Störungen führen kann, wenn die Diät über einen längeren Zeitraum gefüttert wird.

 

Roher Fisch enthält Thiaminase welches das Thiamin zerstört.

 Ein 10kg schwerer Hund müßte täglich 700g Quark aufnehmen, um den Kalziumbedarf zu decken, andererseits wäre ein 20kg schwerer Hund mit 100g Knochen pro Tag deutlich überversorgt.

Überhöhtes Kalzium und Phosphor führen zu Harnstein, Kupfer- und Zinkmangel. Haut- und Muskelprobleme sind die Folge, durch den Kupfermangel kann es dann auch zu einer Unterproduktion von T4 in der Schilddrüse kommen.

Die Fütterung von Schlund kann zu einer erhöhten Aufnahme von Thyroidhormonen führen, der T4 Wert der Hunde steigt an und wirkt sich auf den Körper aus. 70% aller gebarften Hunde leiden an Jod-, Zink-, Kupfer- und Manganmangel. Vitamin D- Mangel und eine Überversorgung mit Vitamin A resultieren aus einer Fütterung mit zuviel Leber.

 

Die gleichen Zweifel hegt man gegen das Gesundheitsrisiko aus Bakterien im Rohfutter. Besonders E. coli kann sich sehr schnell ausbreiten. Dennoch behaupten Barfer gerne, durch die Rohfütterung würde ein Tier weniger anfällig gegen Bakterien. Die Doktoren Freeman and Michel publizierten dazu einen Bericht im März 2001 im AVMA Journal.

 

Barfer legen ihr Augenmerk auf die Zutaten und weniger auf die Nährstoffe. Oft genug weiss dann  aber der Tierhalter auch nicht, welche Nährstoffe dem Hund aus welcher Zutat zur Verfügung steht und welcher Nährstoff nicht, denn der Hund kann nicht immer alles verwerten. Es ist nicht immer nur das Protein, sondern auch die Aminosäure aus dem Protein, die für eine biologische Funktion benötigt wird. Hier fehlt oft das Wissen beim Tierhalter und viel Halbwissen wird z.B. von einem Protein auf das andere Protein übertragen.

Weitere Themen rund um Barf und Rohfütterung

Gewölftes Fleisch

ist Fleisch, das durch den Fleischwolf gedreht wurde, also "Hackfleisch"

Obwohl die wildlebenden Verwandten sicher nicht über einen Fleischwolf verfügen, pflegt doch ein großer Teil der "natürlichen" Fütterer gewölftes Fleisch an den Hund zu reichen.

Dabei ist die Anzahl der "Barfer" oder Frischfütterer nicht gerade gering, die auf kommerzielle Fleischmischungen zum Barfen zurück greifen.


Dafür fand ich verschiedene Begründungen im WWW:


1.) Es wird nur in dieser Art vom Handel oder der Schlachterei abgegeben.

Das hat natürlich den Vor- oder auch Nachteil, das nicht mehr nachvollziehbar ist, was sich darin befindet, wie viel Fettanteil enthalten ist und wie viel Innereien. Es ermöglicht aber auch, nicht ganz so leckere Bestandteile dem Hund "unter zu jubeln"....mal als "pro" für den Hersteller/ Verkäufer..


2.) Gemüse und andere Futterbestandteile lassen sich besser untermengen

.. als "pro" für den Hundehalter


3.) Große Fleischstücke würden bei der Fütterung in der Wohnung eine ziemliche Sauerei abgeben


4.) Aus praktischen Gründen wegen des Abwiegens und Einfrierens.

Erwähnenswert ist dabei, dass Keime durch das Einfrieren nicht abgetötet werden, sondern sich einfach nicht vermehren während der Tiefkühltemperaturen. Gewölftes Fleisch ist für Keime wesentlich anfälliger als Fleischstücke. Natürlich verliert das Fleisch durch die Zubereitung und den damit verbunden aneroben Bakterien auch wertvolle Nährstoffe wie zum Beispiel Taurin. Tatsächlich wird also die Qualität des Fleisches durch das Wolfen herab gesetzt, was dann auch wieder gegen den glorifizierten gesundheitlichen Mehrwert durch Rohfütterung spricht. Gewölftes Fleisch kann übrigens auch zu Zahnbelag führen, das es auch an den Zahnhälsen kleben kann.


5. ) Der Hund schlingt auch die Fleischstücke herunter und reagiert mit Durchfall oder Erbrechen. Durch das Wolfen des Fleisches wird dies verhindert. Gewölftes Fleisch ist für Welpen geeignet.

Das macht den Argumentationsgrund der natürlichen Zahnreinigung durch Frischfütterung natürlich zu Nichte. Wenn ein Hund ein Schlinger ist, dann bleibt er es auch, und zwar so lange, bis er das Kauen gelernt hat. Auch die Ausschüttung der Verdauungssäfte wird dann nicht mehr so sehr gefördert als wenn der Hund ein Stück Fleisch bekäme, aber auch dies ist eigentlich doch immer ein Grund FÜR die Frischfütterung. In diesen Fällen kommt es dann auch zu Erbrechen. Gewölftes Fleisch lässt sich genau so herunter schlingen wie Fertigfutter.





BARF ist nicht für jeden HUnd geeignet

Super interessant dazu ist diese Doktorarbeit, die sich ausführlich mit BARF auseinandersetzt.

http://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC10794119.pdf

 

Besonders bemerkenswert, dass gemäß einer Fragebogenauswertung KEIN Barfer die optimale Nährstoffversorgung erreichte! Meist wurde über- oder unterversorgt und gerade die Nährstoffe, die immer wieder heiss im Internet diskutiert werden wenn es um Fertigfutter oder Rohfütterung geht, waren nicht gut balanciert. So zum Beispiel Protein oder Vitamin A.

 

Barfer informieren sich mehr im Internet und orientieren sich dabei nicht an wissenschaftlichen Quellen. So wird zum Beipiel auch Kalzium meist zu wenig gefüttert, dafür dannn aber zuviel Vitamin D. Da die Barfer aber nur Gutes wollen für den Hund, werden dann allerhand Zusatzfutter für due Gelenke gefüttert.

 

Diese Arbeit gehört sicher nicht zum Standard der Wissensbildung im Barfer-Internet...wie schade!