Der Hund ist ein Fleischfresser

Das ist jedem bekannt. Darum sollte der Hund bestmöglichst in diesem Sinne ernährt werden. Heute hat der Hundehalter verschiedene Möglichkiten, sein Tier zu füttern.

Da die natürliche Ernährungsform der Jagd ausscheidet, bleiben noch 4 Varianten übrig. Die Fütterung mit rohem Fleisch und Ergänzungen, die Fütterung mit selbst gekochtem Futter oder auch Mahlzeiten, Dosen- bzw. Nassfutter und Trockenfutter. Etwa 75% aller Hundehalter füttern ihr Tier mit einem sogenannten Alleinfutter oder auch Fertigfutter. Der Begriff Alleinfutter entstammt dem Futtermittelrecht und definiert damit ein Mischfuttermittel, das dazu bestimmt ist, allein den Nahrungsbedarf des Tiers zu decken.

Doch wie steht es um die Qualität des Fleisches.

 

Die wenigsten Hundehalter werden das Fleisch für den Hund bei ihrem eigenen Fleischlieferanten für den persönlichen Bedarf beziehen, denn das Fleisch aus dem Supermarkt oder vom Schlachter nebenan ist relativ teuer.

In Deutschland werden etwa 8,3 Millionen Tonnen Fleisch produziert.Wenn man den Fleischimport hinzurechnet und den Export abzieht, verbleiben etwa 7 Millionen Tonnen Fleisch,die in den deutschen Schlachthöfen produziert werden.

Die Schlachthöfe produzieren dabei erstklassiges Fleisch für den menschlichen Verzehr. Diverse Kontrollen und Überwachungen dokumentieren den Weg des Fleisches von seiner Entstehung bis zur Abgabe an den Verbraucher. Dabei wird das Fleisch in verschiedene Kategorien unterteilt.

 

Von einem Schlachttier werden letztlich nur etwas mhr als 50% als Fleisch, wie wir es im Supermarkt oder beim Schlachter sehen, verbraucht. Der Wandel der Zeit erfordert ein Angebot von feinstem Filet, Gulasch, Koteletts, Steaks usw. Nur noch selten findet man auf dem Speisezettel die althergebrachten Rezepte von Kalbshirn oder Saumagen oder Fleischsalat mit Kuheuter. Was früher viele Teile des Volkes gut nährte gilt heute als unmodern bis ekelerregend. Eben diese Teile des Schlachttieres werden nicht mehr stark nachgefragt und trotz erstklassiger Qualität und Güte finden sie in der menschlichen Ernährung keinen Platz mehr. Der Verzehr bestimmter tierischer Organe durch den Menschen ist eben doch sehr stark vom jeweiligen Kulturkreis abhängig. In diesem Fall ist das zum Vorteil unserer Haustiere, denn diese Teile der Schlachttiere ernähren sie.

 

Die Verordnung schreibt vor, dass nur genusstaugliche tierische Produkte  der Kategorie 3 zur Herstellung von Futtermitteln verwendet werden dürfen. Sie sind hygienisch einwandfrei, so dass von ihnen keine Gefährdung für Mensch oder Tier ausgeht.

 

Um zu verhindern, dass Nebenprodukte von nicht-genusstauglichen Tieren in die Futterproduktion gelangen, bestehen sehr strenge Bestimmungen über die vollständige Abtrennung dieser unterschiedlichen Produkte schon während der Sammlung,Beförderung, Lagerung, Handhabung und Verarbeitung.

 

Genau so wie Schlachthöfe und Metzgereien zertifiziert, genehmigt und stets kontrolliert sein müssen, existieren auch fleischverarbeitende Betriebe, die eben dieses Fleisch für die Tierfutterindustrie weiterverarbeiten. Strenge Vorschriften über die Rückverfolgbarkeit der Produkte durch ein System von Aufzeichnungen und Begleitpapieren und Veterinärbescheinigungen garantieren eine stets gute Qualität.

Auch für diese Betriebe gelten genau die gleichen hohen und strengen Anforderungen, wie für die Hersteller von Fleisch für den menschlichen Verzehr,z.B. HACCP.

So wird das Fleisch ebenso ohne Unterbrechung der Kühlkette in diese Betriebe abggeben, wo es dann gezielt für den Heimtierbedarf weiter verarbeitet wird.

Abnehmer sind Händler von Rohfleisch für die direkte Vermarktung an den Hundehalter. Das sind diejenigen, die sich zum "barfen" des Hundes entschieden haben. Der Bedarf der Rohfütterer kann komplett gedeckt werden.

Auch die Produzenten von Dosenfutter kaufen hier ihren Materialbedarf an Fleisch ein. Für beide Vertriebswege gilt aber die gleiche gesetzliche Auflage, wie für Fleischprodukte für den menschlichen Verzehr, denn genau das ist dieses Fleisch: Genusstauglich für den Menschen aber nicht unbedingt erwünscht von denselben.

Fleisch, das nicht in seiner rohen Form in den Weiterverkaufsweg gelangt, wird sortenrein sterilisiert, getrocknet und vermahlen, um dann als Fleischmehl im Hundetrockenfutter weiterverarbeitet zu werden. 

 

Gemäß den Richtlinien für die Verarbeitung von Rohmaterialien 

(KÜTTLER 2001, STN 2009) beträgt die Partikelgröße maximal 50 mm und die Verarbeitungstemperatur mindestens 133° C für die Daur von 20 Minuten ohne Unterbrechung, der Verarbeitungsdruck beträgt dabei 3 Bar.

 

Viele Futtermittelhersteller sichern sich sogar durch Verträge mit ihren Lieferanten ab, damit sie nur sortenreine  Fleischmehle von einer einzigen Tierart erhalten. Diese Fleischmehle müssen auch, soweit technisch möglich, frei sein von Horn, Borsten, Haaren, Federn und Darminhalt. Auch das ist gesetzlich vorgeschrieben. Das so entstandene Mehl hat ein gute Nährstoffzusammensetzung (Ockerman,1988)

 

Es stellt sich also bei der Ernährung des Hundes nicht die Frage, welche Art der Fütterung das bessere "Fleisch" beinhaltet, denn zumindest die Quellen des Fleisches, deren Behandlung und Weiterverarbeitung sind ,entsprechend den strengen deutschen Gesetzen, die gleichen.

Dazu einige Zahlenspielereien:

 

Geflügelfleisch hat einen Feuchtigkeitsgehalt von 74 %, Proteingehalt ca. 25%.

Geflügelfleischmehl hat einen Feuchtigkeitsgehalt von 7%.,Proteingehalt ca. 60%.

 

1 kg Futter mit einem Frischfleischgehalt von 70% liefert also 175g Rohprotein.

1 kg Futter mit einem Fleischmehlgehalt von 30% liefert also 210g Rohprotein.

 

 

Jetzt kommen wahrscheinlich die vielen "wenn" und "aber"......

Rohes Fleisch ist natürlich und Fleischmehl wurde hitzebehandelt.

 

Das stimmt. Im Fleischmehl wurden die enthaltenen Proteine denaturiert.Die Proteine wurden in ihrem Aufbau geändert.

 

Aber genau das passiert auch mit rohem Fleisch durch den veränderten ph-Wert von Speichel und Magensäure. Diese körpereigenen Flüssigkeiten sorgen für eine Denaturirung der Proteine, sie verändern die Struktur der Proteine und machen sie erst durch die Denaturierung verdaulich und der Stoffwechsel kann die dadurch freigesetzten Aminosäuren nutzen.

Beim Fleischmehl wurde der Prozess der Denaturierung bereits vorweg genommen. Das macht das Fleischmehl von Anfang an verdaulicher als das rohe Fleisch.

 

Durch die Denaturierung (durch Erhitzen oder durch Magensäure) können die Nahrungsproteine durch die körpereigenen Enzyme erst abgebaut werden.

Denaturierte Proteine befinden sich auch in Joghurt oder Käse, wenn das Casein der Milch zuvor durch Lab oder Säure ausgefällt worden ist.

 

Eine Denaturierung der Proteine kann verhindert werden, wenn Stärke zugefügt wird.Diese Särke wirkt wie ein Schutzkolloid. Möglicherweise kann daher ein zu hoher Stärkeanteil im Futter die Verdaulichkeit und somit di Verwertbarkeit der Proteine und der darin enthaltenen Aminosäuren blockieren.

 

Weitere Fragen, die sich stellen könnten:

 

Werden Fleischmehle auch in der menschlichen Ernährung eingesetzt?

 

Nein.Diese Fleischmehle werden nur in der Tierernährung eingesetzt. Allerdings gibt es ein recht vergleichbares Trockenprodukt, welches in einem anderen Verfahren hergestellt wird, nämlich durch Gefriertrocknung. Diese gefriergetrockneten Fleischprodukte werden zum Beispiel in Not-Rationen verwendet.

 

Gibt es Unterschiede in den verwendeten tierischen Mehlen?

 

Ja, die gibt es ohne jeden Zweifel. Fleischquellen in Mehlform, die genau spezifiziert sind in Hühnchenmehl, Lamm-Mehl. Lachsmehl stehen der Wertigkeit von frischem Fleisch in Nichts nach. Weniger qualitativ sind Geflügelmehle oder Fleischmehle, da diese Zusammensetzungen nicht eindeutig sind.

Auch die Bezeichnung Geflügelnebenprodukte ist ein Kennzeichen für minderwertigen Rohstoff. Hingegen sind Hühnchennebenprodukte, Truthahnnebnprodukte usw. nicht unbedingt Fleischquellen erster Qualität, können aber in geringer Zusetzung die Rezeptur eines Futters sinnvoll ersetzen.

 

 

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