..ach du dicker Hund: Übergewicht

Übergewicht hat für den Hund die gleichen gesundheitlichen Konsequenzen wie für den Menschen.Der Hundehalter muss sich deren Gefahren bewusst sein, denn eine übermässige Fütterung kann zu schweren, gesundheitlichen Erkrankungen und einer verkürzten, oft auch leidvollen Lebensspanne führen.


Überwicht entsteht stets durch zu viel Futter und zu wenig Bewegung, denn überschüssige Energie aus dem Futter, die nicht durch Bewegung verbraucht wird, setzt sich als Körperfett fest. Dabei wird der Stoffwechsel des Hundes enorm belastet, es folgt

eine Kaskade an gesundheitlichen Störungen und Erkrankungen.


Der Hundehalter muss lernen, seinen Hund kritisch zu betrachten. Die Folgen einer übermässigen Fütterung sind teilweise unumkehrbar, aus diesem Grund ist das Übergewicht des Hundes ein erstzunehmendes Thema.


Das Schaubild stellt die Arten der möglichen Folgeerkrankungen dar.


der übergewichtige Hund
Übergewicht des Hundes und gesundheitliche Folgen

Es ist also nicht die Frage “ob”, sondern “wann” und “wie viele” gesundheitliche Schäden der Hund durch das Übergewicht erleiden wird.


Übergewicht erkennen

Dazu muss man einfach nur genau und kritisch den Hund betrachten. Von oben betrachtet sollte sich nach dem Brustkorb eine leichte Taille bilden. Seitlich gesehen sollte sich der Bauch leicht nach oben ziehen. Eine gerade verlaufende Bauchlinie ist bereits ein Warnsignal. An der Schwanzwurzel sollten sich keine Fettpölsterchen bilden, wie auch am gesamten Körper nicht. Die Rippen sollten zwar nicht zu sehen sein, aber das Ertasten sollte leicht fallen. Wer erst drücken und knuffen muss, um die Rippen zu spüren, der sollte jetzt ein Diätprogramm zur Gesunderhaltung seines Hundes starten.



Gesundes Abnehmen

Das bedeutet einen monatlichen Gewichtsverlust von 3-5 % des Körpergewichtes.

Dies erreicht man, genau so wie beim Menschen, durch Reduzierung der täglichen Kalorienmenge.


Fehlende Kalorienangaben auf dem Futteretikett

kann ganz leicht selbst errechnen. Dazu muss man zunächst die Nitrogenfreien Extrakte (NFE) berechen:

NFE = 100% - Feuchtigkeit %- Rohprtein %- Rohasche %- Rohfaser % - Rohasche %


Die metabolische Energie

des Futters errechnet sich dann wie folgt:

ME= 10 (3,5 x % Rohprotein)+ (8,5 x % Rohfett) + (3,5 + % NFE)


Beispielrechnung:


Feuchtigkeit = 10%

Rohprotein = 24%

Rohfett = 14%

Rohfaser = 4%

Asche= 6%

NFE = 42%

ME = 10[(3.5 x 24) + (8.5 x 14) + (3.5 x 42)]

=10 x (84 + 119 + 147)

= 10 x 350

= 3500 kcal/kg


Auf diese Weise kann man zumindest annähernd den Kaloriengehalt eines Futters errech-

nen. Was dann noch fehlt, ist die Berechnung des Kalorienbedarfs des Hundes bzw. die Mindestmenge der täglichen Kalorien für den Hund, um ein gesundes Abnehmen zu gewährleisten.


Und jetzt muss man den Kalorienbedarf des Hundes ermitteln

Dazu benötigt man folgende Werte:


Gewicht des Hundes in kg

RER ( verbleibender Energiebedarf) = 70 (Kg Gewicht des Hundes)0.75

MER Erhaltungsbedarf des Hundes =entsprechender Multiplikator x RER



Multiplikator für

normales, sterilisiertes/kastriertes Tier:1.6

normales Tier: 1.8

bei erwünschter Gewichtsabnahme:1

bei Neigung zur Gewichtszunahme: 1.7

leichte Arbeit: 2

mittlere Arbeit: 3

schwere Arbeit: 6

im Wachstum, jünger als 4 Monate:3

im Wachstum, älter als 4 Monate: 2


So sieht dann eine Beispielrechnung für

einen kastrierten Hund mit 20,5 kg idea-

lem Körpergewicht aus:

70 x 20.5 x 0.75 = 672 kcal/Tag

1.6 x 672 = 1075 kcal/Tag


Sonstiges zur Fütterung:

Verzichte auf die Gabe von fetten Kauartikeln. Auch andere zusätzliche Leckerlies oder gereichte Zwischen-durch Happen verhindern den Erfolg der Diät.

Sollte der Hund unter ausgesprochen starkem Hunger leiden, kann man die Ration mit gedämpftem Gemüse strecken


In jedem Fall aber sollte sich der Hundehalter die Mühe machen, die Rationen zu wiegen, um ein Gefühl für die angemessene Rationsgröße zu erhalten.


Man kann jedoch noch mehr tun, um den Diäterfolg zu steigern.


Viel Bewegung

verbraucht viel Energie! Verschaffe Deinem Hund und auch Dir ausreichend Bewegung. Ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft tun Euch beiden gut.

Die Aktivität kann man auch gut mit kleinen Ballspielen erhöhen. Ebenso kann man den Weg bis zum Futternapf deutlich sportiver gestalten,in dem zum Beispiel eine Treppe zu bewältigen ist oder einfach der Weg bis zum Napf verlängert wird.

Im Normalfall reichen für den erwachsenen Hund 2 Fütterungen pro Tag. Lediglich zu

frischem Wasser sollte der Hund jederzeit Zugang haben.


Notiere in einer Tabelle das Anfangsgewicht Deines Hundes. Zusätzlich misst Du den

Umfang des Brustkorbes und des Bauches.

Außerdem notierst Du die Kalorienmenge der täglichen Ration um die Erfolge der Diät zu

dokumentieren. Führe diese Aufzeichnungen fort, bis Ihr das Wunschgewicht erreicht habt.


Ein normalgewichtiger Hund ist vitaler und robuster. Sorge dafür, dass Dein Hund ohne

vermeidbare Beschwerden bei Dir alt werdenkann. Genieße die gemeinsame Zeit und

sei Dir stets Deiner Verantwortung bewusst.