Barf-ein Szenario

Barfen ist einfach, man muss eigentlich nicht berechnen was der Hund benötigt. Einfach Fleisch, Innereien und ein paar Kohenhydrate, Knorpel und Knochen dazu - und fertig!


Quellen für die Rohfleischprodukte und Innereien sind Schlachter, Barf- Shops.....und neuerdings gibt es auch weitere Quellen.


Hieß es vor wenigen Jahren noch die Futtermittelindustrie würde nur minderwertige Abfälle, möglicherweise sogar bereits verdorbene Abfälle der Lebensmittelindustrie und Fell und Hufe oder Hörner verwendet werden, scheinen diese Werte heute anders gelagert zu sein.

Innereien sind jetzt hochwertig und Schlachtabfälle ein heiß umkämpftes Gut der Hundehalter. 


In Kleinanzeigen buhlen Hundehalter um die besten Quellen für die angesagten tierischen Proteine. Sie suchen nach den Überresten aus Schlachtbetrieben, Dorfmetzgern, Bauern, Jägern, aber auch privaten Haushalten, Fischern oder Jägern.

Nicht nur Fleisch, auch Innereien, Füße, Pfoten, Köpfen und Tierleichen werden gesucht.

Zum Beispiel Fallwild, Wildtiere, die tot aufgefunden wurden, teilweise mit unbekannter Todesursache.


Der Gesetzgeber definiert Fallwild in der Tierischen Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV)[1] als Wild, das Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung als Todesursache aufweist und nicht erlegt, also nach jagdrechtlichen Vorschriften getötet wurde.

Abhängig von der Todesursache unterscheidet der Jäger:

  • Fallwild, das eines natürlichen Todes gestorben ist, durch Krankheit oder Altersschwäche,
  • Fallwild, das durch nicht-jagdliche Einwirkung des Menschen gestorben ist, z. B. im Straßenverkehr, sog. Wildunfall.

Eine besondere Art von Fallwild sind die beim Mähen landwirtschaftlicher Flächen getöteten Tiere, besonders Rehkitze, zum Teil als Folge strafbarer, unterlassener Vorbeugemaßnahmen zur Wildrettung.

Bei Fallwild können äußerlich wie innerlich Anzeichen einer Gewalteinwirkung[2] fehlen. Da das sogenannte „Ansprechen“ (die präzise Beobachtung, Beurteilung und Identifizierung von Wild vor der Schussabgabe) nicht erfolgt ist, können aus dem Verhalten des Tieres keine Rückschlüsse auf mögliche Krankheiten gezogen werden.

Fallwild gilt in Deutschland als nicht zum Verzehr geeignet. Das Inverkehrbringen nach § 36 BJagdG von nicht erlegtem Wild ist eine Straftat (§ 23 Abs. 1 Nr. 9 Tier-LMHV). „Unfallwild“, welches mit einem Fangschuss erlegt wurde, muss vor dem Verzehr der amtlichen Fleischuntersuchung zugeführt, also einem Amtstierarzt vorgelegt werden, da es sich bei "Fallwild" um ein gesundheitlich bedenkliches Merkmal handelt (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. Ziff. 1.3.2 der Anlage 4 zur Tier-LMHV).

Quelle: Wikipedia

Und was ist mit den toten Tieren privater Haushalte, weiß der einfache Tierhalter wirklich, warum sein Tier verendet ist? Aber sicher ist er froh, wenn er die Leiche schnel und unkompliziert beseitigen kann über diese Suchanzeigen. Es werden auch die Überbleibsel geschächteter Tiere aus muslimischen Haushalten gesucht...Was ist das? Wohin entwickelt sich der Tierschutz? Der Hund ist alles, das geschächtete Tier einfach nur Futter? Was sucht man beim Bauern? Es sind nicht nur die Schlachtreste der Hausenten oder Gänse, nein, es geht um totgeborene Kälber oder diejenigen, die kurz nach der Geburt sterben.

Sowohl für Fallwild als auch Totgeburten gelten besondere Vorschriften. Sie sind zunächst einmal nicht genußtaglich. Sie werden nicht verzehrt, denn man weiß nicht, woran das Tier verendete. Es gibt Gesetze und Regularien zum Schutz der Gesundheit der Menschen, aber auch der  Tiere. Und letztlich wundern sich die Hundehalter, dass sie keine Mietwohnung finden.Klar! Wer möchte schon an Menschen vermieten, die Leichenteile horten in der Wohnung. Abgeschnittene Ohren mit Fell, ausgeschnittene ganze Rindermäuler oder Leichenteile unbekannter Herkunft mit möglichen Infektionsquellen.


Hier schreit der Barfer oder Rohfütterer auf. Die Magensäure des Hundes würde alle Keime vernichten. Das ist eine naive Einstellung. Mittlerweile ist erwiesen, dass Hunde mehr Antiobiotika resistente Keime an und in sich tragen als ein Masthähnchen.

Und auch die Räume, in denen diese Schlachtabfälle zubereitet, gelagert und dargeboten werden bergen diese Infektionsgefahren.


In den Foren findet man bereits Diskussionen, in denen Hundehalter überlegen, Meerschweinchen oder sogar Ratten zu halten, um diese dann an den Hund zu verfüttern.


Alles Panikmache, wird der Hundehalter jetzt sagen. Mitnichten!

Nehmen wir doch einfach mal das kurz nach der Geburt verendete Kalb.

Kälber sterben z.B. an Neosporose.


"Die Neosporose ist eine durch den Einzeller Neospora caninum hervorgerufene Infektionskrankheit bei Haus- und Wildtieren, wobei der Hund als Endwirt und das Rind als Zwischenwirt auftritt. Nur die Endwirte sind in der Lage, mit dem Kot infektiöse Eier (Oozysten) auszuscheiden. Diese werden oral von den Zwischenwirten (Rind) aufgenommen. Einmal infizierte Rinder gelten als  persistent infiziert und geben den Erreger auf das ungeborene Kalb weiter, das wiederum als persistent infiziert angesehen werden muss.  Meist kommt es jedoch zwischen dem 4. und 7. Trächtigkeitsmonat zum Abort, später zu Totgeburten oder zur Geburt lebensschwacher Kälber. Bei empfänglichen Tieren ohne vorherigen Erregerkontakt ist die Abortgefahr größer als bei Tieren, die bereits Antikörperträger sind. Eine Übertragung der Erreger direkt auf den Zwischenwirt über Eihäute, Sperma oder Kolostrum ist sehr unwahrscheinlich. Der Endwirt scheidet nach Aufnahme von Körpergewebe infizierter Zwischenwirte (Fleisch, Nachgeburten, Feten) etwa 14 Tage infektiöse Oozysten aus.

Da Hunde den Erreger über den Kot auf die Weide einbringen können, kann man diese als Hauptgefahr der Übertragung der Krankheit ansehen. Der Fuchs wird auch als Überträger diskutiert, spielt hierbei aber eine untergeordnete Rolle."

Quelle: http://www.tsk-sachsen.de/


Füttert man dieses Fleisch des Kalbes an Hunde, können sich die Hunde mit Neosporose infizieren. Und es gibt diese Fälle. So .B. beim Hund "Rusty".

http://www.tierarzt-frankenthal.de/patient-des-monats/2015/r%C3%BCde-rusty%E2%80%9C


Oder den Fall, als es eine Schäferhundzucht traf. Dramatisch!

http://www.kaisersbrunnen.de/Neospora-Caninum/neosporose-hund.htm

http://www.svk-asmpa.ch/hund/neospora/neopspora4.htm

Mehr Fälle lassen sich finden, wenn man danach googelt. Und nicht jeder Hund kann gerettet werden ohne eine Beeinträchtigung. 


Manche Hunde, die auf Neosporose behandelt wurden und überlebten, behalten eine funktionseingeschränkte Hinterhand zurück- die Physio arbeitet letztlich nur noch darauf hin, dass die Hinterbeine nach hinten gestreckt werden können, damit der Hund dann in einen Hunderollstuhl passt. Und das begegnet uns auch schon immer häufiger

Wie weit dieser Boom noch geht, wo hin das führen wird,...man weiß es nicht. Fleisch und Innereien lassen Hundehalter im Garten und auf dem Balkon "reifen"....sprich : Verwesen! Und es wird gefüttert.

Ganz offensichtlich aber entsteht durch das Rohfüttern eine Art Schattenwirtschaft die eine gesundheitliche Gefahr nicht nur für den Hund, sondern auch insbesondere für den Menschen birgt. Qualitätswerte gehen immer mehr verloren, die Hundehalter werden bei der Fütterung immer argloser, Tierschutz bezieht sich nur noch auf den Hund, Rücksicht auf die Umwelt und Mitmenschen wird nicht mehr genommen. Im Gegenteil: Wer nicht akzeptiert ist ein Unmensch.


Übrigens ist de Neosporeinfektion beim Vieh angestiegen....