Clostridien

 

Clostridium perfringens Bakterien kommen ganz natürlich bei Hunden vor. Asympthomatisch (ohne Sympthome) tritt das Bakterium im Dünndarm des Hundes auf, aber wenn das Bakterium Überzahl nimmt, produziert es Sporen und Gifte die Durchfall auslösen. Das nennt clostridiale Enterotoxikose.

 

Diese Enterotoxine (Substanzen die für den Darm giftig sind) sind ein häufiger Grund für Durchfall beim Hund. Es betrifft durchschnittlich 34% aller Durchfallerscheinungen beim Hund, diese Hunde tragen das Bakterium. Clostridien sind für viele Tierärzte noch immer ein Mysterium. Über 80% der Hunde scheinen das Bakterium in sich zu haben ohne das sie Gifte produzieren oder Durchfall auslösen. Die Symptome treten plötzlich auf, meist im Zusammenhang mit Stress, Nahrungsumstellung, allergische Reaktionen, Klinikaufenthalt und Aufenthalt im Zwinger. Wenn der Hund in Stress gerät produziert das Bakterium Sporen und Toxine in großer Menge. Es ist auch möglich, dass Clostridienbefallenes Futter oder der Kontakt zu Clostridien tragenden Hunden das Problem verstärken können, selbst wenn der Hund vorher schon Clostridientröger war.

Die Symptome variieren von milden Durchfall der innerhalb einer Woche verschwindet bis hin zu chronischen Episoden die alle paar Wochen wieder auftreten können. Manche Hunde erleiden sogar eine lebensbedrohliche Gastritis eine sog. Hemorrhagische Gastroenteritis, mit akutem Erbrechen und blutigem Durchfall. Hier muss sofort behandelt werden und der Hund vor Austrocknung oder Schock bewahrt werden. Die meisten anderen Formen reagieren gut auf Antibiotika

Clostridien können auch im Zuge einer Antibiotika- Behandlung auftreten und eine Kolitis verursachen.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotikaassoziierte_Kolitis

Die Hauptarten

Clostridium perfringens und Clostridium difficile.

Nur Clostridium difficile kann durch Futter übertragen werden.

Symptome

schleimiger Durchfall

  • Tenesmus ( herausspritender Kot)
  • Wässriger Kot
  • Blut im Kot
  • Hemorrhagischer Durchfall
  • Blähungen
  • Erbrechen
  • Zeichen von abdominalem Schmerz
  • Gewichtsverlust oder chronisch krank

Typen der Symptome

Akut – Durchfall hört nach 5-7 Tagen von alleine auf

  • Chronisch – alle 4-6 Wochen wiederkehrende Symptome ( eher bei älteren Hunden)
  • Hemorrhagische Gastroenteritis – plötzliches Auftreten von blutigem Durchfall und Erbrechen

Auslöser für Durchfall durch Clostridien

Stress (Aufenthalt in Klinik oder Zwinger)

  • Futterumstellung
  • Futter mit hohem Bakteriengehalt (wie etwa verunreinigtes Futter oder rohes Fleisch)
  • Allergische Reaktion
  • PH Wert höher als normal im Verdauungstrakt
  • Hemorrhagische Gastroenteritis kommt eher vor bei Klein- und (Yorkshire Terrier, Miniatur Pinscher, Miniatur Schnauzer, Miniatur Pudle, Malteser)
  • Idiopathisch

Anmerkung:

In einer Studie stellte man fest, daß Hunde, die eine proteinreiche aber kohlenhydratarme Diät zweimal mehr die Bakterien Clostridium hiranonis, Ruminococcus gnavus, und Clostridium perfringens in der Darmflora hatten im Vergleich zur Darmflorazusammensetzung bei einer vorherigen, ausgewogeneren Diät. ( s. 3. Link)

 

Proteinreiche und gleichzeitig kohlenhydratarme Fütterung könnte also Clostridien fördern!

 

Fermentierbare Fasern wie z.B. Rübenschnitzel oder FOS (Fructooligosaccaride) verhindern eine Überbesiedlung mit Clostridien.

 

Belastung anderer Organe

Bei einer Überzahl an Clostridien können andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, z.B. die Nieren und die Baucchspeicheldrüse.

Diagnose

Der Tierarzt benötigt eine genaue Beschreibung der Symptome, auch voran gegangene Durchfälle sollten erwähnt werden und potentielle Stressfaktoren. Futterumstellungen oder andere Ungewöhnlichkeiten beim Futter sollten mitgeteilt werden, das kann relevant sein.  Wurde der Hund geimpft, muss auch das erwähnt werden um den Parvo- Virus auszuschließen. Dieser löst ähnliche Symptome aus, allerdings haben Hunde mit Parvo- Virus gewöhnlich auch Fieber und weitere Krankheitszeichen.

Ein Blutbild ist nicht nötig, es sei den es ist  hemorrhagische Gastroenteritis, in diesem Fall ist die Plasmakonzentration durch Austrocknung erniedrigt.Ein Blutbild kann helfen andere potentielle Auslöser auszuschließen, wie etwa Leber- und Nierenerkrankungen.  Im Falle chronischer Probleme könnten Röntgenaufnahmen oder eine Biopsie notwendig werden umd Krebs auszuschließen.

Mittels Kotprobe wird das Bakterium unter dem Mikroskop festgestellt Eine hohe Anzahl des Bakterium lässt darauf schließen, dass das Bakterium der Auslöser ist. Da aber auch viele Hunde dieses Bakterium tragen ohne Symptome zu zeigen wird man die Kotprobe ins Labor senden um die Toxine zu ermitteln.

Behandlung

Hunde mit starkem Durchfall benötigen eine Flüssigkeitstherapie und Elektrolyte. Selten braucht ein Hund Blut- der Plasmatransfusionen. Intravenöses Antibiotikum kann eine Sepsis verhindern.

Bei milderen Symptomen werden mit oralem Antibiotika behandelt. Sollte die Erkrankung erstmalig sein, sollte die Dauer von 1 Woche für die Medikamentengabe ausreichend sein. Ist der Hund bereits häufiger an Durchfall erkrankt, wird man eine niedrigere Antibiotikamenge für einen längeren Zeitraum verordnen.

Clostridium difficile wird behandelt mit  Metronidazol, Fusidic Säure oder Bacitracin.

Probiotika können sinnvoll sein um eine gesunde Darmflora aufzubauen. Eine angepasste Fütterung is sinnvoll. Viele Hunde mit Clostridien profitieren von viel Faser im Futter, zum Beispiel Flohsamen oder Haferkleie.

Genesung

In der Regel gelingt die Behandlung gut. Hunde mit kurzzeitig auftretenden Symptomen genesen völlig. Chronische Probleme benötigen eine längere Behandlung mit angepasster Fütterung unter tierärztlicher Kontrolle. Hemorrhagische Gastroenteritis kann gut mit der Flüssigkeitstherapie behandelt werden. Wird rechtzeitig behandelt, bleibt die Erkrankung folgenlos. Unbehandelt aber kann das zu einem dauerhaften Problem mit ernsten gesundheitlichen Folgen werden.

Empfehlung

Das Ergänzungsfutter Beta Glucan enthält das wirksamste Beta Glucan, 1,3/1,6.
Es sind Polysaccaride, die aus den Zellwänden von Saccaromyces cerevisia isoliert werden.
Beta Glucan 1,3/1,6 stimuliert und stärkt das Immunsystem, wirkt auf die Darmschleimhaut, die Makrophagen und auf das lymphische Sytem.

Doc Futter Beta Glucan sollte angewendet werden, wenn sich der Hund nach einer Krankheit erholt, das Immunsystem geschwächt ist oder aufgebaut werden muss. Aus diesem Grund ist es auch in der Welpenaufzucht sinnvoll.Aber auch für Hunde, die mit Frischfleisch gefüttert werden, kann Doc Futter Beta Glucan sinnvoll sein, denn nicht immer steckt nur Gutes im rohen Fleisch. So kann durchaus eine Überzahl an Clostriedien durch Rohfleisch minderer Qualität angefüttert werden.


Doc Futter Beta Glucan enthält 90 Tabletten, Hunde unter 20 kg erhalten 1 Tablette, Hunde mit mehr Körpergewicht erhalten 2 Tabletten. Jede Tablette enthält 80 mg Beta 1,3/1,6 Glucan.

Zusammensetzung:
getrocknete Bierhefe, Maltrodextrin, Magnesiumstearat
Zusatzstoffe:
Beta 1,3/1,6 Glucan
Analytische Bestandteile:
Rohprotein 26,4 %, Rohfaser 2,8 %, Rohfett 0,8 %, Rohasche 7,8 %, Kalzium 1,1 % Phosphor 1,5 %, Sodium 0,7 %

 

 

Bei Fragen zur Fütterung erreichen Sie die Futterberatung unter der Telefon- Nummer

04321/ 9639150 Montags- Freitags, 10.00 Uhr - 14.00 Uhr

 

Links:

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14633049

 

https://phys.org/news/2017-01-dog-diet-gut-microbiome.html

 

https://ckcusa.com/blog/2017/january/a-high-protein-diet-may-help-dogs-fight-obesity/

 

https://academic.oup.com/femsec/article/84/3/532/579061/Fecal-microbial-communities-of-healthy-adult-dogs

 

http://www.lovemypet.ie/wp-content/uploads/2012/02/Diarrhoea.pdf