Giardien

Giardien sind einzellige Tiere und zählen zu den Parasiten. Die birnenförmigen Plagegeister leben im Dünndarm und machen sich durch Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall bemerkbar. Giardien befallen Säugetiere, Vögel und Reptilien. Auch auf den Menschen sind sie übertragbar. Giardien setzen sich an der Darmwand fest, dringen also nicht in das Gewebe ein.

Die Infektion mit Giardien erfolgt meist über infiziertes Wasser oder Futter. Giardien werden vom Wirt über den Kot ausgeschieden und können Dank einer besonderen Taktik, nämlich einer Schutzhülle, auch ausserhalb des Wirtes einige Wochen überleben. Sie sind ziemlich resistent, auch Chlor kann ihnen nichts anhaben.


Um den Kampf gegen Giardien noch besser zu bestehen, muss man auch den Lebensraum der Parasiten, den Dünndarm, betrachten.

Der Dünndarm abdorbiert wichtige Nahrungsbetandteile wie etwa Fette, Vitamine und Mineralien aus dem zugeführten Nahrungsbrei. Bevor dies aber funktioniert, muss der Nahrungsbrei durch die Zugabe von Gallensäure zerlegt werden.

Die Leber produziert Gallensäuren und speichert sie in der Gallenblase. Bei Bedarf, nämlich bei Nahrungsaufnahme, werden die Gallensäuren ausgeschüttet in den Dünndarm. Dort binden (emulgieren) sie die wässrigen und fettigen Nahrungsbestandteile. Am Ende des Dünndarms werden 90% der Gallensäuren wieder absorbiert und durch die Pfortader in den Gallensäurenkreislauf zur Galle zurück geführt. Die Gallensäure wird recycelt.

Wenn dieser Kreislauf gestört ist, dann besteht ein Übermass an Gallensäuren im Dünndarm.

Eine Tatsache, die Vielen unbekannt, dennoch aber äußerst interessant ist:

Je mehr Gallensäure im Dünndarm vorhanden ist, um so wohler fühlen sich die Giardien und vermehren sich!

Die wohl bekannteste Krankheit, bei der die Aufnahme von Gallensäure im Endteil des Dünndarms gestört ist, nennt man Morbus Chron. Die Funktion des Dünndarms ist gestört, bei Morbus Chron durch eine Entzündung der Darmschleimhaut.

Oft hängt mit der Störung der Dünndarmfunktion auch die gestörte Aufnahme von Vitamin B12 zusammen, aber auch Fette, fettlösliche Vitamine und auch Mineralstoffe werden vermindert vom Darm absorbiert.

Durch eine simple Stuhluntersuchung kann festgestellt werden, ob durch den Kot zuviel Gallensäure ausgeschieden wird und dadurch lässt sich eine gestörte Wiederaufnahmefunktion des Dünndarmes nachweisen. Allerdings ist nicht jedes Labor in der Lage diese Untersuchung der Stuhlprobe vorzunehmen.

Um im Kampf gegen die Giardien erfolgreich zu sein, sind diese Informationen ausgesprochen interessant, denn auch durch die Fütterung kann Einfluss genommen werden auf die Menge der Gallensäuren im Dünndarm.

Lösliche Fasern in der Nahrung lösen sich nicht im Dünndarm auf, sondern absorbieren Flüssigkeiten im Dünndarm und binden diese an sich. Sie binden auch die Gallensäuren. Diese vollgesogenen Fasern werden später ausgeschieden. Auf diese Art kann man das Milieu im Dünndarm für die Giardien unattraktiv gestalten und der Vermehrung Einhalt gebieten.

Durch die Fütterung wird also das Auftreten der Giardien beeinflusst!

Flohsamenschalen können diesen Zweck erfüllen, allerdings sollten sie über das Futter gestreut und direkt verfüttert werden. Ein zuvoriges Aufquellen würde nur zum "gelieren" der Flohsamenschalen führen und die Saugwirkung wäre dahin.

Als natürliches Mittel gegen Giardien wird Kanadische Gelbwurz (Goldenseal) empfohlen. Hier soll der Wirkstoff Berberine gegen Giardien wirken.


http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1796883