Warum Hunde Gras fressen

Jeder Hundehalter kennt es: Der Hund frisst Gras. Über das "Warum" gibt es verschiedene Thesen: Der Hund fühlt sich nicht wohl, hat vielleicht ein Magenleiden; die wilden Vorfahren hätten ja auch den Mageninhalt ihrer Grasfressenden Beutetiere gefressen, sie benötigen die Nährstoffe aus dem Gras, der Hund hat einen Nährstoffmangel oder einfach: Es wird regnen.


Tatsächlich wurde das Gras fressen der Hunde kaum untersucht.

Eine Studie stammt aus dem Jahr 2008 und man beschäftigte sich darin mit dem Gras fressen. Die Studie wurde durchgeführt an der Universität Californien, Davis, von Karen Sueda, Benjamin Hart and Kelly Cliff und wurde veröffentlicht im  Journal Animal Behavior Science*. Dieser Bericht beinhaltet einige Testreihen die erstellt wurde, um die Thesen zu untersuchen, der Hund würde Gras fressen weil er krank ist, dies auch in Verbindung mit Erbrechen oder eben das Gras gewisse Nährstoffdefizite des Hundes decken würde. Durchgeführt wurde diese Studie von 25 Tierarzt- Studenten mit ihren eigenen Hunden. Jeder berichtete, sein Hund würde Gras fressen, keiner jedoch konnte Zeichen einer Krankheit feststellen, bevor der Hund Gras frass. 8% berichteten, dass sich der Hund danach übergeben würde.

Es folgte eine zweite Studie mit 47 Hunden und ihren Besitzern. Die These der Anzeichen einer vorangegangenen/ bestehenden Krankheit konnte nur bei 4 Hunden bestätigt werden und nur 6 Hunde erbrachen nach dem Gras fressen. 

Die Studie wurde ausgeweitet auf das Internet. 1571 Hunde und deren Besitzer beteiligten sich daran. 68% berichteten, ihr Hund würde Gras aufnehmen, und zwar etwa 1 - 2 mal in der Woche. 8% konnten dabei Anzeichen einer möglichen Erkrankung feststellen und 22% beobachteten ein nachfolgendes Erbrechen.

Bei den grasfressenden Hunden handelte es sich dabei überwiegend um jüngere Hunde und diese wiederum waren weniger die Hunde, die Anzeichen einer Krankheit zeigten oder das Gras später wieder erbrachen. Tatsächlich erbrachen eher die Hunde, die Anzeichen von Krankheit zeigten. .

Die These, dass Hunde Gras aus Nährstoffmangel fressen, konnte nicht bestätigt werden. Auch ein zu geringer Gemüse- oder Fruchtanteil in der normalen Fütterung war nicht der Grund für die Grasaufnahme, denn auch bei gedecktem Faserbedarf wurde das Verhalten festgestellt.

Man kam zu dem Schluss, dass das Gras fressen ein normales Verhalten ist. Man vermutet, dass dieses Verhalten noch aus dem Verhalten der Vorfahren entspringt.

Gestützt wird dies durch eine Untersuchung von Wolfkot. Es wurde 11- 47% Grasanteil in den Kotproben der Wölfe festgestellt. Der Vorteil des Grasfressens mag gegen Parasiten helfen. Die Grasfaser gelangt in den Verdauungstrakt und stimuliert diesen zu mehr Bewegung und unterstützen auf diese Weise das Ausscheiden von Würmern und Nematoden, welche das Tier möglicherweise befallen haben.

Auf diese Weise unterstütz das Grasfressen die Probleme mit gefährlichen Parasiten.

Obwohl die meisten Hunde wohl Dank moderner Wurmkuren diese Probleme nicht mehr haben, scheint dieses Urverhalten noch immer im Haushund manifestiert zu sein.

 

Vielleicht aber mögen Hunde auch einfach nur den Geschmack des Grases... ;)

 

Gras enthält den grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll.

Chlorophyll ist ähnlich aufgebaut wie Häm, dem roten Blutfarbstoff. Nur statt des Eisenions enthält Chlorophyll ein Magnesiumion. Und Magnesium puffert Magensäure!

Bei gereizten Schleimhäuten im Verdauungstrakt wird durch Chlorophyll der Verdauungssaft gepuffert und mehr alkalisch......also milder. So kann die Aufnahme von Chlorophyll bei Gastritis durchaus hilfreich sein.

Chlorophyll reinigt gewissermassen auch den Verdauungstrakt und es wirkt gegen Körpergerüche bzw. lässt sie gar nicht erst entstehen.

 

Im Internet findet man dazu viele Informationen, auch darüber, dass Chlorophyll bei Krebserkrankungen sinnvoll ist.