Nierenprobleme und Niereninsuffizienz

Banfield unterhält 800 Kleintierkliniken in den USA und hat nun zum zweiten Mal den Pet Health Report veröffentlich. Der diesjährige Report beinhaltet auch den Informationsstand und die Beobachtungen von Besitzern über verschiedene Themen der Tiergesundheit. Es wurden mehr als 2000 Hunde- und Katzenbesitzer befragt.

Schwerpunkt in diesem Report waren Übergewicht, Arthitis, Nierenerkrankungen, Schilddrüsen- und Herzerkrankungen. Und es kam zu interessanten Ergebnissen.

www.stateofpethealth.com

 

Dabei wissen 66% der Hundehalter nicht, dass Durchfall, Erbrechen, Lethargie und Gewichtsverlust durch eine Nierenerkrankung ausgelöst werden können.

Seit 2007 hat insbesondere die Gefahr einer Nierenerkrankung bei alten Hunden um 22% zugenommen.

Bei den Katzen im gleichen Zeitraum hat für alle Katzen das Risiko um 15% zugenommen, an einer Nierenerkrankung zu leiden. Katzen leiden 7x haufiger an Nierenerkrankungen als Hunde.

37 % der Hunde 29%  der Katzen mit Nierenerkrankungen haben auch eine Parodontalerkrankung.

Wenn immer ein Hund ein Problem mit den Nieren hat, bedeutet das, dass etwas im Körper ist, was dort nicht hingehört: Üblicherweise sind das Toxine.

Die Nieren sind so etwas wie ein Filter, der beständig  aber langsam seine Arbeit verrichtet. Wenn aber der Filter, also die Nieren, nicht gereinigt werden, dann kann das zu Problemen beim Urinieren oder auch insgesamt zu Nierenproblemen.

 

Die Lösung des Problems besteht darin, die Nieren sauber zu halten, damit sie ungestört filtern können. Funktioniert die Filterwirkung, hat der Körper keine Probleme.

 

Ein funktionierender Stoffwechsel  und auch ein Hund mit einem guten Immunsystem hat diese Probleme nicht. Der Körper ist vital genug, sich selbst zu reinigen und diese Erkrankung tritt nicht auf.

 

Wichtig aber bleibt es nach wie vor, die Nieren zu "pflegen", denn Vorsorge ist wichtig.

Chronische Nierenerkrankungen unserer Haustiere treten immer häufiger auf aber leider zeigen die erkrankten Tiere erst dann die typischen Anzeichen, wenn bereits 70 - 75% der Nierenfunktionen verloren sind.

Eine eindeutige Diagnose wird durch einen Blut- und Urintest gestellt.

 

Wenn bei einem Hund die Diagnose Niereninsuffizienz gestellt wurde, empfiehlt der Tierarzt oft nur, es dem Hund bequem zu machen und ihm spezielles Nieren- Diät- Futter zu reichen, um sein Leben noch ein wenig zu verlängern.

 

So leicht möchte ich es jetzt aber nicht machen, denn man kann weitaus mehr tun. Um das aber zu verstehen, möchte ich zunächst einmal die Nieren selbst etwas mehr erklären.

 

Die Nieren filtern Wasser, Glukose, Salze und Nitrogenreste aus dem Blutkreislauf (inklusive Urin und Urinsäure), dabei werden Proteine herausgefiltert. Dieser Mechanismus ist abhängig vom Blutdruck. Ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck hat dementsprechend Auswirkung auf den Urinfluss. Urin selbst ist ein Konzentrat aus Flüssigkeiten, dass durch die Nieren fliesst. Dabei gibt die Niere die wichtigen Bestandteile zurück ins Blut und die Übrigen werden als Abfall ausgeschieden, z.B. Ammoniak.

 

Eine Nierenerkrankung oder einen Nierenfehlfunktion bedeutet eine überarbeitete Niere oder eine geschädigte Niere.

Die Nieren können durch die verschiedensten Dinge in Mitleidenschaft gezogen werden., sei es durch falsches Futter, Gifte, Medikamente oder auch durch andere Krankheiten wie etwa Niereninfektionen, Diabetis, Leptospirose und Krebs zum Beispiel. Und manchmal sind Lebererkrankungen auch genetisch bedingt.

 

In wirklich schweren Fällen einer Nierenfehlfunktion wäre eine Dialyse ratsam, aber die meisten Tierärzte geben eine Spritze mit Flüssigkeit direkt unter die Haut oder in das Fettgewebe des Halses, manchmal auch in die Vene, um die Nierentätigkeit anzuregen.

 

Die Symptome einer Nierenerkrankung sind gesteigerter Durst, Flüssigkeitsmangel (Dehydration), Appetitlosigkeit, Probleme beim Urinieren und Schmerzen. Das tritt insbesondere bei älteren Hunden auf, ganz einfach, weil der Körper altert.

 

Aber die Nierenfunktionen sind wichtig für den Körper, denn sie müssen alle schadhaften Dinge aus dem Körper heraus filtern, allerdings arbeiten die Nieren mit zunehmendem Alter und mit steigender Belastung durch Toxine immer weniger gut. Darum sollte man stets darauf achten, womit man einen Körper belastet.

 

Zum Beispiel frisches und sauberes Wasser. Es ist bekannt, dass Wasser wichtig ist für die Nierenfunktionen, insbesondere bei bereits vorhandenen Nierenproblemen. Die meisten Empfehlungen lauten: Geben Sie viel frisches Wasser. Man sollte darauf achten, dass dieses Wasser von einer solch guten Qualität ist, dass man es selbst auch trinken würde.

 

Alles, was die Leber und die Nieren zusätzlich belastet, schadet der Gesundheit des Körpers.

 

Die Fütterung

Belastungen des Futters aus schlechter Qualität der Basisprodukte, unhygienische Verarbeitung, aber auch Zusätze wie Geschmacksverstärker und Farben sind automatisch eine Belastung für Leber und Niere und können der Auslöser für eine Erkrankung sein. Ein Bewegungsmangel kann dies zusätzlich noch verstärken und den Stoffwechsel noch mehr stressen.

 

Geschätzte 90% aller Nierenerkrankung sind auf die Fütterung mit Futter schlechter Qualität zurückzuführen.

 

Bewegung ist in der Tat ein wichtiger Punkt, aber was macht man, wenn der Hund für ausdauernde Spaziergänge schon viel zu alt ist. Man stimuliert die Muskeln und den Stoffwechsel auf andere Art. Zum Beispiel mit leichten Bewegungen auf einem Trampolin oder man gibt einem kleinen Hund auf einem Schaukelstuhl. Das Balancieren des Körpers auf einem leicht- beweglichen Platz stimuliert die Muskeln auf sanfte Weise und regt den Stoffwechsel an.

 

Die Haut, als größtes Organ des Körpers, steht auch in Beziehung zu Nierenproblemen. So hat man herausgefunden, dass langwierige Hautstörungen oft in spätere Nierenprobleme münden. Wenn dann auch noch die Hautprobleme mit Cortison oder anderen Corticoiden unterdrückt werden, wird einem der Zusammenhang klar. Allein das ist schon ein guter Grund, die Ernährung des Hundes sorgfältig vorzunehmen.

 In Zusammenhang mit Nierenproblemen wird oft über die Fütterung diskutiert, ob als Auslöser oder als Behandlung. Normalerweise wird bei einer Nierenerkrankung immer eine proteinarme Ernährung empfohlen.

 

Viele haben es schön gehört: Zuviel Protein führt zu Nierenerkrankungen.

Dabei wurde die Studie, die zu diesem - falschen- Rückschluss führte, nicht an Hunden durchgeführt, sondern an Ratten. Die Ratten wurden mit unnatürlich hohen Proteinen gefüttert. Natürlich haben Ratten dann ein Problem bei einer solchen Fütterung mit den Nieren, denn sie sind Pflanzenfresser, keine Fleischfresser.

 

Hunde sind sehr wohl in der Lage, hohe Proteinmengen zu verstoffwechseln, sogar über 30% Proteingehalt in der Trockenmasse. Hunde sind Fleischfresser, so wurden sie von der Natur erschaffen. Aber Ratten sind es nicht. So wurden einige der früheren Ergebnisse aus Studien mit Ratten auf den Hund übertragen, und der Mythos um den Proteingehalt und Nierenerkrankungen war geboren.

Diese Unwahrheit wurde von vielen Hundehaltern akzeptiert.

Um nur einen Quellennachweis zu benennen, dass diese These keinen Beweis liefern kann und eine Reduktion des Proteingehaltes bei Nierenerkrankungen NICHT hilft, verweise ich auf:


Kirk's Veterinary Therapy XIII, Small Animal Practice, page 861, geschrieben von Finco, Brown, Barsanti and Bartges ".. Die Senkung des Proteingehaltes in der Nahrung beeinflusst nicht die Entwicklung von Nierenfunktionsstörungen und kann davor auch nicht bewahren (Restriction of protein intake does not alter the development of renal lesions nor does it preserve renal function.).

Lösen hohe Proteinmengen im Futter Nierenfunktionsstörungen aus? NEIN!

In einer Studie mit Hunden wurde den Tieren 7/8 der Nieren entfernt und man fütterte sie mit unterschiedlichen Proteinen und unterschiedlichen Proteingehalten. Das Protein im Futter hatte keinen Effekt auf die Entwicklung von Nierenfunktionsstörungen. Mit Katzen führte man sehr ähnliche Studien durch die aber zu keinem anderen Ergebnis kamen.

 

Dr. Hamilton vermutete viel mehr, dass ein zu geringer Kaliumgehalt des Futters zu Nierenproblemen führt. Wenn dann ein Fertigfutter aus Grundprodukten von schlechter Proteinqualität hergestellt wird und dieses Futter nicht ausgewogen ist in der Nährstoffzusammensetzung, dann kann das zu Nierenfunktionsstörungen führen.

 

Wenn der Hund eine Nierenfunktionsstörung entwickelt, dann spielt auch der Phosphorgehalt des Futters eine entscheidende Rolle. Hohe Phosphorgehalte können eine solche Störung noch verstärken.

Viele Futtermittel, insbesondere die Alleinfutter für Katzen, sind künstlich übersäuert um das Risiko der Erkrankung an FUS/ FLUTD zu minimieren. Dies aber führt wahrscheinlich zu einem erhöhten Kaliumverlust im Urin und fördert einen Abbau von Phosphaten. Genau dieses Problem: Hohe Phosphate und Übersäuerung, werden in Studien mit Katzen genauer untersucht um festzustellen, wie sehr dies auf die Entwicklung von Nierenfunktionsstörungen einwirkt. Man vermutet, dass das der Hauptgrund für eine frühe Nierenfunktionsstörung ist.

 

Hunde mit Nierenproblemen

Weil Nebenprodukte der Proteinverstoffwechselung die hauptsächlichen Toxine sind, die durch die Nieren ausgefiltert werden müssen, legt den Schluss nahe, dass man einzig und allein den Proteingehalt des Futters reduzieren muss, um die Nieren zu entlasten. Aber das ist ein Irrtum, denn der Proteinbedarf des Körpers steigt bei einer chronischen Nierenfunktionsstörung sogar leicht an.

 

Eine strikte Reduzierung des Proteingehaltes bei einem Hund mit Nierenerkrankung führt zu einer Fehlernährung mit Proteinen, obwohl dadurch der Gehalt an Urea Nitrogen, oder auch BUN (das Hauptsächliche Nebenprodukt des Eiweiss-Stoffwechsels) zeitgleich mit der Proteinreduzierung sinkt.

 

Ein Team des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) um Professor Susanne Klaus hat am Mausmodell belegt: Viel Eiweiß fördert die Wasseraufnahme.

Zudem wirkt eine eiweißreiche Kost der Fettneubildung in der Leber entgegen (Amino Acids 2012; online 31. Juli).

Hinweise auf einen eiweißbedingten höheren Energiebedarf des Stoffwechsels fanden die Wissenschaftler nicht.

 

Eiweissreiche Ernährung führt nicht nur zu einem Gewichtverlust sondern baut Muskeln auf, fördert Regeneration bei Verletzungen und stabilisiert Blutzuckerschwankungen.
Und Eiweiß versorgt nicht nur die Muskeln mit Energie, sondern bietet noch weitere Vorteile.
Vier gute Gründe für eine eiweißhaltige Ernährung:

1. Eiweiße bauen Muskeln auf! Eiweißhaltige Futter sind sehr wichtig für die Muskeln. Die im Eiweiß enthaltenen Aminosäuren sind der Stoff, aus dem Ihre Muskeln aufgebaut sind. Außerdem dient Eiweiß als Brennstoff für die Muskeln. Nehmen Hunde zuwenig Eiweiß auf oder verbrauchen sie zuviel davon, dann wird ihre Muskulatur abgebaut.

2. Der Körper regeneriert schneller!
Der Körper benötigt Eiweiße, um bei sportlichen Beanspruchungen und Verletzungen sich erholen und genesen zu können. Mit einer Eiweißkost kann man den Körper früher belasten und wieder schneller trainieren.

3. Stabilisierung des Blutzuckerspiegels!
Bei einer kohlenhydratbetonten Ernährung bewirken vor allen Dingen die einfachen Kohlenhydrate einen besonders hohen Insulinspiegel im Blut. Dieses Hormon sollte den Blutzuckerwert kontrollieren. Doch nach dem schnellen Ansteigen kommt es zu einem raschen Abfall und einer baldigen Rückkehr des Hungergefühls. Mit einer stärkeren Gewichtung von Eiweiß kommt es zu einem verzögerten und langsamen Ansteigen des Blutzuckerspiegels. Diese Stabilisierung des Blutzuckerspiegels lässt das Hungergefühl erst viel später zurückkommen.

4. Gewichtsabnahme!
Eine eiweißreiche Ernährung kurbelt den Stoffwechsel viel stärker an, denn der Abbau von Eiweiß benötigt im Magen und Darm mehr Energie als der Abbau von Fetten und Kohlenhydraten. So werden einige, der mit den Eiweißen aufgenommenen Kalorien, direkt wieder verbrannt.

Ein hoher Kalziumwert kann der Grund für, aber auch das Ergebnis einer Niereninsuffizienz sein.

Manche Mäue- und Rattengifte enthalten Unmengen von Vitamin D und lösen dadurch eine exessive Verkalkung im Körper aus. Der gleichen Effekt tritt ein beim Haustier, wenn es tagblühenden Jasmin frisst. Hohe Kalziumwerte im Blut steigern das Urninieren, möglicherweise weil es auf die diuretischen Hormone der Schilddrüse wirkt. Auch die Niereninsuffizienz kann die Kalziumwerte steigen lassen. Auslöser können sein Oxalate, Struvite oder auch Krebs im Urintrakt des Tieres, die dort für Blockaden sorgen.Auch Leptospirose oder der Süssstoff Xylithol können der Grund sein. Auch möglicherweise verantwortlich für einen hohen Kalziumwert können infektiöse Knochenkrankheiten oder Addison sein. Der Vollständigkeit halber müssen aber auch noch manche Pilzinfektionen erwähnt werden wie etwa Blastomycose, Histoblasmose und Coccidioidomykose.

 

Separatorenfleisch

Achte auf die Fleischqualität, es gibt große Unterschiede!

Fleisch ist nicht gleich Fleisch. In den meisten Barfshops wird fein gewolftes Fleisch angeboten. Hierbei muss es sich nicht um bestes Muskelfleisch handeln. Manchmal findet sich nämlich trotz dieser Auslobung ein Hinweis in der Fussnote, dass es sich um Separatorenfleisch handelt. 

Seperatorenfleisch wird von Karkassen und Knochen gekratzt, es enthält meist viel Bindegewebe und Fett. Das Fleisch ist minderer Qualität und darf im Ernährungsbereich Mensch nicht als Fleisch bezeichnet werden sondern muss als Separatorenfleisch deklariert sein. Es darf auch nur in Speisen verarbeitet werden, die erhitzt werden.

Separatorenfleisch ist fein "gewolft", wobei die Struktur nicht von einem Fleischwolf stammt, sondern von den Arbeitsprozessen des Separators. Kleine Knochenstücke im Endprodukt lassen sich nicht vermeiden und sind ganz normal (hoher Kalziumgehalt).

Separatorenfleisch ist auch anfällig für Keime usw, darum die Verwendung nur in Speisen, die erhitzt werden müssen (Lebensmittel Mensch). Separatorenfleisch ist anfällig für Mikroorganismen und deren Toxine werden in der Niere gefiltert. Vorsicht!

 

Bei der Fütterung von Separatorenfleisch, insbesondere wenn es roh gefüttert wird, ergeben sich also gleich zwei potentielle Risiken, mit denen eine Nierenerkrankung ausgelöst werden kann:

 

- zu viel Kalzium

- Toxine von Mikroorganismen

 

Interessant dazu:  Mechanically deboned meat has the highest calcium content (315–485 mg/100 g).

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3614052/

Die Hauptaufgabe der Nieren ist es, bestimmte Teile des Blutes in einem gesunden Level zu halten. Wenn der Gehalt eines bestimmten Stoffes im Blut zu hoch ist, wird dieser Überschuß in den Urin abgeleitet, ist der Gehalt eines Stoffes zu niedrig, wird dieser gespeichert. Ist die Niere geschädigt, dann kann sie diese Aufgabe nicht mehr korrekt ausführen. Ein Bestandteil des Blutes, der in diesem Fall extrem ansteigt, ist Phosphor. Und wenn der Phosphorgehalt des Blutes steigt, dann sinkt der Kalziumwert im Blut erheblich. Man vermutet, dass das verlorene Kalzium an das Phosphor gebunden und in die Knochen eingelagert wird. Dieser Effekt kann bei jeder Form der Nierenfehlfunktion auftreten.

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz tritt häufig eine renale sekundäre Überfunktion der Nebenschilddrüsen auf. Durch den Anstieg des Phosphorgehaltes bei einer Niereninsuffizienz schütten die Nebenschilddrüsen zuviel PTH Hormone aus. Der Körper versucht nämlich dem Kalziummangel gegenzusteuern und mit diesem Hormon Kalzium aus den Knochen freizusetzen.

Ausserdem gelingt es der gestörten Niere nicht, ausreichend Vitamin D bereitzustellen, um ausreichend Kalzium aus der Nahrung zu verstoffwechseln. Das Endergebnis dieser Kaskade ist ein geschwächtes Knochengerüst. Bei manchen Hunden ist insbesondere der Kieferknochen dann betroffen.

Fütterungstips bei einer Nierenerkrankung des Hundes gibt es hier.

Noch genauer erklärt ...

Die Funktion / Fehlfunktion der Niere

Zuerst einmal muss man wissen, was die Niere macht.

Die Nieren befreien den Körper von Abfallstoffen, die sich im Stoffwechsel ansammeln. Beständigen waschen sie aus dem Blut überflüssige Salze, Wasser und Metaboliten heraus. Die tatsächliche Trennung der Abfallstoffe vollzieht sich ein einem winzigen Sytem innerhalb der Niere, die man Nephronen nennt. In der Niere selbst gibt es Millionen dieser Strukturen. Jedes dieser Nephronen enthät ein Filtersystem, das man Glomerulus nennt.

 Die Glomeruli halten Blutprotein und Zellen im Blutstrom, während sie Flüssigkeiten und Abfallstoffe des Stoffwechsels in den Urin leiten. Dies ist ein komplizierter chemischer Austausch innerhalb dieses Filters. Die Nieren regulieren auch den ph Wert des Körpers und durch die Regulierung des Salzgehaltes im Körper nehmen sie auch Einfluss auf den Blutdruck. Die Zellen bilden in Verbindung mit gesunden Nephronen ein wichtiges Hormon: Erytropoietin und ein Enzym, das man Renin nennt. E. ist wichtig für die Produktion und Erhaltung von roten Blutzellen, währen Renin ein anderes Hormon aktiviert, Angiotensin, das den Blutdruck kontrolliert. Ausserdem benötigt der Körper funktionsfähige, gesunde Nieren, um Vitamin D in Calcitrol umzuwandeln. Es macht Kalzium für die Knochen verfügbar und reguliert den Kalziumspiegel im Körper.

Bei einem chronischen Nierenversagen sind die Glomeruli beschädigt oder zerstört, oder sie sind verstopft mit Proteinen und entzündeten Zellen. Dadurch kann keiner der vorgenannten Prozesse mehr ordentlich funktionieren.

In einem solchen Fall versucht der Körper zunächst gegen an zu steuern. In dem Bestreben , den Körper von Abfallstoffen zu befreien, aber die Niere vermehrt mit den noch zur Verfügung stehenden Nephronen. Das löst dann den gesteigerten Durst und das gesteigerte Wasser-lassen aus. Zunächst funktioniert die Notlösung auch, aber irgend wann kann der Körper nicht mehr genug Wasser aufnehmen, um diese Notlösung aufrecht zu erhalten.Nach und nach verliert der Körper Gewicht, wird anämisch und die Blutwerte werden auffällig. Zu diesem Zeitpunkt ist die Nierenfunktionsfähigkeit schon um etwa 50% zerstört und kann nicht mehr geheilt werden.

Die ersten Zeichen einer Nierenfunktionsstörung sind der Durst und das vermehrte Wasserlassen des Tieres. Dieses Signal wird oft durch den Besitzer übersehen, bis z.B. der Hund auch in der Nacht unruhig wird und urinieren muss. Nach und nach beginnt das Tier Gewicht zu verlieren und auch bei der Nahrungsaufnahme verändert er sein Verhalten. Dann beginnt auch die Energie des Tieres nachzulassen. Die aktiven Zeiten werden weniger während die Ruhephasen zunehmen und auch das Fell wird glanzloser. Das ist meist der Zeitpunkt, wann der Tierbesitzer sich sorgt und den Tierarzt aufsucht.

Bei einer fortgeschrittenen Nierenschädigung wird das Tier die Nahrungsaufnahme verweigern. Es kommt zu Verdauungsstörungen wie etwa Erbrechen und Durchfall. Die Wasseraufnahme sinkt und das Tier dehydriert. Oft stehen sie über ihrer Futterschüssel ohne Nahrung oder Wasser aufzunehmen. Dann hat der Körper eine Urämie entwickelt. Der Gehalz nitrogenhaltiger Abfallstoffe im Blut ist zu groß. Diese Abfallstoffe enthalten das zur azo-melukulat Gruppe gehörende Nitrogen. Eine andere Form der Urämie ist Azotemie. Tierärzte wissen zwar, was eine plötzliche Nierenfunktionsstörung auslösen kann, die Gründe aber für eine schleichende Nierenfunktionsstörung sind noch unklar. Es wurden viele- auch logische Gründe - diskutiert, jedoch sind bisher erst wenige Gründe erwiesen. Es ist aber so, dass jede Funktionsstörung die gleichen Entwicklungsstufen durchmacht. Weil eben die Ursache nicht genau benannt werden kann, spricht der Tierarzt im allgemeinen immer von einer chronischen Nierenfunktionsstörung.

Heute leben die Hunde schon allein durch die verbesserte medizinische Versorgung länger als damals, aber trotzdem leben sie nicht unendlich. Auch der Körper verfällt und anders als bei Leber, Lunge, Knochen oder Haut regenerieren sich die Nierenzellen nicht.

Manche Tiere werden bereits mit der Bereitschaft einer frühen Nierenfunktionsstörung geboren, man nennt es die Polycystische Funktionsstörung. Diese Tiere besitzen Gene, die Flüssigkeitsgefüllte Zysten in der Niere wachsen lassen. Irgendwann platzen diese Zysten auf und zerstören dabei die Glomeruli innerhalb der Niere. Dies ist besonders bei einer bestimmten Rassekatze der Fall. Es tritt zwar seltener bei Hunden auf, wird aber dennoch manchmal bei Terrien und Beagle diagnostiziert. Zu nennen sind auch Blue Merle Collies, West Highland White Terrier und Austral. Bull Terrier.

Die chronische intestinale Nephritis ist die häufigste Form der Nierenschädigung bei alten Hunden. Weniger häufig trifft es Katzen. Die Nephritis ist eine Art Entzündung der Niere. Das Gewebe rund um die Nephronen nennt man intestinales Gewebe. Pathologen haben bei entnommenen intestinalen Gewebe eine vermehrte Anzahl entzündeter Zellen festgestellt. Man vermutet, dass diese geringgradige, chronische Entzündung die Nephronen zerstört.

Eine akute Nephritis kommt in Hunden vor, die sich mit der Leptospirose infiziert haben. Nach der akuten Phase der Erkrankung bleibt der Organismus oft noch lange Zeit in der Niere und löst die Entzündungen aus. Dennoch konnte bei den meisten Hunden mit Nierenfehlfunktion nicht festgestellt werden, dass sie sich mit Leptospirose infiziert hätten. Wäre die Leptospirose verantwortlich, kann der Tierarzt bei einer Untersuchung geschrumpfte und harte Nieren feststellen.

Die Glomeruli arbeiten wie ein Filter, durch den zum Beispiel Wasser fliesst, im Körper aber filtern sie das Blut. Große Moleküle im Blut werden hier abgefangen und sammeln sich im Filter. Auf doese Art zerstören die großen Moleküle die Filterfähigkeit. Einige dieser großen Moleküle sind Antikörper kombiniert mit Antigenen. Dies können dann Borreliose, Diabetis, chronische Hautinfektionen, chronische intestinale Erkrankungen oder auch überaktive adrenale Drüsen auslösen. Man weiss auch, dass chronische Zahnfleischerkrankungen des Menschen zu Nierenfunktionsstörungen führen können, beim Hund können sie zu Herzproblemen führen. Ob es beim Hund ebenfalls zu Nierenstörungen führt, ist bislang noch nicht erwiesen.

Manchmal sammelt sich auch ein destruktives Protein namens Amyloid in den Nieren an (Amyloidose). Bei manchen Katzen ist es ein Gen-defekt. Es kommt zu eienr Überstimulation des Immunsystems. Abessyner und Siam Katzen, Shar Pei und Akitas neigen vermehrt zur Amyolodose die dann zur Nierenfunktionsstörung führt.

Eine ähnlichen Nierenfunktionsstörung löst eine Autoimmunerkrankung aus, die vergleichbar ist mit Lupus beim Menschen. Der Körper produziert Anti- Körper gegen die Niere selbst, in anderen Fällen reichern sie sich an und lösen physische Schäden aus.

Eine überaktive Schilddrüse (Hyperthyroismus) ist ein häufiges Problem älterer Katzen. Es führt dann auch zu erhöhtem Blutdruck. Auch FUS ist ein typisches Katzenproblem das durch Struvit ausgelöst wird.

 

Durch die Krankengeschichte, das Alter des Tieres und durch die Untersuchung kommt der Tierazt zur Diagnose:Chronisches Nierenversagen.

Die Niere vernarbt, wird hart, schrumpft und verkümmert. Der Tierarzt wird einige Tests für eine sichere Diagnose durchführen.

 

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ebenfalls die Nieren schädlich beeinflussen!

Der sog. Hypothyroismus kann auch durch die Gabe von zu viel Jod, z.B. durch das Ergänzungsfutter Seealgenmehl ausgelöst werden (siehe Futter abc-Seealgen).

Es verändert die glumerole Filtrationsrate und führt zu einer Niereninsuffizienz.

 

Studie dazu: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3313737/

Urinspezifisches Gewicht

Mit diesem Test erfährt der Tierarzt, wie konzentriert der Urin ist. Je niedriger das spezifische Gewichtist, desto ernster ist die Erkrankung der Niere. Letztlich sorgt aber jede erhöhte Wasseraufnahme des Tieres für ein geringeres spezifisches Gewicht des Urins. Aus diesem Grund sollte der Urin des Tieres früh morgens, am besten noch vor der Wasseraufnahme, gesammelt werden.

 

Proteingehalt des Urins und mikroskopische Untersuchung

Bei einer schlechten Nierenfunktion geraten Blutproteine in den Urin. Überwiegend handelt es sich um Albumin. Ein  hoher Proteingehalt ist meistens das erste Signal für eine Nierenfunktionsstörung. Der Gehalt an weißen Blutkörperchen und abgestorbenen Zellen gibt dem Tierarzt Auskunft darüber, ob es sich um eine plötzliche oder chronische Nierenschädigung handelt.

 

Nitrogengehalt des Blutes BUN

Nitrogen ist ein Abfallprodukt des Stoffwechsels das sich bei einer geschädigten Niere anreichert. Steigt der BUN ungewöhnlich an bedeutet es, dass Nierengewebe zerstört ist. Je höher der Gehalt an BUN, um so erster ist die Schädigung.Nitrogen- und Kreatinin Werte zeigen an, ob die Behandlung der Niere erfolgreich ist, darum werden diese Tests häufiger während der Therapie durchgführt.

Kreatiningehalt des Blutes

Kreatinin ist ein Proteinmetabolit dessen Gehalt in Verbindung mit dem BUN fällt oder steigt. Dabei ist aber der Kreatiningehalt der bessere Informant, weil es nicht so schnell reagiert wie Nitrogen wenn das Tier z.B. dehydriert ist oder gerade eine proteinreiches Mahl zu sich genommen hat. BUN und Kreatinin werden meist zusammen gemessen und werden dann als Verhältnis von BUN und Kreatinin ausgewertet. Ein hohes Verhältnis kommt oft bei dehydrierten Tieren vor, ein niedriges Verhältnis kommt vor bei mäkeligen Fressern, schlechter Nährstoffaufnahme, fortgeschrittener Leberschädigung oder später Trächtigkeit.

Mit Werten unter 2,8 mg/dl kann ein Tier noch viele Jahre leben, bei Werten über 4 mg/dl sind immer noch Lebensmonate bis -jahre zu erwarten, bei einem Wert ab 5 mg/dl bedeutet es, das 80-90% der Niere zerstört sind. Man kann diese Tiere zwar am Leben erhalten, aber hier sollte man sich fragen, ob das die richtige Antwort auf die Liebe Deines Tieres ist. Egoismus kann mit Tierliebe entschuldigt werden, aber hier sollte man wirklich gut entscheiden.

Bestimmung von Kalzium und Phosphor im Blut

Phosphor ist eines der Mineralbestandteile des Blutes, es ist aber auch reichlich im Futter des Tieres enthalten. Eine geschädigte Niere kann nicht die Übermenge des Phosphors in den Urin umleiten, darum ist ein erhöhter Phosphorgehalt des Blutes ein Zeichen für eine Nierenschädigung. Ist das Verhältnis vomnn Kalzium und Phosphor im Blut abnormal, dann leiden die Knochen. Aus diesem Grund sollte das Tier bei einer Nierenschädigung wenig Phosphor mit der Nahrung aufnehmen.

Der Stoffwechsel dieser Tiere verliert dann auch die Fähigkeit Calcitrol zu bilden. In diesem Fall nimmt der Stoffwechsel dann auch zu wenig Kalzium aus der Nahrung auf.

Kalium

ist ausgesprochen wichtig für die Körperfunktionen. Arbeitet die Niere schlecht, steigt der Kaliumgehalt an. Das nennt man Hyperkalämie, das Tier ist dann lustlos, erbricht und das Herz arbeitet unregelmäßig. Verliert das Tier wegen weit fortgeschrittener Nierenschädigung des Appetit, kann der Kaliumgehalt gefährlich fallen.

 

Hämatokrit

Mit dem Hämatokrit stellt man eine mögliche Anämie fest. Ist der Wert niedrig, produziert der Körper zu wenig rote Blutkörperchen. An der Produktion roter Blutkörperchen ist ein Hormon der Niere beteiligt, Erytropoetin. Ist die Niere geschädigt, produziert sie zu wenig von diesem Hormon.

 

Blutdruck

Möglicherweise wird der Tierarzt auch den Blutdruck messen. Bei Tieren mit Nierenschädigung ist der Druck normalerweise erhöht. Es ist aber noch inklar, ob der erhöhte Blutdruck mit ein Grund ist für die Schädigung oder ob er als Folge dieser erhöht ist. Ein hoher Blutdruck kann die Nieren schädigen, andererseits steigt dieser aber auch bei einer Nierenschädigung an, man nennt es sekundäre Hypertension.

Umrechnungsformeln Harnstoff:BUN

 

BUN (mg/dl) x 2.14 = Harnstoff (mg/dl)
   Harnstoff (mg/dl) x 0.467 = BUN (mg/dl)

Kreatinin und BUB- Verhältnisse deuten

 

HARNSTOFF erhöht - KREATININ normal, erhöhter BUN Quotient

 

Prärenale Azotemie - es wird zu viel Eiweiss abgebaut

- bei schweren Krankheiten oder Unfällen

- bei Blutungen im Verdauungstrakt

- bei Hämolysen (Zerstörung roter Blutkörperchen

- Bei Krankheiten die Körpergewebe zerstören

- bei Therapie mit Glucocorticoiden (zB. Cortion)

- bei Übermässiger Aufnahme von Eiweiss oder Infusionen

 

Minderdurchblutung der Niere, dadurch weniger Harnstoff

(Herzschwäche, Schock, zu niedriger Blutdruck, Austrocknung (Durchfall, Erbrechen, u wenig Trinken)

 

Harnstoff steigt erst bei schwerer Nierenschädigung (von etwa nur noch 30% der Niere funktionieren)

Renale Azotämie- Problem ist direkt in der Niere

 

 

Harnstoff erhöht - Kreatinin erhöht - BUN Quotient normal bis vermindert ( je nachdem wie viel Eiweiss gefüüttert wird.

Das Prolem liegt in der Niere selbst

 

Postrenale Azotömie - das Problem liegt hinter der Niere

 

Harnstoff stark erhöht - Kreatinin erhöht - BUN Quotien erhöht

bei niedriger Eiweisszufuhr und Leberschäden ist der

 

Harnstoff erniedrigt und Kreatinin normal- BUN Quotient erniedrigt

Noch mehr Zahlen und Werte

Eine Nierenstörung wird in 4 Stufen eingeteilt, als Wert wird das Kreatinin genommen.

 

Stufe 1 : Serum Kreatinin kleiner 1,4 mg/dL oder kleiner 124 Umol/L

Stufe 2                            1,4 - 2,0                     125 - 179

Stufe 3                            2,1 - 5,0                     180 - 439

Stufe 4                            größer 5                      größer 500

Urin Protein / Kreatinin Quotient

kleiner 0,2    nicht urämisch

0,2 - 0,5       grenzwertig urämisch

mehr als 0,5 urämisch

Systolischer Blutdruck (mmHg)

kleiner 140   normal

140 - 160   grenzwertig

größer 160 Bluthochdruck

Behandlungsbeispiele nach Stufe der CNI

frühe Form Stufe 2:

Antibiotika bei Pyelonephritis, OP bei obstruktiver Nephro/ Ureterolith, Chemo bei renaler Neoplasie

Stufe 2 und 3:

Spezielle Diät, evtl. Phosphatbinder, Anti- Proteinurics (ACEI, Omega 3, CCA (Kalzium Kanal Antagonisten) ), Bluthochdruck senkende Mittel

Stufe 3 und 4:

Fluid Therapie, Azidose behandeln, Elektrolyth- Korrekturen, Antiacide, usw.

 

Behandlung

Heilen kann man eine Niere nicht, aber man kann das Fortschreiten verzögern und das verbliebene gesunde Gewebe effizient unterstützen. Dabei werden auch die Nebeneffekte der Erkrankung gesteuert. Eine Nierenschädigung ist progressiv.

 

Diätfutter aus dem Handel sind niedriger im Proteingehalt, meist um 1/3 bis 1/2. Auch der Salzgehalt ist in diesen Diätfuttern gesenkt. Außerdem enthalten sie Omega 3 und 6 Fettsäuren und Kaliumcitrat um einer Übersäuerung des Körpers vorzubeugen. Der Phosphorgehalt dieser Futter ist deutlich gesenkt.

Allerdings muss das Tier bei einer proteinärmeren Ernährung stets überwacht werden, damit der Proteingehalt nicht zu niedrig wird für das Tier und das Tier auch nicht an Gewicht verliert. Wenn das der BUN und Kreatiningehalt bei einer proteinärmeren Ernährung fällt und das Tier dabei einen insgesamt guten Eindruck macht, ist alles in Ordnung. Es gibt aber Entwicklungsstadien bei einer Nierenschädigung, in der eine proteinarme Ernährung nicht mehr angemessen ist.Nämlich wenn etwa 7/8 der Niere zerstört ist.

Katzen sind weniger tolerant für eine proteinarme Ernährung und sie verstoffwechseln Kohlenhydrate auch nicht so gut wie Hunde. Hier ist es angebrachter statt Kohlenhydrate mehr Fett und wasserlösliche Faser zu füttern. Tatsächlich kann ein höherer Fettgehalt gut sein bei einer Nierenfunktionsstörung. Ketosäuren aus der Body-builder- Ernährung können ebenfalls das Protein in der Nahrung ersetzen, allerdings setzen Tierärzte diese nicht ein.

 

Egal wie gefüttert wird, der Phosphorgehalt sollte niedrig sein. Die natürlichen Phosphorgehalte von Proteinreichen Fertigfuttern, Fleisch, Geflügel, Fisch, Milchprodukten, Erbsen und Bohnen sind am höchsten. Der Gehalt an Salz sollte angepasst sein, Omega Fettsäuren aus Fisch und Leinsamen sind vorteilhaft.

 

Ab einem BUN über 60 mg/ dl sollte der Proteingehalt der Nahrung niedrig gehalten werden.

Vitaminzugaben

Tiere mit geschädigter Niere haben oft wenig Appetit, verlieren Gewicht und werden anämisch. Oft kommen Verdauungsprobleme hinzu und Nährstoffe werden schlecht verstoffwechselt. Die zusätzliche gabe von B- Vitaminen wirkt appetitanregend und positiv für den Körper.

ACE Hemmer

Die wichtigen Organe der Säugetiere, wie etwa der Niere, unterscheiden sich eigentlich nicht voneinander. Daher kann man gut Forschungsergebnisse anderer Spezies, wie etwa Ratten, übertragen. Podozyteh sind Zellen der Nierenkörperchen und für die Filterung des Blutes verantwortlich. Wenn aber die Podozyten beginnen abzusterben, dann zieht sich dieser Vorgang fort. Hier sollen ACE Hemmer diesen Vorgang verlangsamen. Man setzt große Hoffnung auf diese Wirkstoffe, gebräuchlich sind z.B. Benazepril oder Enalapril.  Wird ein solcher Hemmer verabreicht, muss der Kreatininwert des Blutes überwacht werden und dieser Wert nicht steigt. Bei einer fortgeschrittenen Schädigung des Nierengewebes, wenn die verbliebenen Glomerulifilter schon übermässig arbeiten, kann der ACE Hemmer den Druck in der Niere senken, so dass eine Urämie verschlimmert werden kann. Hier wird am besten eine 24h Kreatinin Clearance veranlasst. 

Die häufigsten Nebenwirkungen des Hemmers sind Magen- und Verdauungsbeschwerden, Erschöpfung und ein niedriger Blutdruck. In diesen Fällen muss die Dosis reduziert werden. ACE Hemmer sollte man einschleichen.

Phosphorbinder

blockieren die Absorbtion von Phosphor. Früher wirden aluminiumhaltige Präperate verwendet, heute rät man eher zu Kalziumacetat (PhosLo) und Sevelamer (Renagel).

 

Calcitrol

wird verwendet, wenn das Tier aufgrund fortgeschrittener Nierenfinktionsstörung nicht mehr genug aktives Vitamin D bildet. Es wird vor allem dann verabreicht, wenn die Kalzium- Phosphorwerte abnormal sind.

 

Kalium

wird zusätzlich gegeben, wenn der Kaliumgehalt im Blut zu niedrig ist. Dies kann unterstützend wirken.

Erytropoetin

ist ein zweischneidiges Schwert. Es wurde für Menschen entwickelt und ein Tierkörper kann dagegen Antikörper entwickeln, Wenn dies geschieht, wird nicht nur das humane E. zerstört, sondern auch das eigene. Außerdem kann es eine Anämie verstärken.

 

Lösliche Faser wie z.B. Rübenschnitzel

helfen dem Körper, Giftstoffe auszuscheiden. Aus diesem Grund findet man es häufig als Bestandteil von Fertigfutter. Wenn man das Futter selbst herstellt, kann man auf Rübenschnitzel für Pferde zurückgreifen. Sehr gut sind Speeds Beets, unmelassierte Rübenschnitzel, die in 10 Minuten aufgeweicht sind.

Begleiterscheinungen CNI ab Stufe 3

Möglicherweise auftretende Beschwerden

 

Juckreiz

Dies kann ab Stufe 3, auftreten, ist jedoch häufiger in Stufe 4 und 5.die Toxine werden nicht mehr ausreichend ausgeschieden und verursachen den Juckreiz.

Ab Stufe 3 nimmt die Nierenfunktion beständig ab, hoher Blutdruck, Anämie und Knochenerkrankungen kkönnen auftreten. Der Niere gelingt der Ausgleich zwischen Kalzium und Phosphor nicht mehr, ein zu niedriger Kalziumspiegel veranlasst die Nebenschilddrüsen Parathyroidhormon (PTH) auszuscheiden, zuvieel PTH führt zum Jurckreiz.

 

Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Durch die Anämie kann es zu Müdigkeitserscheinungen kommen.

 

Ödeme

Die Niere kann den Flüssigkeitshaushalt nicht mehr regulieren, es kann zu Wasseransammlungen kommen, die auch das Atmen erschweren können.

 

Veränderung des Urins

Der Urin kann schaumig dunkel orangefarben erscheinen. Möglicherweise wird weniger Urin ausgeschieden, dafür aber etwas häufiger.

 

Durchfall

Durch eine CNI ist das Immunsystem des Hundes geschwächt und es kann auch zu Durchfall kommen. Auch hier kann man regulierend über die Fütterung einwirken.

Selbst gekochtes Apfelmus mit etwas Zimt schafft Abhilfe, denn Äpfel enthalten Pektin was günstig ist bei Durchfall. Die oft bei Durchfall empfohlene Morosche Karottensuppe ist aufgrund des Kaliumgehaltes (CNI-Bluthochdruck) nicht zu empfehlen. Apfel sind basisches Obst, die sowohl Kaliumarm als auch Phosphorarm sind. Rezept unter Fütterung bei Nierenproblemen.

 

Weiterhin kann es auch zu Nierenschmerzen kommen und Schlaflosigkeit.

Absolute Falschaussagen von "Therapeuten"

Immer wieder wird dem betroffenenen Hundehalter empfohlen, sich z.B. an einen Tierheilpraktiker zu wenden. Dabei stößt man mitunter auf Informationen von "Therapeuten", die direkt klar machen, dass das Problem der CNI nicht erkannt wurde.

 

Beispiele:

 

Fertige Nierendiätfutter enthalten zwar einen geringeren Phosphoranteil (durch reduziertesFleisch), enthalten aber dafür meist Füllstoffe, wie z. B. Flohsamenschalen, die den Hund zwar sättigen, aber keinerlei verwertbare Nährstoffe für den Hund liefern.

Richtig ist: Flohsamenschalen sollen Toxine an sich binden und auf diese Weise die Niere entlasten. Es ist SINNVOLL!