Mal  nach Dosenfutter geguckt...

Angeregt durch viele Facebook- Diskussionen habe ich heute mal nach Dosenfutter geschaut, wie es reichlich und vielfältigsten Ausführungen angeboten wird.

...manchmal wünschte ich mir meine rosa-rote Brille zurück.... :(

 

Zuerst sah ich einen Imagefilm der mir Aufschluss über die Produktion einer bestimmten Marke geben sollte. So jedenfalls der Titel

Der Imagefilm hat eine Dauer von 11 min. Aha.....also viel Info!...oder doch nicht?

Nachdem ich 6 Minuten lang eingestimmt wurde auf den Hund als besonderes Lebewesen und Partner des Hundes gab es dann ab etwa Minute 6 die gewünschten Informationen mit der unglaublichen Dauer von 2 Minuten, um es mal auf den Kerninhalt zu bringen.

 

Im Zeitalter der Koch- Shows im TV fielen mir sofort 3 interessante Dinge auf:

- die Möhren kamen samt Stielansatz in den "Hächsler"

- die Zucchini kamen samt Stielansatz in den "Hächsler"

- und das Produkt werde nur kurz gekocht und sterilisiert wegen der "Frische" der Produkte

 

Der Rest des Films war dann noch Überzeugungsarbeit. Ein Mensch, der das Produkt vermeintlich isst...tatsächlich sehen kann man es nicht...

 

Warum schneiden wir Menschen den Stielansatz der Karotten weg....diesen Möhrenkopf mit Farbwechsel von grün zu orange? Richtig! Er schmeckt nicht...er ist bitter!

Und warum machen wir das auch bei den Zucchinis? Richtig! Er ist bitter! Zucchinis, Gurken und auch Kürbisse können den Bitterwirkstoff Cucurbitacin enthalten. Dieses Gift löst die Schleimhaut im Magen- und Darmbereich auf. Normalerweise ist der Bitterstoff herausgezüchtet, aber den Stielansatz verspeisen wir niemals.

 

Und nun zur Einkochzeit der Dosen oder Konserven....Das Fleisch wird in einem Kutter gehäckselt, richtig klein geschnitten. Dabei entsteht Wärme. Damit das ganze nicht zu warm wird und vorgegart, werden Eiswürfel zugegeben. Wie bei der Produktion von Wurstfülle. Ist genug Wasser im Fleischbrei und den Dosen, dann spart es anschließend Stromkosten bei der Sterilisation. Je mehr Wasser, desto kürzer der Sterilisationsvorgang. Trotzdem muss ein bestimmter Zeitraum bei Fleischhaltigen Konserven eingehalten werden. Es gibt also in so fern kein besonders schonendes Garverfahren bei einem Hersteller.

 

Aber nun schaute ich nach anderen Nassfuttern und zwar ganz genau in die Zutatenliste.

 

Vielfach steht dort Herz an erster Stelle. Herz ist Muskelfleisch....wird doch gesagt, ist doch auch ein Muskel, oder? Prinzipiell ja, aber...ein ganzes Herz kann bis zu 30% Fett haben, und Bindegewebe, Adern, hat es auch. Wenn wir uns ein Rinderherz zubereiten, dann entfernen wir diese Teile und wässern das verbliebene Herz für ein paar Stunden. Wir sollten Herz auch nicht öfter essen als 1 x, maximal 2x in der Woche. Herz enthält viel Kupfer, Kupfer ist der Gegenspieler von Zink. Zuviel Herz kann einen Zinkmangel auslösen. Manche Hersteller sind dann so fair, und setzen der Dose Zink zu. Zink- Chelat ist dabei besonders gut!

Und dann findet man Hinweise auf Lunge, auf Euter, obwohl vorne auf dem Etikett das feinste Filet- Fleisch prangt. Ist Euter oder Lunge denn nicht gut?

Euter und Lunge gehören zu den Bindegewebsreichen Nebenprodukten...oder Fleisch?....wie auch immer...

Bindegewebshaltige Schlachtabfälle sollen bei einem gesunden (!) Hund nicht mehr als als 5% bis maximal 15% der Gesamtproteinmenge ausmachen. Größere Mengen führen zu Blähungen und Durchfall oder sogar zu einer Dysbiose, einer falschen Bakterienzusammensetzung, im Darm. Das kann eine IBD ungemein begünstigen.

http://www.vetmed.uni-muenchen.de/downloads/keldat_kroeger.pdf

Bindegewebsreiche Schlachtabfälle sind grundsätzlich minderwertiges und schwerer verdauliches Protein/Eiweiß ist. Dadurch bedingt kommt es u.a. vermehrt zu einer Verdauung im Dickdarm und dadurch zu erhöhten Stoffwechselabbauprodukten und insgesamt kann dies zu unerwünschtem Durchfall, Bauchgrummeln oder Blähungen  führen.

Mann kann diese Schlachtnebenprodukte noch ein wenig sortieren, in bessere Qualität     ( mit brauchbaren Inhaltsstoffen aber minderwertigem Protein, geringer Verdaulichkeit aber hoher Akzeptanz): Lunge, Mägen, Darm, Zunge, Kehlkopf, Milz

und Schlacht- Nebenabfällen geringer Qualität (keine besonderen Inhaltsstoffe, Protein minderwertig, wird aber gefressen): Euter, Därme, Ohren, Sehnen, Schwarten, Knorpel Luftröhre, Speiseröhre, Sehnen, usw.).

 

Guckt also auch unbedingt auf die Rückseite der Dose und lasst Euch nicht von dem blenden, was vorne aufgedruckt ist.

Das beste Protein ( wegen der Aminosäurezusammensetzung) stammt aus Muskelfeisch. Zu viele und vor allem bindegewebsreiche Nebenprodukte sind nicht gut für die Darmschleimhaut des Hundes. Seid skeptisch...

 

 M/Z Meyer/Zentek "Ernährung des Hundes", 5. Ausgabe Parey Verlag

 

 

 

 

 

 

 

Epigenetik

Lebensgewohnheiten, - erfahrungen und Ernährungsweisen der Eltern und Großeltern beeinflussen die Genetik der Nachkommen über die Eizelle und das Sperma.

 

Interessant, oder !?

 

Die Epigenetik ist noch relativ jung, birgt aber sehr viel Potential für die Einflussnahme auf die Gesundheit der nachfolgenden Generationen.

Während man früher immer davon ausging, dass allein der "klassische DNA- Code" verantwortlich ist für die Entwicklung einer Nachfolgegeneration, so ist es heute bewiesen, dass bereits die Lebensumstände der direkten Vorfahren wie den Eltern und Großeltern Einfluss nimmt auf die Vererbung. Und zwar über die Methylisierung, die je nach dem genetische "Funktionen" verändert oder sogar abschaltet, also in die Regulation der Gene.

 

So kann das, was die Eltern essen, die Gesundheit des Nachwuchses beeinflussen. Eine Fettleibigkeit der Eltern oder auch Diabetis können somit vererbt werden. So hat zum Beispiel eine Studie mit Mäusemännchen offenbart, dass eine fettreiche Ernährung des Vatertieres den Stoffwechsel der Nachkommen negativ beeinflusst. Der mütterliche Einfluss auf die Gesundheit der Nachkommen ist sogar noch größer. Je nach Geschlecht sind die Nachkommen sogar unterschiedlich betroffen: Weibchen wurden dicker, Männchen hatten Blutzuckerprobleme.

Epigenetik ist die Vererbung erworbener Eigenschaften, es ist eine sehr schnelle Reaktion der "Natur" auf veränderte Lebensumstände zur Erhaltung der Art....so könnte man es vielleicht beschreiben...Umweltreize greifen sofort durch die chemische Veränderung von DNA und Proteinen in das Erbgut ein ohne die Abfolge der DNA- Bausteine zu verändern oder den Aufbau von Proteinen oder Enzymen zu ändern. Aber es verändert die Aktivität der Gene bis hin zum totalen Ausschalten.

 

Diese epigenetische Wirkung betrifft bereits den Fötus. Der Nachwuchs wird bereits über den Stoffwechsel der Mutter auf die Lebensumstände programmiert, die den Fötus nach der Geburt erwarten. Ist die Mutter mangelernährt, stellt sich der Fötus auf eine karge Ernährung ein, anders rum natürlich genau so. Sind aber die Lebensumstände für den Fötus später tatsächlich anders, dann führt der Nahrungsüberfluss z.B. bei einem auf Mangelnahrung programmierten Fötus später zu Krankheiten und einer verkürzten Lebensspanne.

 

Eine interessante Studie dazu wurde mit Rhesusaffen durchgeführt. Eine Gruppe Affen erhielt eine um 30% kalorienreduzierte Nahrung, die Kontrollgruppe wurde normal gefüttert. Nach 20 Jahren lebte nur noch die Hälfte der Kontrollgruppe, die Affengruppe der kalorienarm ernährten Gruppe waren bei guter Gesundheit, Herz- Kreislauferkrankungen oder auch Diabetis traten bei ihnen erst sehr viel später auf. (Colman et. al 2009).

 

In einem Versuch mit Mäusen konnte sogar defektes Erbgut durch die Ernährung der Mutter bei den Nachkommen "repariert" werden. Die Mutter hatte davon selbst, für sich, keinen Nutzen, aber dafür die Abkömmlinge. (Cooney et. al 2002).

 

Doch nicht nur die Ernährungsweise der direkten Eltern wird vererbt, auch Erfahrungen des Elterntieres beeinflussen den Nachwuchs.

Hier gibt es interessante Versuche mit Ratten. Fürsorgliche Rattenmütter brachten einen stressresistenten und mutigen Nachwuchs. Schlechte Rattenmütter hatten Nachwuchs, der ebenfalls seinen eigenen Nachwuchs schlecht versorgte. (Francis et. al 1999)

 

In einer anderen Studie wurden Mäuse mit einem bestimmten Geruch, der mit einem Stromschlag verbunden war, konfrontiert. Tatsächlich reagierten auch die Nachkommen dieser Mäuse auf den Geruch negativ.

 

Die Mutter ist bereits für den Fötus das Maß, an dem sich der Körper des sich entwickelnden Lebewesens orientiert, um sich auf die nach der Geburt zu erwartenden Lebensumstände einzurichten. Aber auch die Lebensumstände des Vaters nehmen Einfluss denn entscheidend für die Epigenetik sind Eizelle und Sperma.

 

Das sind sehr interessante Informationen die zum Beispiel auch in der Hundeernährung berücksichtigt werden sollten.

 

Eine Mutterhündin, die gebarft wird und dies vielleicht sogar eher nachlässig, was die Nährstoffversorgung betrifft, wird dies in irgend einer Form an den Nachwuchs weiter geben. Googelt man ein wenig, dann findet man Hinweise, das Welpen von Barf- Anhängern kleiner sind als konventionell aufgewachsene Hunde. Ein solches Phänomen gab es im 2. Weltkrieg in Holland. Aufgrund von Mangelernährung waren die Kinder  aus dieser Zeit verhältnismässig klein, und auch deren Nachkommen und die Kinder der Nachkommen, obgleich diese keiner Mangelernährung mehr ausgesetzt waren.

Werden die Elterntiere fettreich gefüttert wird der Nachwuchs möglicherweise übergewichtig und Diabetiskrank. und  ein Auslandshund aus dem Tierschutz, der als Welpe unter schlechten Umständen geboren wurde, kann dann tatsächlich nach seiner "Rettung" auch krank gepflegt werden. Ein Welpe aus einer Hundevermehrung ist sehr wahrscheinlich nicht geeignet, um damit eine neue Zucht zu begründen.  Aber es stellen sich dann auch interessante Fragen in der Ernährung:

Was passiert, wenn Elterntiere mit hydrolisiertem Futter ernährt werden oder mit einem Proteinreichen Futter, welches den Bedarf mehr als deckt? Werden diese Elterntiere in der Zucht verwendet, welche Folgen hat das dann auf den Welpen, der bereits als Fötus auf diese Art Lebensumstand programmiert wurde?

 

Ich wünsche mir in diesem Sinne weit aus mehr Verantwortlichkeit und umsichtiges Denken. Als ich vor vielen Jahren sagte: Gesundheit, Leistung und Langlebigkeit kommt aus den Genen ...und aus dem Futter....meinte ich es auch so.

 

Eine optimale Versorgung schon der Mutter und der Welpen sind eine optimale Voraussetzung für das Leben. Futtertrends sind dafür nicht geeignet.

Regelmässig weise ich darauf hin, dass der Hund normalgewichtig sein sollte. Bei Hunden mit Problemen werden auch scheinbare Nebensächlichkeiten von mir hinterfragt.

Aber die Mühe lohnt sich.

Die Epigenetik zeigt wie wichtig es ist, die Erkenntnisse der Forschung wahrzunehmen.

 

 

http://www.shendao.eu/fr/epigenetische-einfluesse-auf-die-dna

Vergleichsstudie Roh-Gekocht- Trockenfutter

In den nächsten Tagen folgt hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse auf deutsch.

Schon gewusst: Warnhinweise

Gerade bin ich über etwas Neues gestolpert, über das es sich lohnt nachzudenken....

 

Hundehalter, die ihren Hund roh füttern zw. barfen, sind immer auf der Suche nach einer neuen Quelle. So werden, ich berichtete bereits darüber, sogar Kleinanzeigen aufgegeben in denen nach Schlachtabfällen von Kleintierhaltern und Jägern, aber auch Schäfern, Anglern und Bauern gesucht wird.

 

Man will seinen Hund ja schliesslich gesund ernähren....!

 

Und da frage ich mich, ob diese "Selbstversorger" auch regelmäßig die Warnhinweise unseres Ministeriums zur Kenntnis nehmen:

 

"Aus Vorsorgegründen Schafleber meiden", "Innereien von Wildtieren nur gelegentlich verzehren", "Hinweise für den Verzehr selbstgeangeleter Flussfische beachten "......

 

Und warum diese Warnungen: Wegen der Belastung mit Schwermetallen und Toxinen!

 

so kann man es auf der Seite des Ministeriums lesen

http://www.bmub.bund.de/themen/gesundheit-chemikalien/gesundheit-und-umwelt/lebensmittelsicherheit/verbrauchertipps/

 

Ich beobachte jedenfalls täglich aufs neue die aktuellen Diskussionen der Frischfütterer mit Spannung, Neugier und Interesse

 

Bis dahin.....

 

Hundeernährung- viele Möglichkeiten schaffen viel Verwirrung

 

Ein Überblick und Kommentar

 

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, DAS scheint aber auch das einzig Wahre zu sein, alles andere ist ein „entweder“ oder „oder“.

Während die Wissenschaft festgestellt hat, dass der Hund zwar vieles gemeinsam hat mit dem Wolf, tatsächlich aber eine ganz eigenes Spezies darstellt und auch nicht zu den Carnivoren, sondern den Omnivoren gehört, also zu den Allesfressern, beharrt die Rohfutter- Anhängerschaft darauf, den Hund der Abteilung „Wolf“ zuzuordnen. Dies bezieht sich aber auch nur auf die Wahl des Futters in seiner Eigenschaft als roh bis blutig.

 

Während es völlig akzeptiert wird, dass der Hund nahe dem Menschen lebt, wohl möglich sogar in seinem Bett schläft und eben nicht, wie der Wolf, jederzeit ungehindert auf seine natürlichen Nahrungsquellen zugreifen kann, weil es da noch so etwas wie Kühlschränke, Gefriertruhen und ähnliches gibt, wird standhaft die Rohfütterung als die einzig wahre und gesunde Fütterung bejubelt.

 

Hunde leben seit Jahrtausenden in der Nähe des Menschen und ernährten sich von dessen Lebensmittelresten, wobei in den frühesten Jahren wohl kaum etwas wirklich übrig blieb. Aber die Hunde und die Menschen rückten nah beieinander, während der Wolf das lieb, was er war, ein Wildtier. Hunde entwickelten sich zu den verschiedensten Rassen mit den unterschiedlichsten Stärken in ihren Fähigkeiten, mit den verschiedensten Wesenszügen, ausgerichtet auf das Zusammenleben mit dem Menschen. Der Hund wird in der Nähe des Menschen älter als der freilebende Wolf, ihn plagen weniger Parasiten, weniger Nöte, denn der Mensch kümmerte sich um den Hund. Die Wölfe müssen mit dem zurecht kommen, was ihnen die Natur bereit stellt. Sie müssen ihre Nahrung suchen und erarbeiten, erhalten keine medizinische Versorgung, keinen trockenen und warmen Platz im Haus des Menschen.

 

Einen Hund kann man, dank der Wissenschaft, bis auf den Punkt genau bedarfsgerecht füttern. Aber halt, was ist bedarfsgerecht? Aus traditioneller Sicht braucht er „seinen“ Anteil an Nahrung die er vom Menschen erhält. Aus wissenschaftlicher Sicht sind das grob umrissen: Fett, Protein, Faser und Vitamine und Mineralien.Aus der Sicht des Wolfes bedeutet „bedarfsgerecht“ eigentlich eher „artgerecht“ oder noch besser „naturgemäß“, also zwangsweise roh und nicht immer das Optimale. Der Wolf fängt nicht jeden Tag ein Beutetier, darum gab ihm die Natur einen besonderen Magen der es ermöglicht, bei gutem Fangerfolg riesige Mengen zu verschlingen.Abhängig von Jahreszeit und Gesundheitszustand des Wolfes kann aber eine solche Beute auch sehr kläglich ausfallen oder es muss sogar gehungert werden.

Diese Zwangs- Karenzzeiten mögen vielleicht sogar sinnvoll sein angesichts der sehr staken Magensäuregehalte, die benötigt werden, um rohes Fleisch zu verdauen.

 

Ich habe mich dazu entschieden, dass meine Hunde „ihren“ Anteil von mir erhalten, und das in möglichst optimaler Form: Ausgewogen und darauf ausgerichtet, den Hund bzw. dessen Körper mit allem zu versorgen, damit keine Mängel entstehen und mein bester Freund möglichst lange an meiner Seite bleibt.

 

Mangel- oder Überversorgungen können Krankheiten begünstigen. Über diesen Punkt muss man wohl nicht diskutieren. Aus diesem Grund füttere ich Trockenfutter eines Herstellers, dem ich vertraue. Und meinen Hunden geht es gut damit. Meine Hunde....eine sehr unterschiedliche Mischung aus Riesenrassen, Kleinhunden und dem dazwischen.

 

Ich lebe sehr sorgenfrei mit dieser Variante. Sorgenfrei gleich in mehrfacher Hinsicht!

 

Die Qualität des Futters ist sehr gut und auch der Preis ist für mich durch aus akzeptabel und im Laufe der Jahre auch relativ konstant. Anders zeigt es sich bei der Preisentwicklung in Bezug auf die „Rohfutter- Welle“ der Hundehalter. Während der Preis meines Sonntags- Bratens auch nach 10 Jahren nahezu identisch ist, sind die Preise für Schlachtabfälle nahezu explodiert. Was es früher beim Metzger noch geschenkt gab, muss heute teuer bezahlt werden. Preissteigerung von 100% und mehr sind keine Seltenheit. Der Einkauf und die Lagerung meines Trockenfutters sind relativ simpel im Vergleich zum Frischfutter und dessen Kühlung. Nein, ich möchte keinen extra Kühlschrank für die Hunde kaufen und unterhalten, ich möchte nicht Pansen und Innereien in Portionen sezieren, Beutel befüllen, tiefkühlen und wieder aufteilen. Ich möchte auch nicht stundenlang an Barf- Plänen rechnen mit dem Ergebnis, dass eine optimale Nährstoffabdeckung ohne Zugabe von extra Vitaminen oder Mineralien schlichtweg nicht möglich ist. Da lasse ich mich auch nicht durch den allbekannten Spruch trösten, es würde sich alles irgend wann ausgleichen, wenn nur möglichst viele Bestandsvariablen im Rohfutter enthalten sind. Natürliche Fütterung wie die Ernährung des Wolfes beinhaltet ganz sicher auch die Mangelversorgung über mehr oder weniger lange Zeiträume,....aber das will ich nicht weil es nicht Not tut. Und ehrlich gesagt bin ich auch so weit aufgeklärt, dass ich weiß, welches Infektionspotenzial rohe Schlachtabfälle bergen können.

 

Das Erhitzen der Nahrung hat seit der Entdeckung des Feuers dazu beigetragen, dass unsere Nahrung bekömmlicher und „sauberer“ wurde. Mancher Nährstoff erschliesst sich dabei erst so richtig. Und dies hat auch zu der Entwicklung des Menschen beigetragen. Auch das Fermentieren der Nahrung war ein wichtiger Schritt. Dies hat aber nichts damit zu tun, dass manch ein Rohfutter- Anhänger das Rohfutter tagelang im Garten liegen lässt, um es „reifen“ zu lassen. In diesem Fall setzt schlichtweg die Verwesung ein. Für mich ist der Entschluss zur Rohfütterung ein Widerspruch in sich. Trockenfutter ist weit weniger kontaminiert und da ich nicht nur ein Freund des Hundes bin, sonder auch Verantwortung für meine Mitmenschen empfinde, minimiere ich die Infektionsrisiken so weit wie möglich. Roh gefütterte Hunde können zur Verbreitung Antibiotika resistenter Keime beitragen, aber auch zur Verbreitung von Campylobacter und anderen gefährlichen Keimen und Bakterien.

 

Oft wird behauptet, dass Zusätze in Fertigfuttern Allergien oder schlimmeres auslösen können. Tatsächlich gibt es dafür aber kaum einen Anhalt. Im Gegenzug darauf kann dies aber ein Zinkmangel bewirken, der oft bei roh gefütterten Hunden festgestellt wird neben anderen Nährstoffdefiziten, wenn nicht spezielle Zusätze beigefüttert werden.

 

Meine Hunde haben kein Magensäureproblem, sie schmatzen nicht und glucksen nicht und sie lösen sich auch ganz normal. Ich habe kein Problem, wenn ich für eine Abwesenheit eine Betreuung für die Hunde brauche, sei es jemand, der sie versorgt, oder die Unterbringung in einer Hundepension, denn nicht jeder möchte sich mit der Rohfütterung auseinander setzen oder belasten. Reiseproviant für die Hunde nehme ich in einem Beutel mit, es ist so einfach.

 

Aber nicht nur die Zusätze im Hundefutter, auch das Fertigfutter allgemein steht im Verdacht, Allergien zu begünstigen. Dies passiert aber ganz oft dann, und ürigens bei jeder Futtervariante, also auch Barf oder Selerkocher,  wenn monate- und jahrelang ein und die gleiche Sorte oder Zusammensetzung gefüttert wird. Nun, ich wechsele die Sorten immer wieder bleibe allerdings beim gleichen Hersteller. So setzt sich der Stoffwechsel meiner Lieblinge immer wieder mal mit den verschiedensten Proteinen usw. auseinander, der Stoffwechsel wird gefordert und bleibt fit.

 

Natürlich in auch ich ein Mensch, der Freude daran hat, seine Hunde zu beobachten, wie sie genussvoll fressen. Es macht mir Spass, hin und wieder das Trockenfutter zu variieren, denn auch Hunde haben Geschmackssinne, wie ich beobachte habe. Ein geriebener Apfel, etwas Reis, Kartoffel oder Gemüse von meinem Mittagessen, eine bisschen frische Kräuter, ein Löffel Joghurt oder Quark oder ein paar Esslöffel Tee...

Irgend wann und kommt irgendwas von diesen Zutaten mit in den Napf und meine Hunde lieben diese kleinen Varianten.

 

Ich habe Freude an den Hunden, Kummer mit Krankheiten haben wir nicht, keine Magendrehung, keine Verdauungsprobleme, keine Krankheiten. Keine Zeitnot, keine Beschaffungs- oder Lagerhaltungsprobleme und auch keine anderen Sorgen wie die ständige Unsicherheit über eventuelle Fütterungsfehler und die verzweifelte Suche nach der eierlegenden Krautmilchsau der Rohfütterung ohne irgendwelche Zusätze oder dem einzig wahren Rohfutter- Guru der mir dann weiter hilft, wenn es sich eben nicht irgend wann ausgleicht.