Früher gabe es kaum Pferdefutter wir wir sie heute kennen. Gewöhnlich wurde den Arbeitspferden zusätzlich Hafer gereicht, damit sie ihre Energieressourcen wieder auffüllen konnten. Ansonsten gab es Weide, Heu und Stroh. In den 60er/ 70er Jahren gab es dann Neuerungen. Nämlich 3 Sorten Pferdefutter, die sich lediglich im Proteingehalt unterschieden. 10% Protein für normale Pferde, 12% Protein für Leistungspferde und 14% Protein für Zucht und Aufzucht.All diese Futtermittel waren heimische Getreide, die mit Melasse versetzt waren und je nach Jahreszeit schwankte lediglich der Melassegehalt, damit das Futter nicht gefror. Diese Mischungen gab es dann in 50kg Säcken,ein Bedar an besonderen Futtermischungen oder Zusatzpräperaten gab es kaum und auch die Nachfrage nach solchen Produkten gab es so gut wie gar nicht. Die meisten Pferde wurden auf der Weide gehalten und es gab auch reichlich gutes Heu. Die meisten Pferdebesitzer waren in der Landwirtschaft tätig und die Pferde gehörten zum Hof. Heute gibt es eine erschalgende Fülle an Pferdefuttermischungen, sie reicht von Leicht-Futter für Freizeitpferde über Kohlenhydratarm bis zum Powerfutter für Hochleistungs-Sportpferde. Auch Futterzusätze gibt es heute wie Sand am Meer: Für Ekzemer, Diabetiker, festes Hufhorn, schönes Fell, usw. Aber was war passiert? Das Pferd wurde mehr und mehr zum Freizeitpartner, da sie aus ihrem Job durch Maschinen verdrängt wurden. Und es entstanden Reitställe. So wurde es nach und nach möglich, dass auch Menschen ohne landwirtschaftlichen Bezug ein Pferd halten konnten.Jeder konnte sich nun den Traum vom eigenen Pferd erfüllen.Die Pferde wurden in Ständern und Boxen gehalten, die Weiden wurden parzelliert. Das Pferd war nicht mehr länger Arbeitsgerät sondern wurde Teil der Familie.Das Pferd hatte nicht mehr unbegrenzten Weidegang und eine zusätzliche Fütterung wurde erforderlich.Die neuen Pferdemenschen wollten ihren Pferden nur das beste angedeihen lassen, was prinzipiell ja auch ein erstrebenswertes Ziel ist.Futterhersteller erkannten diese neuen Möglichkeiten und neben der Produktion von Rinder- Schweine- und Geflügelfutter investierten die Firma nun auch in den Pferdemarkt.Es wurde nach den Bedürfnissen des Pferdes geforscht,die Parameter basierten auf Qualität, Quantität und Typen von Raufutter in Bezug auf Alter, Gesundheit, Aktivität, der unterschiedlichen Verdauung und der besten Vermarktungsform für diese neuen Produkte. Die Ergebnisse dieser Forschung ist eine umwerfende Auswahl an Futterprodukten für nahezu jeden individuellen Typ Pferd.Und wie erfährt nun der Pferdehalter, was sein Pferd braucht? Ganz einfach: Er liest sich durch die Etiketten.Hier wird es dann ganz eifach: Vertrauen Sie einfach den Hinweisen wie etwa: Hochspezialisierte Aufzuchtfutter für Fohlen. Damit ist dann klar, das es nicht für das Senior-Pferd geeignet ist. Um dann aber auch in den vollen Wirkungsgenuss des Futters zu kommen, sollte man unbedingt die Fütterungsanweisung beachten.Dabei muß man dann aber auch beachten, dass die Futtermischung etwa nicht durch Zugabe von Hafer oder anderem verändert wird,....oder das man weniger oder mehr füttert als es auf der Packung empfohlen wird. Sollte der Pferdebesitzer Zweifel haben, dass er diese Fütterung so nicht anwenden kann, sollte er sich einfach einem anderen, passenderen Produkt zuwenden und wieder die Etiketten studieren. So wurde eine eigentlich ganz eifache Sache ziemlich kompliziert und ich beschäftige mich heute einen großen Teil der Zeit damit, den Pferden der Wohlstandgesellschaft zu helfen, wieder ein pferdegerechtes und gesundes Leben zu führen. Mit der Wandlung in der Fütterung gibt es heute Krankheiten, die es früher kaum gab.Die Zahl der Hufrehe- und Cushingerkrankungen zum Beispiel hat drastisch zugenommen. Immer mehr Pferde leiden an Arthrosen, Husten und ähnlichem. Dabei ist aber nicht nur der Wandel in der Fütterung verantwortlich, sondern ganz viele Veränderungen in der Gesamtheit der Pferdehaltung. Wo früher das Pferd nach dem Reiten eine entspannende Massage mit einem Strohwisch erhalten hat um es abzutrocknen, wird heute einfach eine Abschwitzdecke aufgelegt. Und so gibt es eine Menge Dinge, von denen man sagen kann, dass der Fortschritt in den Augen der Pferde eine stetige Verschlechterung der Lebensbedingungen bedeutet.

Futterkosten reduzieren:

Keine Frage, das Pferd ist ein Pflanzenfresser und benötigt große Mengen an Fasern. Aber gerade hier sollte man auf die Qualität achten!

Ein perfektes Weidemanagement kann die Futterkosten senken. Bedarfsgerechte Düngung und die Unterdrückung unerwünschter Pflanzen erhöht den Ertrag der Weide. Aber auch das abäppeln der Weide weitere Weidepflege wie etwa das Durchlüften sind wichtig. Eine Parzellierung der Weide sorgt der Feinschmeckerauslese vor.

Heu und Strohsollten nur von bester Qualität sein. Alle Vitamine und Nährstoffe, die im Grundfutter enthalten sind, müssen später nicht über zusätzliche Futterergänzungen zugefügt werden.Im äußersten Notfall, aber auch nur dann, kann die Verwertung der Nährstoffe aus minderwertigerem Raufutter durch die Fütterung von Bierhefe gesteigert werden. Füttern Sie lieber viele kleinere Rationen über den Tag, das ist effektiver als eine große Ration pro Tag. Pferde aasen gerne mit dem Raufutter, wenn zuviel aufeinmal angeboten wird. Füttern Sie aus geeigneten Reifen, am besten aus Trögen mit geschlossenen Böden. Auf diese Weise gehen nicht zu viele Nährstoffe durch die Heu-Krümel verloren, denn gerade in diesem Pflanzenbruch stecken viele Nährstoffe. Bilden Sie Einkaufsgemeinschaften, wenn Sie Pferdehalter in der Nachbarschaft haben. Auf diese Art können sich die Raufutterpreise drastisch reduzieren.