Cushing und das Equine Metabolische Syndrom sind ernstzunehmende Erkrankungen

Es gibt keinen Einzeltest, mit dem eine genaue Diagnose erfolgen könnte, aber eine Reihe von Tests sind äußerst hilfreich, um das Problem einzugrenzen.  Das beinhaltet die Messung des Insulins und der Glukose im Blut., den intravenösen Glukosetoleranztest und den Cushingtest (Dexa., ACTH). Mitunter ist es äußerst wichtig, Fälle des Metabolischen Syndroms von denen des frühen Cushings zu unterscheiden, denn bei der letztgenannten Erkrankung kann das Pferd von einer Therapie mit Pergolide profitieren, während das bei dem Metabolischen Syndrom nicht der Fall ist. 

Klinisches Erscheinungsbild:
zumeist Übergewicht und/oder Fettdepots an bestimmten Stellen: vor dem Euter bzw. im Schlauchbereich, um die Schweifwurzel, am Mähnenkamm, über den Augen / Anzeichen schleichender Rehe können vorhanden sein: abgeflachte Sohle, verbreiterte weiße Linie, Ringbildung später klinisch manifeste Reheschübe / vermehrter Appetit / gelegentlich gesteigerter Durst und häufiges Harnlassen (Polydipsie, Polyurie) / Lethargie 

Laborwerte:
sollten nach einer zwölfstündigen Fastenperiode erhoben werden.  (Normwerte sind z.T. laborabhängig, bitte dort erfragen) Insulin (Norm = 70 - 140 pmol/l) ist erhöht: kann bei MS über 300 pmol/l ansteigen  Glukose (Norm = 55 - 95 mg/dl) ist zumeist leicht erhöht: liegt bei MS zumeist bei 110 - 140 mg/dl  Triglyzeride (Norm = unter 50 mg/dl) sind ebenfalls meist leicht erhöht: steigen auf über 50 mg/dl. bedenklich wird es etwa ab 200 mg/dl (Hyperlipidämie)  Cortisol (Norm = 3 - 6,7 µg/dl) und ACTH (Norm = 20 - 50 pg/ml) sollten normal sein, können jedoch bei schmerzbedingten Streßsituationen (akute Hufrehe!) leicht ansteigen und daher falsch positiv sein.  Mangan Werte überprüfen lassen Dexamethasontest (Blutabnahme, 40 µg Dexamethason/kg Körpermasse intramuskulär, neuerliche Blutkontrollen nach 15 und 19 Stunden) dient dem Ausschluß des ECS: beim gesunden Pferd erfolgt Absinken des Cortisolwertes unter 1 µg/dl  Schilddrüsenwerte T 3 (Norm = 0.3 - 0.9 µg/l) und T 4 (Norm = 1.3 - 4.1 µg/dl) können fälschlicherweise zu niedrig sein ("euthyroid sick syndrome" ) , die Schilddrüse lässt sich jedoch mit einem TRH - Stimulationstest normal stimulieren.  intravenöser Glukosetoleranztest: 0,5 g Glukose/kg Körpermasse wird in 50%iger Lösung rasch intravenös infundiert und der Zuckerspiegel in kurzen Abständen kontrolliert. Beim gesunden Pferd erfolgt eíne Rückkehr in den Normbereich nach etwa ein bis zwei Stunden. Beim MS bleibt der Spiegel auch nach drei Stunden noch erhöht (Insulinresistenz)

die Diagnostik des Equinen Metabolischen Syndromes:
sollte nach einer mindestens fünf-, besser zwölfstündigen Fastenperiode erfolgen. Bestimmt werden: Glukose, Triglyzeride, Fruktosamin, T3, T4, Cortisol, ACTH und Insulin. Weiters werden ein sogenannter Glukosetoleranztest und bei Indikation ein TRH - Stimulationstest durchgeführt.  Die Parameter Glukose, Triglyzeride, T3, T4 und Cortisol werden von den meisten Labors angeboten. Hier wäre neben den richtig gewählten Blutröhrchen (Li - Heparin, Serum- und Natriumfluoridröhrchen) vor allem auf eine nicht allzu lange Transportzeit zu achten, da ansonsten Glukose abgebaut wird.  Komplizierter ist die Bestimmung der Werte ACTH und Insulin. Beim Insulin genügt es laut Aussage unseres Labors, wenn das Serum (rotes Röhrchen) sofort abzentrifugiert wird und mit Kühlakkus gekühlt innerhalb weniger Stunden per Kurierdienst einlangt. Ist ein derart rasches Einlangen nicht gewährleistet, so muß das Insulin (abzentrifugiertes Serum) ebenso wie das thermolabile ACTH (abzentrifugiertes Plasma aus EDTA - Röhrchen) bei - 20°C tiefgefroren verschickt werden.
 Dies ist in der Praxis kaum durchzuführen.
Hier wäre eine Bestimmung somit nur sinnvoll, wenn das Labor ganz in der Nähe ist.
Wir schlagen unseren Tierärzten daher drei Möglichkeiten vor
a) das Pferd zu einem kompletten Check an die Klinik zu überweisen,
B) alternativ einen overnight Dexamethasonsuppressionstest zu machen, um wenigstens das ECS   diagnostisch ausschließen zu können
c) in Einzelfällen, wenn die Besitzer ihre Pferde nicht an der Klinik vorstellen wollen und bei ansonsten eindeutigen klinischen und labordiagnostischen Befunden (junges Pferd, typische Fettverteilung und Übergewicht, Hufrehe, erhöhte Glukose-, Triglyzeridwerte, pathologischer Glukosetoleranztest, Cortisol im Normbereich) auf die Bestimmung von ACTH und Insulin zu verzichten und managementtechnisch von einem EMS auszugehen.

zu der Fastenzeit:
 Die lange Fastenzeit wird einerseits international empfohlen, um Einflüsse des Futters auf den Kohlenhydrat- und damit indirekt den Insulinstoffwechsel auszuschließen und andererseits benötigt, um den oralen Glukosetoleranztest durchführen (Futter im Magen kann den Test beeinflussen) zu können. Die Interpretation der Werte ist von den Referenzwerten des Labors abhängig. Allgemein gilt: Glukose, Fruktosamin, Triglyzeride, Insulin sind zumeist erhöht, T3 und T4 sind zumeist erniedrigt (der TRH - Stimulationstest ist allerdings normal), Cortisol und ACTH liegen im Normbereich (im Unterschied zum ECS), der Glukosetoleranztest zeigt einen diabetogenen Typ (d.h. übermäßigen Anstieg und nur langsamen Abfall der Glukose im Blut) an.  Individuelle Varianzen bestehen natürlich und müssen immer in Zusammenhang mit den klinischen Symptomen gebracht werden.
 
Kosten
Insulin Wert Bestimmung: ca. 22 - 30 Euro nur Labor plus Mwst  plus TA
bitte erfragt die Kosten vorher denn sie können von Labor zu TA schon unterschiedlich sei.

 Eine weitere Sammlung an Informationen u.a. von betroffenen Pferdebesitzern unter:  www.hufreheforum.de

 

Achtung: Bei jungen Pferden ist eine Cushing-Erkrankung eher unwahrscheinlich, es kann durch das Übergewicht eines Pferdes zu einem Cushing-ähnlichem Wert kommen!

 

Durchschnittliche Blutwere eines gesunden Pferdes:

 

Total T4 .....................................12 - 40 ng/ml

Insulin........................................4 - 40 uI.u/ml

Cortisol.......................................20 -  90 ng/ml

Cortisol post DEX.........................weniger als 10 ng/ml

Cortisol Rythmus..........................größer als 30%

ACTH..........................................weniger als 30 pg/ml 

Diabetes beim Pferd ist möglich

 

und es kommt häufiger vor, als man vermuten würde!



Ihr Pferd ist übergewichtig, es erscheint lustlos, der Schwung fehlt, es trinkt mehr Wasser als andere Pferde, der Körper zeigt einige Dellen, die unharmonisch wirken und plötzlich hat es Hufrehe, diese Schübe kommen immer wieder, obwohl typische Auslöser fehlen?

Dann sollten Sie weiterlesen!

 

Zunächst wurde diese Veranlagung bei den verschiedensten Ponyrassen, spanischen Mustangs, Peruanischen Pasos, Paso Finos, Europäischen Warmblütern, Amerikanischen Saddlebreds und Morgan Horses festgestellt. Heute sind weitaus mehr Rassen von diesem Wohlstandsproblem betroffen. Zugeordnet wird diese Erkrankung dem Metabolischen Syndrom und häufig spricht man auch von Insulinresistenz.  

Die  Pferde sind zumeist übergewichtig und haben ungewöhnliche Fettpolster an bestimmten Körperbereichen. Im speziellen am Hals, an der Schulter auf der Kruppe und auch im Schlauchbereich bei männlichen Tieren.

Die Stuten hingegen fallen durch  schlechte Fruchtbarkeit und abnormale Rossezyklen auf.

Diese Pferde werden von den Haltern als ausgesprochen gute Futterverwerter bezeichnet und es ist äußerst schwierig, das Gewicht der Pferde zu senken.

Weitere mögliche Hinweise auf diese Erkrankung sind beispielsweise Schwellungen über den Augen und lethargische Zustände.

 

 

Diese Pferde werden dem Tierarzt oft mit unerklärlicher Lahmheit, in der Symptomatik durchaus der Hufrehe gleichend, vorgestellt. Zunächst scheint die Ursache der Hufrehe rätselhaft, in vielen Fällen jedoch ging eine Futterumstellung mit abrupter Änderung des Proteingehaltes, zum Beispiel schon durch Fütterung einer neuen Heuballe, oder eine Arbeitspause des Pferdes über einige Tage, dem Hufreheschub voraus. Häufig weisen die Hufe der Tiere die typischen sichtbaren Veränderungen am Huf auf, wie etwa die sogenannten Futterrillen, divergierende Ringe, eine verbreiterte weiße Linie oder auch eine nach außen gewölbte Sohle.

 

Das Blutbild zeigt eine leichte bis erhebliche Erhöhung des Glukosewertes und eine erhöhte Tryglyceride-Konzentration. Besonders auffällig ist der erhöhte Insulinwert, der durch ein spezielles Verfahren durch den Tierarzt festgestellt werden kann.

Leider gibt es bislang kein Medikament, daß diesen Pferden als Schutz vor weiteren Reheschüben verabreicht werden kann, man kann jedoch mit einer speziellen Diät, ähnlich wie bei der Fütterung während einer Hufrehe, weiteren gesundheitlichen Schäden vorbeugen.

 

Das Problem ist eine sogenannte Insulin-Resistenz des Pferdes. Durch die Nahrungsaufnahme kommmt es zu einer Erhöhung der Blutglukose die normalerweise durch die Insulinproduktion in die Zellen gelangt und dort als Zell-Treibstoff abgebaut wird. Doch grade dieser Mechanismus funktioniert bei den betroffenen Pferden nicht mehr. Die Zelle ist gegen das Insulin resistent und die Glukose wird nicht ausreichend abgebaut.

 

Die Folge sind die oben genannten Symptome.

 

Es scheint angebracht, bereits bei den jungen Pferden ein Auge auf die Fütterung zu haben und stets das Idealgewicht des Pferdes anzustreben. Gutgemeinte Fütterung hat nichts mit artgerechter Pferdefütterung zu tun und ein überhöhtes Gewicht ist nicht gleichzusetzen mit wirklicher Muskulatur.

Pferde sind von Natur aus Faserfresser und können diese manchmal auch recht holzigen Fasern sehr gut verdauen und daraus ihre Nährstoffe ziehen.

Die Fütterung von zusätzlichem Kraftfutter sollte nur bedarfsgerecht erfolgen, eine Stunde freizeitmäßiges Reiten am Tag macht in den meisten Fällen keine zusätzliche Fütterung nötig.

Ist das Pferd aber erst an dem Metabolischem Syndrom erkrankt, sollte peinlichst genau darauf geachtet werden, daß dieses Pferd kohlenhydratarm ernährt wird. Das bedeutet den Abschied von Getreide in jeder Form, keine Möhren, keine Äpfel, überhaupt alles, was nicht Heu oder unmelassierte Rübenschnitzel ist, fällt dieser strikten Diät zum Opfer.

 

In einigen Fällen ist es auch nötig, die Kohlenhydrate aus dem Heu auszuwaschen, dies erreicht man durch das Eintauchen des Heus in Wasser für etwa eine Stunde. Das Wasser darf danach nicht mehr für das Pferd verwendet werden.

Lediglich ein geeignetes Mineral- und Vitaminpräparat sollte zugefüttert werden.

Bedenken muß man bei dieser Form der Fütterung nicht haben, sie entspricht genau dem, was die Natur dem Pferd zugedacht hat: Viel faserreiche Kost!

 



Schon bald wird das Pferd bei dieser Fütterung regelrecht aufblühen, lebhafter und aufgeweckter erscheinen. Ganz wichtig ist das regelmäßige und tägliche Training dieser Pferde, gerade die Bewegung ist ein hervorragender Therapeut für diese Pferde, denn auch durch Muskelarbeit wird der Blutglukosewert niedrig gehalten.

Sollte ein solches Pferd gerade einen akuten Hufreheschub erleiden, muß das Training warten, bis die Hufrehe komplett abgeklungen ist.

 

Pferde mit Diabetes bleiben reitbar und leistungsfähig, lediglich die Fütterung ist konsequent kohlenhydratarm vorzunehmen.



Was im Falle einer Insulin-Resistenz vermieden werden sollte:

 

  • Ein zu Hufrehe neigendes Pferd sollte keine Steroide erhalten.
  • Antibiotika der Sulfa-Familie sollten wegen der Wirkung auf den Glukose Stoffwechsel nicht verabreicht werden.
  • Glukosamine weder oral noch als Injektion verabreichen.
  • Keine roten Mineral-Salz-Lecksteine verwenden (zu hohe Eisengehalte).

     

  • Keine Mineralien zur freien Verfügung.

     

  • Kein Dicalcium Phosphat zufüttern (kann den Insulinwert erheblich ansteigen lassen)

     

  • Hohe Fettgehalte und abrupte Änderung der Rohproteingehalte  in der Ernährung vermeiden.

     

Interessanter Link innerhalb der tier-Themen: Bockshornkleesamen