Kolik

Wird eine Anschoppungskolik früh genug erkannt, kann diese auch ohne Operation behandelt werden. Mit dem Beginn der Winterzeit sollten Pferdehalter besonders aufmerksam werden, um Kolikanfälle zu vermeiden.               

Gewöhnlich macht sich eine nahende Kolikgefahr bemerkbar, wenn das Pferd depressiv erscheint und wenig Appetit zeigt. Der Kotabsatz ist meist reduziert und dann auch eher trocken.

Sobald diese Anzeichen bemerkbar sind, sollte ein Tierarzt gerufen werden.

Eine früh diagnostizierte Kolik und deren Behandlung kann eine Operation des Pferdes verhindern.

 

Der Pferdehalter selbst kann auf verschiedene Art und Weise der Entstehung einer Kolik vorbeugen.

An erster Stelle steht die einwandfreie Qualität des Raufutters.

Wenn das Wetter im Frühjahr eher kalt und nass war, kann es zu einer verspäteten Heuernte kommen und das Heu wird in einem überreiften Zustand gefertigt. Oft genug sind dann die Protein- und Energiegehalte herabgesetzt und der Rohfaseranteil stark erhöht. Natürlich brauchen Pferde Rohfaser, und zwar viel, aber dann auch in guter Qualität. Bei spät geerntetem Heu ist diese Qualität mitunter nicht mehr genügend, Die Rohfaser ist quasi wertlos für den Körper, weil sie nahezu unverdaulich ist. Sie füllt zwar den Verdauungstrakt, aber ernährt nicht den Körper. Das kann dann zu einer Dickdarmkolik führen.

Sollte aber aus irgendwelchen Gründen nur ein solches, überaltertes Heu zur Verfügung stehen, dann muss der Pferdehalter besonders aufmerksam die Fütterung und das übrige Management betreiben. Die Wasseraufnahme des Pferdes muss unbedint kontrolliert werden, aber auch das Arbeitspensum des Pferdes, die Zahnpflege und die Entwurmung.

 

Besonders die mangelnde Wasseraufnahme ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Anschoppungskoliken.

Wenn das Futter zu trocken ist und den Verdaungstrakt passiert, ist die Gefahr einer Blockade erhöht.

Ein Pferd mit etwa 500kg Körpergewicht sollte pro Tag eine Mindestmenge von 40 - 45 Liter Wasser pro Tag trinken um die Körperfunktionen optimal aufrecht zu erhalten.

Ein Pferd produziert durchschnittlich etwa 40 Liter Verdauungssäfte um die zugeführte Nahrung aufzulösen und zu verstoffwechseln. Sinkt die Wasseraufnahme durch das Pferd, produziert das Pferd nicht mehr genügend Verdauungssäfte.

Erschwerend kommt hinzu, dass Pferde in der Winterzeit weniger durstig sind, weil die Bewegung des Pferdes reduziert ist.

Bewegung aber ist wichtig für die normale Verdaungsfunktion des Körpers.

Grundsätzlich neigen Pferde mit regelmäßiger Bewegung / Arbeit weniger zu Anschoppungskoliken als "faule" Pferde.

Wenn das Pferd also während der Wintersaison weniger bewegt oder geritten wird, so sollte dem Pferd zumindest ausreichend Bewegung in einem Auslauf gewährleistet werden. Lang andauernde Boxenhaft begünstigt Koliken!

Auch wenn Anschoppungskoliken vermehrt im Winter auftreten, so sind sie auch während des übrigen Jahres eine Gefahr für das Pferd. Wenn ein Pferd schwitzt, verliert es Wasser, welches über das Trinkwasser dem Körper wieder zugeführt werden muss. Wenn das Pferd aber nicht genügend Wasser aufnimmt, können die Funktionen des Körpers gestört werden und eine Anschoppungskolik auftreten. Besonders ältere Pferde mit empfindlichen Zähnen trinken zu wenig Wasser, wenn das Wasser kalt oder eiskalt ist. Abhilfe schafft dann angewärmtes Trinkwasser. Auch die Zugabe von 1-2 Teelöffel Salz zum Krippenfutter kann desn Durst des Pferdes anregen.

In den Wintermonaten bei Frostgefahr sollten Tränken mittels eines speziellen Wärmegerätes eisfrei gehalten werden. Größere Tränken profitieren auch von einer guten Isolation.

Auch eine gute Zahnpflege schützt vor Anschoppungskoliken. Die Zähne des Pferdes sollten durch einen Tierarzt regelmäßig kontrolliert werden. Wenn das Futter nämlich nicht mehr ausreichend zermahlen werden kann, ist die Darmpassage des Futters langsamer und die Gefahr einer Anschoppungskolik erhöht.

Auch eine regelmäßige Parasitenkontrolle und -bekämpfung gewährleistet die optimale Funktion des Verdauungstraktes und ist ein wichtiger Faktor zum Vermeiden einer Kolik.

Achtung bei starken Temperaturschwankungen!

Wenn die Temperaturen rapide in den Minus-Bereich absinken, können empfindliche Pferde auf zu kaltes Tränkewasser mit einer Kolik reagieren.

Diese Kolik tritt sehr schnell und heftig auf. Gerade beim Wechsel in den Winter sollte man diese Gefahr im Auge behalten und zumindest wachsam sein!

Sollte kein Tierarzt verfügbar sein...aber auch nur dann...greifst Du in die Trickkiste http://www.tier-themen.de/pferde/fütterung/trickkiste/