Eiweißverlustsyndrom bzw. Protein Loosing Enteropathie

Enteraler Proteinverlust (Malabsorption) mit klinisch manifester Hyoproteinämie, Hypocholesterinämie, Hypokalzämie, Lymphopenie und Gewichtsverlust

Was ist das?

Wenn der Darm Nährstoffe ausstößt, an statt sie zu absorbieren, dann ist das für die Versorgung des Körpers mit Nährstoffen eine Katastrophe. Diese Krankheit verursacht das, wo nach sie benannt ist. Eiweisse werden nicht aufgenommen, sondern gehen ber den Darm verloren. Da also keine Proteine aus der Nahrung aufgenommen werden können , verwertet der Körper andere vorhandene Proteine, um sie zu verwerten. Der Körper baut Muskulatur ab um die viel wichtigeren Blutproteine aufrecht zu erhalten. Das Immunsystem wird dabei unfähig, Antikörper zu produzieren und so beginnt eine verheerende Kaskade im Stoffwechsel: Durchfall, Lymphangiektasie. 

Das wichtigste Protein, was nicht verloren gehen darf, ist Albumin. Albumin wird normalerweise in der Leber gebildet und agiert dann im Blutkreislauf als Transporterprotein für biochemische Substanzen, die transportiert werden müssen, sich aber nicht im Blut lösen. Albumin ist sozusagen ein Spediteur im Blutkreislauf. Eine weitere Aufgabe des Albumin ist es, das Wasser im Blutkreislauf zu halten. Erfüllt das Albumin diese Aufgabe nicht, dann gelangt Wasser in das umliegende Gewebe (Ödem), in den Brustbereich oder den Bauchbereich (Aszites, Bauchwasser).

Albumin ist das wichtigste Protein, aber bei dieser Erkrankung gehen auch andere Proteine verloren. Antikörper, Proteine zur Blutbindung, Enzyme usw. gehen über den Darm verloren und werden ausgeschieden.

Der Körper arbeitet hart daran, den Albuminspiegel dadurch aufrecht zu erhalten, das er andere Proteinquellen anzapft (etwa die Muskeln), damit die Leber Albumin bilden kann. Das gelingt auch eine Weile, aber die Muskelmasse schwindet während dessen.

Für PLE gibt es verschiedenen Auslöser:

IBD (Inflammatory Bowel Desease)

Histoplasmose

Erkrankungen, die mit Darmblutungen einher gehen wie etwa Parvovirus, Parasiten, Krebs, u.a.

Rassebedingte PLE wie etwa Soft coated Wheaten Terrier, Shar Pei, Malteser, Basenji

Krypta Krankheit und

Lymphangiektasie

Das ist eine Form von PLE. Lymphflüssigkeit zirkuliert ähnlich wie Blut durch den Körper. Doch während das Blut durch die Pumpbewegungen des Herzens bewegt wird, wird die Lymphflüssigkeit eher passiv durch Muskelaktivität befördert. Die Lymphflüssigkeit besteht u.a. aus Zellen, den sog. Lymphozyten. Es sind Zellen des Immunsystems und die Flüssigkeit stammt aus dem Gewebe das in das Lymphbahnen eintritt, die ähnlich sind wie Venen.

Der Begriff Lymphangiektasie bedeutet so viel wie geweitete Lymphbahnen und das wird gewöhnlich verursacht durch Entzündungen, die auf die Lymphbahnen drücken. Der Lymphfluss kann so auch blockiert werden, z.B. bei Entzündungen im Darm oder in anderen Stellen des Körpers.

Lakteallymphe sind besondere Lymphbahnen, die Nahrungsfette aufnehmen sollen. Der Dünndarm nimmt Nährstoffe über kleine "Fingerchen" auf, den sog. Mikrovilli. Die Lakteallymphen laufen durch die Mitte dieser Mikrovilli und nehmen Fette aus der aufgenommenen Nahrung auf.Kommt Zuviel Druck auf diese Lymphbahnen, dann platzen die Enden dieser Lakteallymphen und anstatt Fette zu absorbieren, gehen die Zellen, Fette und Proteine innerhalb dieser Bahnen verloren. Manches kann der Darm wieder aufnehmen, wenn allerdings das Entzündungsgeschehen sehr weit auf den Darm zutrifft, dann kann es sein, das es zu einem Nährstoffdefizit kommt.

Kleine Rassen, insbesondere Yorkshire Terrier, sind von diesem Problem besonders betroffen.

Symptome, die der Besitzer bemerkt sind Gewichtsverlust, meist in Verbindung mit chronischem Durchfall, Erbrechen, und in fortgeschrittenem Fall auch Wasseransammlung im Bauchbereich.

Manchmal wird dieser Erkrankung auch erst durch ein Blutbild entdeckt.

 

niedrige Werte von Lymphozyten im Serum

niedriges Cholesterin

niedriges Albumin wenn ein großer Abschnitt des Dünndarms betroffen ist. Andere Gründe für niedriges Albumin sind: PLE, Protein Loosing Nephropathie ( Proteinverlust über die Niere), reduzierte Albuminproduktion durch die Leber, zu wenig Cortison oder eine schwere Brandverletzung. Dies kann man aber ggf. durch entsprechende Untersuchungen ausschließen. Eine Urinanalyse kann zeigen, ob Protein über den Urin verloren geht und ob eine Nierenerkrankung Grund für den Proteinverlust ist. Ein Leberfunktionstest bzw. Gallsäuretest kann ein Leberversagen ausschließen. Auch ein Test auf Addison kann andere Gründe ausschließen. Durch Ausschluss anderer Krankheiten wird PLE bestätigt. Eine Biopsie kann dann letzte Sicherheit geben.

Die Behandlung

durch den TA besteht meist aus der Gabe von Prednisolon oder Cyclosporinmeist in Verbindung mit einem Blutverdünner.

Fütterung:

Das ist ein bisschen kompliziert. Das Futter sollte hochverdaulich sein und reich an Proteinen. 20-25% in der Trockenmasse sollte es sein. Außerdem sollten nicht mehr als 15% Fett in der Trockenmasse enthalten sein. Da die meisten erhältlichen Futtermittel eher weniger geeignet sind, ist es sinnvoll, eine entsprechende Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen.

Die Berechnung auf Trockenmassebasis bei Fertigfutter:

Beispiel; Analyse auf dem Etikett:

Rohrotein (min) 7.5%
Rohfett (min) 4%
Rohfaser (max) 2%
Feuchtigkeit (max) 76%

 

Der Feuchtigkeitsgehalt ist 76%. Abgezogen von 100%, ergibt das  24% Trockenmasse (in diesem Futter). Es enthält also 76% Wasser und 24% Nährstoffe.

 

Um die Einzelwerte in Trockenmasse umzurechnen, teilt man die ausgewiesenen Gehalte auf dem Etikett durch die Prozente der Trockenmasse des Futters, in diesem Fall also: 

 

Rohprotein: 7.5 geteilt durch 24 = 0.31 oder 31%
Rohfett: 4 geteilt durch 24 = 0.166 oder 16.6%
Rohfaser: 2 geteilt durch 24 =0.08 oder 8%