Sommerekzem

 

Sommerekzem die Möglichkeiten von Heute und Hoffnung für Morgen

Das Sommerekzem tritt entgegen der landläufigen Meinung nicht nur bei den Isländern, sondern auch bei allen anderen Pony- und Pferderassen auf.
Meist beginnt das Problem mit den ersten Sonnentagen des Jahres im März und kann sich bis in den Novemberanfang hinziehen.

 

Die Pferde reagieren allergisch auf die Stiche von Insekten, insbesondere von Mücken und Gnitzen, und scheuern sich, ausgelöst durch den starken Juckreiz, Fell, Mähne und Schweif nicht nur ab, sondern fügen sich dadurch auch großflächige Wunden bei, die häufig durch Sekundärinfektionen zu weiteren Problemen führen.

So hat es bereits zahlreiche Untersuchungen und Studien zum Sommerekzem gegeben.
Manche vermuteten ein Ungleichgewicht in der Mineral- und Vitaminversorgung des Pferdes, andere wiederum eine besondere Zusammensetzung des Schweißes und eine ungewöhnliche Verteilung der Schweißporen.
Auch die Fütterung der Pferde wurde streng unter die Lupe genommen, Hinweise zur eiweissarmen Fütterung und zur Vermeidung von melassehaltigen Produkten kennt wohl jeder Besitzer eines Sommerekzemers.

So vielfältig wie die Untersuchungen ist aber auch das Angebot an Hilfsmitteln zur Vermeidung des Sommerekzems.

Als rein äußerlich anzuwendende Hilfsmittel gibt es eine Vielzahl von Ekzemerdecken, mit denen ein Pferd fast zur Gänze verhüllt, und somit vor den Angriffen der Insekten geschützt werden soll.
Aber auch eine Unmenge von Insektenrepellents zum einreiben, sprühen und pudern mit Inhalts-stoffen von rein pflanzlich bis chemisch, von ölig bis trocken, von kurzer Wirksamkeit, weil ätherisch, bis hin zu einigen Stunden Schutz:
Die Vielzahl der Angebote ist für den betroffenen Pferdehalter schier erschlagend.
Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von Futterergänzungen, Komplettfuttern, Kräutermischungen und rätselhaften Gemischen und Tinkturen, die dem Pferd verabreicht, große Erleichterung verschaffen sollen.
Ein Versprechen auf dessen Erfüllung viele Pferdebesitzer noch heute warten.

Aber auch die Kombinationen von äußerlich und innerlicher Behandlung, Behandlung durch den Tierarzt, Beratung und Versorgung durch den Tierheilpraktiker, Bemühung übersinnlicher Kräfte und und und...

Es ist wirklich schwierig, alle Möglichkeiten aufzuzählen.

 

Nicht selten wird der Behandlungschrank des Pferdebesitzers neben der erhältlichen Literatur auch noch um weitere Mittel zur Wundbehandlung, zur Förderung des Haarwachstums und vielen Haltungs- und Aufstallungstips ergänzt.

Es werden viele Versprechungen gemacht, Wundermittel angeboten und in einer Vielzahl der Fälle ist "außer Spesen nichts gewesen". Meist bleibt es beim alten Problem: das arme Pferd scheuert sich wund Aber Tatsache ist und bleibt, das der Auslöser des Sommerekzems, die Insekten, immer ein Teil des Lebensraums der Pferde bleiben wird. Und auch die Pflege eines Ekzemers wird immer ein wenig mehr Zeit beanspruchen, ist es doch äußerst wichtig, dem Pferd den Schmerz und vor allem jedoch den Stress durch das Sommerekzem zu ersparen.

Regelmäßige Kontrolle der Ekzemerdecke und die Behandlung des Pferdes mit diversen Mitteln in kurzen zeitlichen Abständen oder spezielle Stall- und Weidezeiten verlangen eine intensive Betreuung.

Abzuwarten bleiben die jüngsten Studien zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Sommerekzem.
Ein Team des University College London hat in Zusammenarbeit mit dem Sommerekzem-Center Wrexham und einigen anderen Forschungs-kreisen eine Reihe kleinerer Studien an Sommerekzemern durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studien führten dazu, daß das Veterinärmedizinische Direktorat in England nun zu einem weitläufigen Versuch aufgerufen hat.

Die Behandlung der Pferde erfolgt durch eine bakterielle Immunitäts Modulation. Dadurch soll die Überreaktion des Immunsystems des Ekzemers wieder auf die normalen Abläufe zurückgeführt werden. Die Immun-Regulation sorgt dafür, daß das Immunsystem den Fremdstoff erkennt, reguliert und antwortet.

Ohne Überreaktion.

Durch die Verwendung von Antikörpern in den richtigen Dosen konnten bei leichten Fällen von Sommerekzem deutliche Verbesser-ungen innerhalb des ersten Jahres festgestellt werden.
Im zweiten Jahr der Behandlung zeigten bereits 25% der Pferde exellente Ergebnisse und 50% der Tiere zeigten meßbare Verbesserungen der Symptome.

Im dritten Behandlungsjahr konnten bei den meisten Sommerekzemern deutliche Verbesserungen erzielt werden.

Die Behandlung der Pferde erfolgte erstmals vor Beginn der Ekzemerzeit im Februar und wurde einmal monatlich wiederholt.

Ob der Besitzer eines Ekzemerpferdes in Zukunft auf eine Impfung gegen das Sommerekzem hoffen kann, wird das Ergebnis der in diesem Jahr in größerem Stil laufenden Studie zeigen.